Black Button – Rejoice

Die Band aus Richmond, Virginia hat bereits ein bisschen Staub aufgewirbelt mit einem schön chaotischen Demo in 2019 und einer dem etwas konventionelleren Hardcore verbundenen 2021er EP. Auf ihrer ersten LP gehen sie jetzt wieder deutlich unberechenbarer zur Sache mit einem zumeist empfindlich gedrosselten Tempo und einem Sound, der scheinbar so einige Inspiration aus dem experimentellen Spannungsfeld zwischen klassischem 80er Hardcore und dem (Proto-)Noise Rock jener Zeit zieht, wie ihn etwa Flipper, No Trend, Spike In Vain, Broken Talent damals etabliert haben. Aber auch zu jüngerem Krempel á la Soupcans, Vulture Shit, C-Krit oder Stinkhole mag man da Ähnlichkeiten sehen.

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Silicone Values – Bystander Apathy / When The Future Seems Futile

Die Band aus Bristol hat sich etwa ein Jahr Zeit gelassen für die neueste in einer Serie von bislang ausnahmslos spektakulär zu nennenden (digitalen) Singles. Ich freue mich verkünden zu dürfen, dass es auch über diese zwei Songs nichts wirklich neues zu erzählen gibt – die sind einfach zwei weitere makellose Meisterstücke der melodischen Post Punk und Power Pop mit klaren Echos von Buzzcocks, Television Personalities, Mekons, Desperate Bicycles und noch vielen weiteren Artefakten aus der überwiegend britischen DIY Punk-Vergangenheit.

Nick G – Broken

Diese nette EP von Nick G plus Peripherie aus St. Louis, Missouri transportiert sieben mal düsteren aber ebenso melodischen, deutlich Song-basierten Post Punk – zugegebenermaßen nicht die originellste Sache heutzutage aber auch keineswegs langweilig oder vorhersehbar, immer solide konstruiert. Ein definitiver Leckerbissen etwa für Freunde von Criminal Code, Public Eye, VHS, Sievehead or Bruised… und gelegentliche Spuren von Trauma Harness oder The Estranged gibt es auch zu bewundern.

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Noch ’ne Runde Boozy…

Ein wie gewohnt hochwertiger Batzen von neuen Siebenzöllern und sogar eine CD von Italiens zuverlässiger Garage Punk-Institution Goodbye Boozy Records.
Bei Tee Vee Repairman handelt es sich mal wieder um ein Projekt von Ishka Edmeades, den ihr vermutlich schon von so Hausnummern wie Satanic Togas, Set-Top Box, Research Reactor Corp., Gee Tee, Remote Control, Mainframe kennt… der Typ hat gefühlt in 90 Prozent des erweiterten Warttman-Kosmos seine Finger drin. Sagen wir mal, der Typ war in den letzten Jahren eine echte Bank in diese Blog und wird sicher noch öfter auftauchen, denn alles was der anfasst transformiert spontan zu purem Garage Punk- und Power Pop-Gold.
Ein deutlich anderes Biest ist da die 7″ von Wayne Pain & The Shit Stains – eine simple und schön dumme Attacke des ausgesprochen oldschooligen Garage Punk mit dem gewissen Rockabilly-Einschlag.
Von letzterem haben auch Qinqs etwas abbekommen, allerdings riecht das bei denen weniger nach Cramps sondern mehr nach The Fall – The Great White Wonder hätte man passender mit How i re-wrote Elastic Man betiteln können aber auch jüngeres Zeug á la Shark Toys, Ex Cult, Parquet Courts oder The UV Race steckt da irgendwie mit drin.
Die neueste EP der Mysteriösen Zoids ist auch mal wieder ein liebenswert schrulliges Machwerk des so exzentrischen wie minimalistischen Electro-/Space-/Garage Punk geworden dessen Vibe einiges von Suicide-meets-Metal Urbain / Dr. Mix and the Remix an sich hat. Und ja, fickt Vinyl. Die Zukunft gehört der Compact Disc Bro.
Die Tracks von Dadgad auf einer Split-EP bilden dann die perfekte Überleitung vom erwähnten Space Punk hin zu den Songs von noch so ’nem anderen üblichen Verdächtigen der hier auf den namen Zhoop hört… aber sicher auch als Feed, Djinn, Brundle oder was auch immer ein Begriff ist. Mir doch egal, ist alles geiler Scheiß.

