Midgee & Electric Prawns 2 – Split

Neuer Scheiß von Midgee? Super, da nehm ich zwei von. Oh, und neue Songs von Electric Prawns 2 obendrein? Halts Maul und nimm mein Geld! Midgee aus Melbourne beweisen sich hier erneut als eine sichere Bank für Fans von verspulter Synth-/Garage-/Eggpunk-Qualität im Fahrwasser von so Bands wie Prison Affair, Nuts, Set-Top Box oder Beer. Ungleich ambitionierter und variabler kommen dann die vier Songs der Garage-Sensation Electric Prawns 2 aus Moffat Beach rüber, wobei sie sich hier überwiegend auf der sonnigen Seite ihres musikalischen Spektrums bewegen in einem saumäßig eingängigen Bündel von kompakten Smashern die unter anderem ähnliche Tugenden und Qualitäten aufweisen wie man sie etwa auf den Jüngsten Billiam-Veröffentlichungen oder manchen Alien Nosejob-Platten vermuten würde.

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Piss Wizard – Piss Wizard 4

Die vierte EP von Piss Wizard aus Melbourne vereint ihre bislang am wenigsten schrottigen Produktionswerte mit ihrem stärksten Bündel neuer Tunes soweit, in ihrem patentierten und abartig rohen Mix aus Fuzz- und Hardcore Punk mit Garagengeschmack, den sie darüber hinaus noch mit reichlich Surf-Twang, Rockabilly-Gitarrenleads und Noise-verseuchten Texturen ausstatten. Der Scheiß kommt so kränklich, stinkend und hochansteckend rüber dass es ein einziger perverser Spaß ist.

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Knee – Knee

Die Debüt-EP dieser Band aus Brisbane entzückt mit vier energischen Detonationen aus schnörkellosem Garage Punk/-core, einem Hauch von Death Rock im ersten und letzten Track, einen deutlichen Protopunk-Unterton und einem konstanten Einfluss von '70er/'80er Cock Rock - eine etwas unwirkliche Mischung die mich besonders an so Bands wie Cement Shoes, Golden Pelicans, Tarantüla, Flea Collar, Polute und das frühe Zeug von Electric Chair erinnert.

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The Idgets – Demo’d

Wertiger Scheiß von einer Band aus Salt Lake City, Utah auf ihrem zweiten Tape. Ausgefuzzter Lo-Fi Hardcore Punk, dessen raubeinige Eigenheiten etwa prädestiniert erscheinen für einen Kassettenrelease auf Impotent Fetus oder Deluxe Bias mit gewissen oldschool Westküsten-Tendenzen ebenso wie einem roh polternden KBD-Vibe, ein paar Exzentrizitäten á la Flipper und Broken Talent und ansonsten auch einer gewissen Nähe zu aktuelleren Bands von mehr Garage-mäßigen Acts wie wie Launcher, Liquid Assets und Freakees bis hin zu Hardcore-Artefakten der Sorte Insane Urge, Youth Regiment, Motor Corp und Tupperware.

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The Dumpies – Gay Boredom

The Dumpies aus Astoria, Oregon sind schon eine Weile unterwegs und waren von Anfang an eine durchweg liebenswerte Angelegenheit, aber haben meines Erachtens erst vor kurzem einen gewaltigen Qualitätssprung signalisiert in Sachen Energie, stilistischer Vielfalt und Songwriting-Potenzial mit ihren Songs auf der Split EP mit Night Court (von denen die meisten hier nochmal vertreten sind). Ein Versprechen, das sie ohne Zweifel einlösen auf dieser unglaublichen neuen LP, auf der sie endlose Iterationen durchspielen von Powerpop-infiziertem (Garage-)Punk, melacholischen Indierockern und auch zahlreichen Attacken von quergedachtem Hardcore Punk in einem einzigen, bemerkenswerten Ausbruch von ungezügelter Kreativität, krudem Humor und exzentrischen Fixierungen. Da ist nicht ein Partikel von Füllmaterial in diesen satten 19 Songs, von denen keiner sein Ziel verfehlt.

