Die zweite EP dieser Band aus Antwerpen, die auch mindestens ein Mitglied von Itches zu den ihren Zählt mit weiteren Connections zu Star Visistors und The Queefs, transportiert ihre ursprünglich etwas schlichtere Garage Punk-Formel in ein geringfügig ausgefeilteres und polierteres Klangbild, dem ein bisschen was von einem Vintage Crop-, Patti-, Reality Group- und Yammerer-Vibe innewohnt. Gleichermaßen weht hier aber auch immer noch der Geist von so Euro-Acts wie Dadar oder Shitty Life mit und nicht zuletzt auch so US-Bands des vergangenen Jahrzehnts á la Shark Toys, Ex-Cult und Tyvek. Also klar, hier passiert nicht viel neues oder bahnbrechendes, dennoch ist dabei jede Menge dementer Spaß zu haben mit dieser neuen Sammlung von durchweg kompetenten und solide konstruierten Garagenkloppern.
Der Nachfolger zur tollen letztjährigen EP der Band aus Cincinnati, Ohio versucht gar nicht zu fixen was nicht kaputt ist und liefert stattdessen einfach kurzangebunden vier neue Schläge von dem gleichen großartigen Scheiß ab, der sich aus Elementen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk zusammenfügt und mich auf die eine oder andere Art an so unterschiedliche Bands wie Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids and Knowso, De()t, Toy Brigade oder Nervous Tick and the Zipper Lips erinnert.
Fünf irrsinnig ansprechende neue Knaller aus geradlinigem Garage Punk von schon wieder so einer belgischen Band, die hier tadellos eine schnörkellos-simple Strategie ausführt und Tugenden von so europäischen Bands wie Itches, Mitraille, Dadar und Shitty Life mit den verschachtelten Grooves etwa von frühen Uranium Club, Dumb und Reality Group verquickt und als angemessenes Gegengewicht noch Anklänge an Acts am räudigeren Ende des Garage-Spektrums wie Easers, Crisis Man, Cruelster und Curleys beinhaltet.
Garagenfreak Reckless Randy aus New Jersy fiel mir zum ersten mal so richtig mit der netten selbstbetitelten ’22er LP auf und hat daraufhin im letzten Jahr noch eine weitere ausgesprochen starke EP nachgeliefert. Auf dieser neuesten (mini-) LP legt er noch einmal ordentlich einen drauf und präsentiert uns seine fraglos ausgereifteste Veröffentlichung bisher. Am besten lässt sich jenes Wachstum anhand der handvoll Tracks illustrieren, die wir bereits von früher kennen und die hier rundum erneuert und kräftiger als je zuvor auf die Scheiße hauen. Ein hochdosierter Koffeinkick ist das aus extrem Ohrwurmverdächtigem Garage- und Synth Punk, der irgendwo zwischen den Klangparametern der frühen The Spits-Schule, Die TV (welcher offenbar auch schon mal für die Drums auf Randy’s früheren Veröffentlichungen verantwortlich zeichnete), Sick Thoughts, Buck Biloxi und Kid Chrome alterniert.
Ziemlich genau sechs jahre nach ihrer Debüt-EP bekommen wir endlich neuen Scheiß von The Hammer Party aus Houston zu hören, der jetzt leider auch ihren Schwanengesang darstellt. Oder genauer gesagt, hat sich die Band wohl schon vor einigen Jahren aufgelöst und das hier sind ihre letzten Aufnahmen, die jetzt neu gemischt ihren Weg auf Bandcamp gefunden haben und eine Band auf der Höhe ihres Schaffens dokumentieren. Ihre Songs haben darauf stark an einer erdigen und düsteren Qualität zugelegt, einer ganz neuen Öl- und Dreckschicht die besonders stark bei jenen Songs auffällt, die bereits auf ihrer ersten LP vertreten waren. Ebenso wenig fehlt es hier an kraftvollem Antrieb und fesselnden Hooks, wozu beispielhaft mal der Doppelschlag von Antidepressants und E.M.B.R.Y.O. dienen mag, in welchen ein volles Maß an folkigem Geschrammel die Basis bildet für eine beeindruckende Explosion eingängiger Melodien. Wie schon zuvor finde ich darin eine ähnliche melancholische Qualität zu so Bands aus dem Mothers Milk/Wymyns Prysyn/Uniform-Umfeld, aber in anderen Momenten erscheinen mir auch Vergleiche zu Sievehead oder frühen Low Life nicht ganz abwegig.
