Pirouette – Pirouette

Diese Band aus Los Angeles tritt selbstbewust einen ordentlichen Sturm los unter Verwendung von relativ ökonomischen Mitteln. Die fünf Geschosse dieser EP klingen ein bisschen so wie ich es mir vorstellen würde, wenn man eine primitivere Variante der erdigen, noise-lastigen Post-/Garage Punk-Hybriden von The Cowboy und Flat Worms mit einer ordentlichen Ladung von Gun Club- und Feedtime-inspiriertem Blues- und Cowpunk fusioniert. Das Resultat, wie ihr es euch wohl schon gedacht habt, fügt den genannten Genres absolut nichts neues hinzu aber nutzt die vorhandenen Ressourcen effizient um kein einziges mal sein Ziel zu verfehlen.

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Negative Gears – Moraliser

Negative Gears aus Sydney haben sich gute fünf Jahre Zeit gelassen mit dem Nachfolger zu ihrer ausgezeichneten 2019er EP, auf dem sie sich jetzt in einer noch mal deutlich dunkleren, eiskalten Vision präsentieren, eingehüllt in bemerkenswert gereifte und ausgefeilte Kompositionen und Arrangements. Vergleiche zu so US-Bands wie den frühen Institute, Rank/Xerox, Criminal Code and Nag sind immer noch halbwegs richtig, aber ganz besonders meine ich diesmal eine starke Seelenverwandtschaft zu dem in Berlin lebenden Duo Dead Finks und dessen Vorläufer, der neuseeländischen Band Trust Punks zu erkennen. Songs wie Pills und der Opener Negative Gear beinhalten wiederum einige der Kennzeichen von einschlägigen britischen Hausnummern wie Girls In Synthesis und Sievehead, während in ruhigeren Momenten wie Ants und Zoned durchaus einiges von der Melancholie und Eleganz der letzten Marbled Eye- oder Tube Alloys LPs mitschwingt.

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Monda – VIII

Der Nachfolger zum erst kürzlich erschienenen Opus Stiff Jumbo der Band aus Totowa, New Jersey, welcher aus nicht weniger als vierzig unter einer Minute langer Punk-Miniaturen bestand, kommt jetzt als eine etwas herkömmlicher wirkende Sammlung eingängiger Tunes rüber, die sich irgendwo in einem Klangspektrum aus Garage Punk, Noise Pop und oldschooligem ’80er/’90er Indie Rock positionieren. Was sich aber kein bisschen geändert hat ist die bemerkenswerte Stärke und Konsistenz dieser Lieder, deren überdurchschnittliche Songwriting-Skills kein einziges mal versagen. Der Scheiß hier ist locker auf einem gemeinsamen Level mit so hochgeschätzten Kalibern wie Vaguess, Booji Boys, Datenight, Bad Sports, Vacation, Teen Line, The Wind-Ups and Bed Wettin‘ Bad Boys.

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Showroom Dummies – Showroom Dummies

Die jüngste EP dieser Band aus dem kanadischen Winnipeg erfreut mit vier exzellenten Sprengungen nahe dem roheren Ende des Garage-/Fuzz-/Synth Punk-Spektrums, verschönert durch eine komplett irre und entgleiste Gesangsperformance. Das ist mal eine sichere Wette als potenter Crowdpleaser-Rundumschlag für Freunde von so Zeug á la The Gobs, 3D and the Holograms, Ghoulies, Daughter Bat and the Lip Stings und Factory City Children, gipfelt letztendlich in einer wuchtigen Hardcore-Entladung die dann wiederum Vergleiche zu so Bands wie Witch Piss, Spewed Brain and Geoduck Diodes assoziiert.

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Assistert Sjølmord – Assistert Sjølmord

Hardcore Punk aus Oslo, Norwegen, der aus der Masse heraussticht mit einer rohen Garagenkante in ihren einerseits simplen und geradlinigen aber zweifellos auch eleganten und gut ausbalancierten Punk-Attacken, sowie einer ungebremsten Wucht des gerechten Zorns, den hier eine ordentlich koffeinierte Frontfrau rausbläst. Alles in allem hat das etwas von einer reduzierteren, schnell-und-lose spielenden Variante der Schweden Vidro, verschweißt mit einer großzügigen Dosis von Judy and the Jerks obendrein.