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Légumes Sex – LPette

Ein übefließendes Fass des Vergnügens, die neueste LP(ette) eines Duos aus Montreuil, Frankreich. Darauf erzeugen die einen Mix aus Garage Punk, oldschooligem Indie Rock, Fuzz- und Jangle Pop, der an eine ganze Reihe mehr oder weniger aktueller Bands erinnert wie Dumb Punts, Woolen Men, Hermetic, Landlines, The Exbats, Tape/Off… oder vielleicht eine bodenständigere Variante von P.S. I Love You sowie an alte Indierocker á la Archers Of Loaf und Superchunk. Leztzendlich stellt die Platte auch mal wieder bestens unter Beweis, dass wer ausreichend hartnäckige Melodien zu liefern versteht, gar kein großes Spektakel auffahren muss.

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Nag – Human Coward Coyote

Eine neue Mini-LP der Post Punk-Naturgewalt Nag aus Atlanta – inzwischen weiß man ja ziemlich gut was einen erwartet und das geht auch voll okay, denn immer noch gibt es nicht viele andere Bands wie sie. Auch wenn die rohen Zutaten ihres Sounds so alt sind wie das Genre selbst, hat ihre Vision davon doch eine ganz eingenständige Qualität – in manchen Aspekten so minimalistisch wie man gerade noch ungestraft mit davon kommt und dann doch sehr kunstvoll und durchdacht an anderen Stellen wo es am meisten drauf ankommt, dazu noch ein gelegentlicher Hauch von Psychedelia und alles vorangetrieben mit unnachgiebig räudiger Wucht.

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Klint – Guilty

Noch mehr gutes Futter vom Synth-/Electro Viking Punk-Maestro Klint auf einer schnieken Compilation, die neben dem digitalen Release auch in Form wiederverwerteter Kassetten ein neues Zuhause sucht – dem kann ich natürlich nur applaudieren! Hier haben wir also eine Mischung aus altem Scheiß den ihr vielleicht schon kennt, altem Scheiß den ihr vermutlich noch nicht kennt und neuem Scheiß, den ihr definitiv noch nicht gehört habt. Oh, und obendrein wäre da noch die Angelegenheit um ein paar lange verschollen geglaubte Wachszylinder zu erwähnen, wunderbar roh und ungehört seit ca. 1904-1912. Krank!

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Body House – Hose Man

In der gegenwärtigen Noise Rock-Landschaft bin ich etwas schwer zu begeistern aber diese Band aus Los Angeles wickelt mich spielend um den Finger mit einer Herangehensweise die an ein Big Black-mäßiges Level des dissonanten Lärms herankommt und gleichermaßen an alte Haudegen á la Distorted Pony, Bastro, Drunks With Guns erinnert. Außerdem auch an jüngeres Zeug wie Spray Paint… oder vielleicht an eine sehr fokussierte Inkarnation von Multicult, vorangetrieben von hartnäckigen Grooves aus der Gang of Four-Zauberkiste.

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Witch Piss – Tape 1

Eine kurze und schmerzlose Attacke aus Garage- und Synth Punk, gleichermaßen catchy und schreddernd, von einer Band oder Person aus Simi Valley, Kalifornien. Das hat durchaus einiges von so Genre-Hausnummern wie S.B.F., The Gobs, Slimex, Ghoulies, Quitter oder C.H.I.M.P – neben vielen anderen – und muss sich dahinter auch keineswegs verstecken.

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Itches – Kingdom Upstairs

Die neueste EP dieser Band aus Antwerpen ist ein einwandfrei losgehender Arschtreter aus Grundzutaten des tendenziell eher traditionellen, aber dankenswerter Weise immer solide konstruierten Garage Punks, fest verankert in durchweg exzellenter Song-Substanz mit dem gewissen British Invasion-Flair á la Resonars, ansonsten auch nicht ganz unähnlich zu Bands wie Dadar, Shitty Life, Mitraille, Big Baby oder Sauna Youth.

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