Dumbells – Up Late With

Der neueste Release auf dem konstant brillianten Total Punk-Sublabel Mind Meld ist erneut ein erstaunliches Unikat von den äußeren Rändern des erweiterten Garage Punk-Universums, erschaffen von einer Band aus Sydney, die unter anderem Mitglieder von Shrapnel, Gee Tee und Satanic Togas mit an Bord hat, wobei Schrapnel aber die offensichtliche Referenz hier sind angesichts dieser eleganten und vollendeten Kompositionen aus zeitlosem Art Rock, Jangle- und Power Pop mit vagen Echos etwa von The Soft Boys, The Bevis Frond, Television und nicht zuletzt auch von jüngeren Phänomenen wie z.B. Treehouse, Honey Radar, Good Flying Birds, Kitchen's Floor, Chronophage oder Violent Change.

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Nylon – Inflatable World

Nach einer kurzen, auf ihrer ersten EP dokumentierten Experimentierphase kam diese Band aus New Jersey mal so richtig in die Gänge auf einer Split-EP mit Operants und nachfolgend einer weiteren starken 2-Track Single. Ihr neuester Kurzspieler erhöht die Messlatte ein weiteres mal für ihren Mix aus Garage Punk und verwinkeltem Post Punk mit Egg-Zusatz, der hier so selbstbewusst und mühelos rüberkommt wie nie zuvor und an solche Boten des verspulten Chaos erinnert wie etwa Skull Cult, Pressure Pin, Trashdog, Checkpoint, Patti, Titanium Exposé, Reality Group, Big Bopper oder Belly Jelly.

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Null Tone – Kutt

Mehr althergebrachte, fuzzige (Garage-)Punk-Qualität von einer Band aus Oslo, die sich in etwa so abspult wie eine Inkarnation der frühen Sick Thoughts oder Bart and the Brats, die einen komplette Gedächtnisverlust erlitten hat bezüglich allem, was so grob nach '82 passiert ist. Der Scheiß funktioniert tadellos, weil das zugrundeligende Songmaterial an keiner Stelle schwächelt und auch die ausgezeichnete quasi-Coverversion von Devo's Mongoloid fühlt sich hier wie eine absolut logische und natürliche Maßnahme an.

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Rhoads – Idiopathic

Diese Band aus Thunder Bay, Ontario liefert hier eine durch und durch überzeugende Debüt-EP ab, auf der sie einen substanziellen Garage-Vibe mit Postcore der alten Drive Like Jehu/Hot Snakes-Schule vermischen zu einem explosiven Resultat, das mich etwa an die großartigen Wymyns Prysyn erinnert neben einer Reihe weiterer, unterschiedlich stark verwandter Phänomene á la Rifle, Dollhouse, The Hammer Party, Mutual Jerk, Postman, Nag und Kids Of Zoo.

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Z.O.L. – Zwei Oktaven Langsamer

Die Leipziger Szene schlägt mal wieder zu mit diesem netten kleinen Tape voll mit zeitlos-rumpeligem DIY Punk, der in etwa die Klangästhetik von S.Y.P.H. zu channeln scheint aber den Krempel erfolgreich in einen kontemporären Kontext verfrachtet, nicht ganz unähnlich zu so Zeug wie Narkose, Maske, Die Verlierer oder sehr frühen Pisse. Ganz unerwartet ist da aber auch noch eine leichte Unterströmung von The Gun Club vorhanden, die sich in so Songs wie Relax Like A Puu und ganz besonders Copy Man zeigt und dessen unerwartetem Slide Guitar-Einsatz.

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Snarewaves – Str8 From The Basement

Eine neue kurzspielende Dosis des klanggewordenen Wahnsins kommt hier mal wieder von dieser Ein-Mann-Band aus Lansing, Michigan und wer hätte es gedacht: Es ist erneut eine ganz entzückende Attacke aus chaotischem Synth-/Elektro-/Sample Punk der so stark durch den LoFi-Fleischwolf gedreht wurde, dass ich etwa im Opening Track nicht so genau weiß ob ich da jetzt eine Gitarre höre oder einen ramponierten Synth. Hochwertiges Futter also für Freunde von ähnlich verstörenden Geräuschen im Fahrwasser von Beef, ISS, Heavy Metal, Klint, Spyroids, R. Clown oder Kerozine.