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Smooth Brain – Demoted

Wow, das kam jetzt mal unerwartet. Diese Band aus Cleveland, Ohio, die sich Mitglieder unter anderem mit Cruelster, Knowso und Perverts Again teilt, hatte ihre letzte EP bereits im August 2013 veröffentlicht, nur eine Handvoll Monate bevor dieses Blog hier seinen Lauf nahm. Hier ist also plötzlich ihre dritte 7″ bisher und nimmt die Fäden ziemlich genau da wieder auf, wo sie vor über zehn Jahren liegen geblieben sind, serviert uns fünf neue Paradebeispiele von ultra-straighten, eingängigen Garage Punk-Explosionen die, von den zuvor genannten Bands, wohl am ehesten den schnörkellosen Punkattacken von Cruelster ähnelt.

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Rider/Horse – Matted

Was vor ein paar Jahren zuerst seinen Lauf nahm als ein Duo angeführt von Spray Paint’s Corey Plump, ist jetzt zu einem vollen Band-Lineup angewachsen und markiert einen weiteren Schritt der New Yorker zu einer etwas luftigeren und organischen Klangästhetik, die auch mehr noch als die zwei bisherigen Platten an Plump’s alte Band erinnern, besonders an die elektro-lastige späte Phase. Dabei bleibt es aber keineswegs bei einem faulen Aufguss vergangener Zeiten, sondern sein patentiert dissonantes Gitarrenspiel vermengt sich hier auf eine einzigartig natürliche Art mit einer Fülle an sowohl organischen als auch elektronischen Sounds zu einer Ästhetik, die einerseits starke Industrial-Vibes versprüht, dabei aber paradoxerweise auch immer eine erstaunlich warme und verspielte Qualität aufweist.

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Subdued – Abattoir

Starker Anarcho Punk-Scheiß aus London, der sich weitgehend einer genaueren Kategorisierung verweigert und das ist ja sowieso immer der aufregendste Punkscheiß. Aufgenommen bei D4MT Labs in New York, hat das auch tatsächlich eine flüchtige Ähnlichkeit zu dessen bekanntestem Export Kaleidoscope und ferner vielleicht auch ein bisschen was von Straw Man Army. Gleichermaßen gehören aber auch so so Bands wie frühe Bad Breeding, Acrylics und Daydream zu den ersten Referenzen, die mir spontan in den Sinn kommen.

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Shament – Shament

‚Ne spielend artschtretende Debüt-EP kommt von dieser Band aus Oslo, die hier ein Spektrum abdeckt vom sägenden Hardcore Punk des Openers Ritalinbjørner hin zum fuzz-beladenen, halsbrecherischen Garage Punk von Laserkrieg, durch den eine ähnliche Energie fließt zu so Bands wie The Gobs, Kid Chrome und S.B.F.. Stygg Bebi tritt dann einen leicht Dungeon-mäßigen Eggpunk-meets-Deathrock-Vibe vom Stapel, der mich z.B. an Powerplant, Kerozine und die ebenfalls aus Norwegen kommenden Molbo erinnert. Letztere Tendenz findet dann ihren Höhepunkt im abschließenden Track Shament, einer griffigen Hymne aus purer Goth-angehauchter Post Punk-Zuckerwatte mit einem gewissen Black Metal-Anstrich im Finale. Fickt mich, ist das mal starkes Zeug!

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Criminal – Duke Of Oi!

Ohne Zweifel, das ist mal absolut ernstgemeinter Oi!-Scheiß hier, könnte aber gleichzeitig kaum weiter von den etablierten Konventionen des besagten Genres entfernt sein und bedeutet auch für die Band eine scharfe Abkehr von ihrem (meines Erachtens wenig bemerkenswerten) früheren Output. Vielmehr tut sich diese Platte für mich als eine willkommene Ergänzung im noch sehr jungen und diffusen Dungeon Punk-Kanon hervor, ein bisschen so wie eine simplifizierte Inkarnation von Poison Ruïn klingen könnte, die den Post Punk-Faktor links liegen lässt und stattdessen mit Schmackes die Oi!-Kanone betätigt. Dazu kommt dann noch ein Sänger, der so eine Art True Metal Frankie Stubbs-Klon aus einer alternativen Realitätsebene zu channeln scheint und fertig ist ein neues Bündel an beherzten Kampfhymnen über das zerschlagen erdrückender Ungerechtigkeiten aus gerechtem Zorn und mit primitiven, stumpfen Waffen.