Flexï – Nothing

Die zweite EP dieser New Yorker liefert ’nen dringend nötigen Nachschub an wuchtiger Post Punk-Glückseligkeit, die es unter anderem Bewunderern von Bands wie Rank/Xerox, Marbled Eye, Nag, Negative Space, Knowso oder frühen Institute bestimmt gut warm werden lässt unter’m Arsch. Obendrein ist dann noch eine leichte Noiserock-Kante mit am Start, die mich ein wenig an Brandy oder Cutie erinnert.

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Fen Fen – 3 Songs

Die ersten paar lärmenden Artefakte dieser Band aus Detroit – eine etwas lieblos auf ihre Bandcamp-Seite geklatschte Sammlung einzelner Tracks, die zusammen eine verdammt arschtretende EP ergeben würden – spannt einen Bogen um einige der besten Referenzen an der Schnittstelle von Garage Punk und Postcore, angefangen mit eher geradlinigem Garage R’n’R á la Sick Thoughts, frühen Video & Teenanger – hin zu den explosiven Genre-Bastarden von Crisis Man, Ascot Stabber oder Flowers of Evil und nicht zuletzt auch einem durchgehenden Hot Snakes-Vibe.

Swordbreaker – Demo

Ein neuer Eintrag ins noch junge Dungeon Punk-Mikrogenre kommt zu uns aus dem mittelalterlichen Utrecht. Das bedeutet neues kompetentes Futter für Punks mit ’ner Affinität für Themen und Bilder von der D&D-Resterampe, sowie für schwere Rüstung und stumpfe Waffen. Außerdem für eine noch kleine aber stetig wachsende Tafelrunde von Bands á la Poison Ruïn, Bloody Keep, Weenog, Steröid und wer auch sonst noch gerade damit beschäftigt ist, die ästhetischen Eckpunkte des Garage Punk mit jenen des Black- und/oder des altertümlichen „Heavy“ Metal zu vereinen.

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Everyone Is Alone Sometimes – Everyone Is Alone Sometimes

Pointy Sticks, der erstaunlich melodische Opener auf der Debüt-Kassette dieser Band aus Charlotte, Carolina, klingt ein bisschen so wie ich es mir vorstellen würde, wenn solche Garagenspinner á la Print Head ’ne Hardcoreplatte aufnähmen. Der Rest vom Tape ist dann auch nicht weniger sonderlich, bläst dabei ordentlich Hardcore-Wind auf eingängige Garagenhooks und – ab und an – auch mal ein verirrtes oldschool Hardrock- oder Doom-Riff. Letzteres lässt mich etwas an Paranoise denken. Andere Momente haben ein bisschen was von Hardcoregeballer aus dem Connie Voltaire-Universum oder dem noch recht frischen Hippyfuckers Demo – das alles in einer schön räudigen Fidelität in etwa auf dem Level einer beliebigen Deluxe Bias oder Impotent Fetus-Veröffentlichung.

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Famous Logs in History – Fancy!

Auf der jüngsten Kassette dieser New Yorker springt der Funke sofort über anlässlich schrulliger Powerpop-Klänge, die anmuten wie eine etwas new-wavig angehauchte Melange aus frühem, melodischem, überwiegend britischem Post Punk irgendwo in der erweiterten Nachbarschaft von so altem Krempel wie Desperate Bicycles. Mekons, Television Personalities und Swell Maps.

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Lamictal – Doctor’s Orders

Wo wir gerade schon dran sind mit Eiern zu werfen… hier ist noch eine handvoll kurzer spaßiger Smasher im Dunstkreis des gelegentlich auch mal leicht Hardcore-verunreinigten Garage- und Post Punk, welcher an der einen oder anderen Stelle z.B. mal an Big Bopper, Feed/Zhoop/Djinn, S.B.F., Patti oder Landowner erinnern mag.

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Prison Affair – Demo III

Ein neues Tape von Barcelona’s bester Hausnummer für geradezu verstörend gutlaunigen Garage Punk liefert wieder ultrakompakten Brennstoff, der sich irgendwo zwischen niedriger Fidelität und hohem Eierkopf-Faktor ordentlich verkantet. Das sitzt dann so fest, dass kein Bandrauschen der Welt diese hochinfektiösen Pophooks aus ihrer Verankerung zu spülen vermag. Ich unterstelle dem ganzen wie gehabt eine gewisse Ähnlichkeit zu Bands wie R.M.F.C., Nuts, Set-Top Box, Dee Bee Rich und Erik Nervous.

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The Blinds – Endless Fascination

Die 2017er Debüt-EP dieser Band aus Melbourne hat sich in meine Synapsen eingebrannt als eines der beeindruckendsten Artefakte aus den Garage-/Post-/Art Punk-Sphären ihrer Zeit. Schlappe fünf Jahre später gibt es jetzt einen Nachfolger zu begutachten und es findet sich darauf erwartungsgemäß ein etwas geordneteres Klangbild, aber immer noch voller Ambition und Überraschungen. Wie gehabt scheint das reichlich Inspiration von Wire’s Chairs Missing und Pink Floyd der frühen Syd Barret-Ära zu schöpfen, verlagert diesmal aber das Gewicht deutlich in Richtung Post Punk, was manchmal auch etwas von einer nerdigeren Variante der B-Boys oder Gotobeds hat. Elswhere, der geradlinigste und einladendste Moment der EP, ist hingegen eine melodisch lärmende oldschool Indierock-Hymne wie sie einem heute viel zu selten begegnet.

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Crisis Man – Asleep In America

Erneut ein respektabler Tritt in die Weichteile von jener kalifornischen Supergroup, die unter anderem Mitglieder von Acrylics, Public Eye, Violent Change und Ceremony an Bord hat. Hier liefern die mal locker ihren bislang wuchtigsten, präzisesten Stapel neuer Songs ab; die Formel aus gleichen Teilen Hardcore- und Garage Punk inzwischen perfekt für den maximalen Einschlag optimiert. Das unnachgiebige Moment etwa von Acrylics und Bad Breeding wird gekontert von den räudigen Garage-Qualitäten früher Teenanger oder Video.

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Klint – Dance

Der Typ aus Schleswig fiel bereits sehr positiv anlässlich seiner Debüt-7″ auf Goodbye Boozy Records auf. Auch wenn das Artwork jener sowie auch seiner neuesten EP eine Nähe zum Dungeon Synth/-Punk nahelegt, ist hier jedoch höchstens unterschwellig was von den im letztgenannten Genre-Cluster typischen Black- und/oder oldschool „Heavy“ Metal-Einflüssen zu bemerken, weshalb ich da soundmäßig eher mal jüngere Entwicklungen im Garage-/Synth-/Elektropunk-Bereich als Vergleiche anbieten würde – unter anderem von Mononegatives, Pow!, Liquid Face, Ghoulies oder Slimex.

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