Was gibt es noch neues zu sagen über Pisse? Das schlechte Gewissen des deutschsprachigen DIY Punk hat mal wieder einen Batzen exzentrischer und wie immer ausgezeichneter neuer Songs in ihrer einzigartigen Fusion aus gleichermaßen angepisstem und quirligem Post-, Garage- und Synth Punk wie üblich ohne großes Getöse bei Bandcamp abgeladen und bald™ soll das ganze dann auch als LP via Phantom Records zu bekommen sein.
Seit der schon durchweg schmackhaften selbstbetitelten EP im letzten Jahr hat diese Band aus Los Angeles definitiv sehr fleißig ihre Operationen konsolidiert und gestrafft, was sich hier in einer noch mal deutlich kräftigeren, konzentrierten Attacke ihres elektrifizierten Punklärms äußert, der sich irgendwo zwischen den Parametern von Garage-, Hardcore- und Eggpunk bewegt und auf mich wirkt wie ein unförmiger Frankensteinbastard, für den etwa die rohen Gewalten von Arse und 2 Stroke verschweißt werden mit dem Noise-/Fuzz-/Garage Punk von S.B.F. und was auch immer der berüchtigte Zhoop/Djinn/Brundle/RONi/etc…-Komplex gerade wieder auf dem Kerbholz hat.
Die zweite EP dieses Berliner Duos knüpft genau an der Stelle an, wo ihr Vorgänger aufgehört hat, bringt aber auch ein paar graduelle Verfeinerungen mit in ihrer Zelebrierung des repetitiven Synth Punk, der einerseits einige der Kernzutaten von so alten Haudegen wie Screamers, Units, Visitors, Nervous Gender, Minimal Man und den unvermeidlichen DAF vereint und bis auf die Knochen herunterkocht, andererseits aber auch ein stark krautig-motorisches Fundament hat über welchem deutlich der Geist von Conny Plank schwebt. All das fließt hier zusammen zu einer seltsamen Art von Krautrock-Suicide aus einem alternativen Realitätszweig.
Die New Yorker Band wartet nach ihrem brillianten ’23er Demo mit einer nicht weniger berauschenden neuen digitalen Single auf, deren zwei Songs definitiv zu wenig sind, um meinen Durst zu stillen nach mehr von ihrem in tiefste Melancholie getränkten Post Punk, den sie zu weit offenen Klanglandschaften auszuweiten verstehen mit filigran und komplex strukturierten Songfundamenten unter einer dichten Oberfläche reich an farbenfroh glitzernden Texturen und Details. Wie schon anlässlich ihres Demos kommen mir als naheliegendster Vergleich die Stadtnachbarn Straw Man Army in den Sinn, aber da verbergen sich auch noch ganz andere Elemente drin, insbesondere im zweiten Track Onde Eu Estou?, das einen sehr folkigen Unterton beinhaltet welcher mich gleichermaßen etwa an Angst erinnert wie auch an jüngere Bands wie die Neuseeländer Trust Punks oder deren in Berlin bestehende quasi-Nachfolgeband Dead Finks.
Nach der schon äußerst neugierig machenden Teaser-EP von einigen Wochen bekommen wir jetzt endlich das Langspieldebüt der Dungeon Punk-Zauberer aus Karlsruhe in voller Länge zu hören und meine Fresse, fegt das mal alles weg! Die Mischung aus Neuaufnahmen von Songs, die bereits vom letztjährigen Demo geläufig sind und absolut ebenbürtigem neuem Material wird hier zu einem atemlosen Ritt verwebt, dessen maximal schmuddelige und verhallte, zwischen lo- mid-fi rangierende Produktion, die ein bisschen so klingt als hätte man Dreck in irgendeinem Parkhaus aufgenommen, hier einfach so perfekt sitzt wie Arsch auf Eimer. Da gibt es tonnenweise funkelnder Psychedelia zu verorten im Opener Locket, simple und primitive Protopunk-Energie in Tear It Up, während Songs wie As Loud As Me und My Dawn mit unerwartet melodischen Lichtblitzen daherkommen, was im letzteren Fall durchaus etwas an die frühen The Men erinnern mag. Den Kontrast dazu setzen die beiden Hardcore-meets-Motörpunk-Attacken in Give Me Beat und All This Heat sowie die oldschool Sabbath-Überreste, die sie etwa in Suppression mit einer guten Ladung an Space Rock-Exzess á la späte Destruction Unit verschweißen. Die Dungeon Punk-Hymne Fomo Boy hat natürlich immer noch die gleiche Zerstörungskraft wie wir sie auf dem Demo erlebt haben und der darauf folgende neue Track Inte Mer Hem folgt ganz nahtlos in dessen Fußstapfen. Fickt mich, geht die Scheiße ab!