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Beta Máximo – Último asalto

Das Artwork scheint subtil auf etwas Dungeon-mäßiges hinzuweisen und zumindest im rifflastigen ersten Song erscheint das fast schon plausibel. Im weiteren Verlauf spielt sich die neueste EP der Spanier aber auf ihren vertrauten Sound aus verträumt-eierigem Noise Pop und Synth Punk ein, wie wir es von ihnen kennen und lieben, wenngleich auch mit ein paar unerwarteten Nuancen wie dem bereits erwähnten Opener, vereinzelt Emo-mäßigen Sprengseln, Spuren von geradlinigem, klassischem Indie Rock und Momenten, die eine Ästhetik zwischen der C86-Ära und frühem Shoegaze channeln wie etwa in El Valle De La Muerte und dem abschließenden Sesos En Bandeja.

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Zero Discount – Mirage

Okay, hier hätten wir also eine weitere Berliner Post Punk-Band aber in diesem Fall würde ich sagen, klingen die so höchstens zu 50% nach Berlin und der Rest tendiert eher in Richtung eines charmant antiquiert wirkenden Styles, den ich in erster Linie mit der Stuttgarter Szene und insbesondere den frühen Karies in Verbindung bringen würde, oder auch deren Ruhrpott-Zwillingen Nuage und vor nicht allzu langer Zeit vielleicht auch noch den Chemniztern L'appel Du Vide.

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Famous Logs In History – Mind The Bollards

Die neueste Langspielkassette dieser New Yorker übertrifft mal jede Erwartung meinerseits und markiert einen riesigen Sprung vorwärts von ihrem schon saumäßig guten Vorgänger, der Fancy! EP aus dem Jahr 2022. Transportierte jene noch eine etwas schnuckelig anmutende powerpoppige und New Wave-ige Qualität, kommen die neuen Songs in gleichem Maße abstrakter und reifer daher. Weniger Television Personalities und mehr '80er The Fall in ihrem repititiven Minimalismus, aber dennoch erscheint hier alles raffiniert und sorgfältig konstruiert und channelt dabei die Ästhetischen Eggpunkte von altem britischem DIY á la Desperate Bicycles, Membranes, Swell Maps oder den frühen Mekons. Gleichsam verbindet aber auch eine dichte tragende Schicht aus Melancholie einige zentrale Punkte dieser Platte und erinnert dabei an so einen gewissen Strang von australischen Bands wie Wireheads, Kitchen's Floor und den getrageneren Momenten von Eddy Current Suppression Ring. Auch ein brauchbarer Referenzpunkt wäre dann noch eine weitere nicht so bekannte "famous" Band - Famous Mammals aus Philadelphia - zusammen mit einem bunten Strauß weiterer schepperiger US-Post- und Art Punk-Acts wie etwa Society, Germ House, Spiral Rash und Toe Ring.

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Jocks – Speedbuster

Auf dieser Debüt-Kassette mit dem Qualitätssiegel der verlässlichen Detroiter Kassettenklitsche Painters Tapes zieht eine Band irgendwo aus Ohio nicht weniger ab als höchstwertige, waffenfähige Synth Punk-Exzellenz und Gitarren-freie Zone, die einen Bogen schlägt von oldschool-Acts der '70er und '80er wie Nervous Gender, Units, Visitors and Screamers einerseits, zu einer Reihe von jüngeren, variabel eiermäßigen Bands in einem Spektrum zwischen dem hyperaktivem Ansatz etwa von Checkpoint, Titanium Exposé, Pressure Pin und dem minimalistischeren Schaffen von Beef, Busted Head Racket - und nicht zuletzt auch einigen Bands zwischen diesen Welten wie Quitter, Slimex, Isotope Soap, frühen Freak Genes oder auch Billiam's Synth Punk-Project NTSC>PAL.

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