The Gotobeds – Poor People Are Revolting

gotobeds

Das Texanische Label mit dem besten Namen hat kürzlich gleich zwei herausragende Tonkonserven abgesondert. Die erste davon kommt von den Gotobeds aus Pittsburgh. Die musikalischen Referenzen lesen sich wie ein who is who der letzten vierzig Jahre Punk- und Indierockgeschichte. Am offensichtlichsten erinnert das an die zugänglichsten Werke von Sonic Youth, manchmal vermischt mit einer kleinen Note von Pavement-Geschrammel. Auch zum schlauen Rock-Dekonstruktivismus von Wire oder Mission of Burma lässt sich hier der Bogen schlagen. Und erinnert sich hier noch wer an die britischen Artpunker Ikara Colt aus der frühen Nullerjahren?
In Kurzform: Genau meine Tasse Tee. Die Songs brauchen sich auch nicht hinter den großen Namen verstecken; das ist ein ausgefuchstes Stück treibender Rock’n’Roll und ein Highlight jagt das nächste auf dieser Platte.



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Power Buddies – Power Buddies

power buddies

Ausgezeichnet abgefucktes Tape dieses Garagenduos aus dem kanadischen Edmonton. Das erinnert manchmal an abgehangenere Gun Club, aber darüber hinaus haben sie auch ein gutes Gespür für soulige Powerpop-Hooks. Auch ein wenig psychmäßig darf’s mal werden. Das ganze rotzen sie dann ohne viel Rücksicht auf technische Feinheiten, aber mit jeder Menge ungestümem Vorwärtsdrang auf den Proberaumboden.


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The GoatMan Original Soundtrack – Performed by the Unseen

Goatman
Heute mal eher untypische Kost hier. The GoatMan, ein britischer Horrorstreifen aus dem Jahr 1973 des unbekannten Regisseurs Simon Grundig. Sämtliche Filmkopien gelten seit langem als verschollen und nur gelegentlich meinen sich ein paar Leute in obskuren Diskussionsforen an die TV-Ausstrahlung des Films zu erinnern. Hier und da behauptet auch jemand noch eine VHS-Kopie zu besitzen, aber bisher ist noch kein Bildmaterial an die Öffentlichkeit gedrungen.
Vor geraumer Zeit tauchte dann irgendwo eine Kopie der ebenso verschollen geglaubten Soundtrack-LP auf und wurde zuerst als limitierte CD wiederveröffentlicht. Jetzt macht das Blog/Label The Active Listener dieses erstaunliche Tondokument, für welches das nicht weniger mysteriöse Experimentalduo The Unseen verantwortlich zeichnete, dankenswerter Weise allen interessierten auf Bandcamp zugänglich.
Auf ihrem persönlichen Blog versuchen die glücklichen Finder der LP die mysteriösen Ereignisse um den Film und die tragisch verunglückte Crew zu rekonstruieren.

Werden wir gerade so richtig verscheißert? Findet es selbst heraus! ;-)
Aber nehmt euch in Acht: Man sagt, hier wären finstere Mächte am Werk und so mancher, dessen neugierige Nase zu tief in diese Angelegenheit reinguckte, wurde seither nicht mehr gesehen.




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Fat Creeps – Must Be Nice

fat creeps

Diese Band aus Boston spielt eine recht eigenwillige und wandlungsfähige Form entspannten Indierocks. Ob straighter Punkrock, verträumt-psychedelische Ausreißer, garagiger Surfpop oder leichte Anflüge von Postpunk; all das schüttelt das Trio souverän aus dem Ärmel und macht sich dabei noch des einen oder anderen Ohrwurms mitschuldig.


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Bloody Knees – Stitches

bloody knees

Neue EP der Band aus Brighton und ein gewaltiger Sprung nach vorne, verglichen mit der im Frühjahr erschienenen Splitsingle mit Birdskulls. Das ist melodischer Mittneunziger-Punkrock mit leichtem Emo-Einschlag (Jawbreaker lassen grüßen…), aber auch mit ordentlich Dreck unter den Fingernägeln und deutlicher Grunge-Kante. In der aktuellen Musiklandschaft positioniert sie das wohl in komfortabler Reichweite zu Pale Angels oder Weak Nerves.


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Halt Ever – Body Limits

halt ever

Toller melodischer Krach aus Melbourne. Freunde von The Estranged dürften sich hier gut aufgehoben fühlen. Desweiteren klingt das hier in etwa so als hätten jene ihren melancholischen Postpunk mit dem ausgeprägten Goth-Vibe von Criminal Code verschmolzen und sich auch ein paar Scheiben von Hüsker Dü’s eindringlichen Hooks und – vor allem zum Ende der Platte hin – von J. Mascis‘ prägnanten Gitarrenleads abgeschnitten.


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The Hobbes Fanclub – Up At Lagrange

the hobbes fanclub

Das Shoegaze/Noisepop/C86-Revival der letzten Jahre ist ja mal ziemlich schnell ausgebrannt und den Weg aller kurzlebigen Indie-Hypes gegangen. Und ausgerechnet jetzt kommt da so eine Band aus Bradford dahergelaufen, die so tut als wäre diesbezüglich in den vergangenen fünf Jahren gar nix passiert. Somit weiß diese Platte dem Genre auch nicht viel neues hinzufügen, erinnert einen aber mal wieder daran wie viel Spaß dieser uralte Krempel immer noch machen kann, wenn die Songs und der Drive stimmen. War auch mal nötig in Zeiten, in denen die Köpfe mitverantwortlicher Protagonisten wie etwa The Pains Of Being Pure At Heart längst bis zum Hals in ihren eigenen Arschlöchern versunken scheinen.

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Giggly Boys – .

giggly boys

Proto-Protomartyr? Könnte so hinkommen, denn über weite Strecken klingt diese EP der New Yorker Giggly Boys etwas nach einer garagig-primitiven, weniger ausformulierten Version der erwähnten Postpunker aus Detroit. Ebenfalls mit an Bord: eine ausgeprägte Vorliebe für psychedelische Drones á la Disappears oder Destruction Unit, bezüglich letzterer jedoch eher wie eine entspannt-bekiffte Abart davon.


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