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Corker – Hallways Of Grey

Die vorherige LP dieser Band aus Cincinnati, Ohio, die obendrein einige Mitglieder von The Drin mit an Bord hat, war ja schon ein herausragendes, wenn auch nicht so wahnsinnig originelles Post Punk-Album, aber auf ihrem zweiten Langspieler erklimmt die Band nochmal ein ganz neues Level - alles an diesen Songs und Arrangements wirkt fokussierter, aufwendiger und bewusster konstruiert als zuvor. Das überwältigende Gedränge des Vorgängers weicht hier einer neuen Klarheit, präzisen Strukturen und einem bislang ungehörten Sinn für Melodie und Melancholie, insbesondere in Distant Dawn, Dependency und Nothing in None. Im großen und ganzen ist das hier ein ähnlicher Quantensprung wie das jüngste Marbled Eye-Album, auf dem sehr ähnlich eine bereits herausragende Band die Limitierungen ihres jeweiligen Genre-Umfelds transzendiert und genau deshalb fühlt es sich jetzt auch etwas billig und reduktiv an, Referenzen aufzuzählen aber um der Orientierung willen sag ich jetzt trotzdem mal so: Der Scheiß ist absolutes Pflichtprogram für Freunde von so Zeug wie den erwähnten Marbled Eye, Waste Man, Negative Gears, Rank/Xerox, Tube Alloys, Nag, VR Sex und Public Eye.

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Outside View – Outside View

Dieses vorzüglich Popo tretende Debütalbum von Brian Alchamaa aka Outside View aus Austin, Texas hat ein sattes all-killer-no-filler 15-Song-Paket für uns auf Lager aus teilweise Synth-veredelten, geringfügig Richtung '77 tendierenden Garage-Ohrwürmern, von denen einige an den Simplizismus von Buck Biloxi, The Spits, Bart and the Brats erinnern, andere hingegen an die glitzernden Hymnen von so Bands wie Why Bother?, Deletions, Digital Leather und Lost Sounds.

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Metro – Modern Art

Na das ist ja mal ein bemerkenswerter Scheiß hier! Auf ihrer Debüt-EP kreieren diese Schweden eine Machart des monotonen oldschool Post Punk die zwar mal echt nichts neues erfindet, aber dafür ohne Mühe in allem brilliert, was diese Band anfasst in einer Ästhetik, die sich gleichermaßen geradlinig, elegant und meisterhaft vorangetrieben gibt. Das hat ein bisschen was von Wire, MX-80 und Crass bezüglich der alten Haudegen, und von Nag und Institute in jüngerer Zeit... und auch einen Hauch von The Estranged kann man dem letzten Track Empty & Blue bescheinigen. Ausgesprochen einfach gestrickt und so verdammt gut ist das!

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1-800 Mikey – Digital Pet

Nach der Debüt-LP, einem überfließenden Fass von purem Power Pop-Spaß dieses Australiers, der auch in so hochgeschätzten Bands wie R.M.F.C. und Gee Tee mitmischt, transportiert sein neuestes Album mehr vom gleichen guten Stoff aber zeigt gleichsam auch ein Wachstum als Songwriter und eine neue Liebe zum Detail. Wo auf dem Vorgänger die Songs stellenweise noch etwas gleichförmig und klinisch klangen, strahlen seine Songkünste hier umso heller und vielfältiger, wozu auch eine durchweg angemessene Produktion beiträgt (nicht zuletzt: echtes Schlagzeug statt Drum Machine), die genau die richtige Balance trifft zwischen Dreck und Feinschliff um seine simplen Garage-/Fuzz Pop-Melodien vor Freude und Energie Funken sprühen lassen.

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Coded Marking – Coded Marking

Die sechs Songs auf der Debüt-LP dieser Band aus Leeds lassen sich reichlich Zeit um die Grooves und Texturen ihres kühl-analytischen Post Punk einwirken zu lassen in stetig ausufernden, leicht krautigen Endlosschleifen, die sie hier in eine spezielle Form gießen, welche mich einerseits an so Richtung Postcore und Noise Rock tendierende Acts wie John (timestwo), Metz, Cool Jerks und frühe Greys erinnert, gleichermaßen aber auch etwas von Post Punk-Bands á la Criminal Code und The Cowboy hat. Ganz besonders sehe ich da aber noch eine geistige Verwandtschaft zu der kürzlichen Machiavellian Art-LP, von der diese Songs sich in etwa als eine beschleunigte und entschlackte Variante begreifen lassen.

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