Island Twins - Spanish Blood

spanish blood
Sau­mä­ßig re­lax­ten, flau­schig war­men In­die­rock be­schert die­ses New Yor­ker Trio, der aber trotz­dem ge­nug Beu­len und Kan­ten auf­weist um nicht zur glat­ten Wohl­fühl­be­schal­lung zu ver­kom­men. In ei­ni­gen Mo­men­ten er­weckt die Plat­te As­so­zia­tio­nen an die Ga­ra­gen­pop­per King Tuff, kommt aber ganz gut oh­ne de­ren Re­tro-Ele­men­te aus. Ei­ne aus­ge­spro­chen son­ni­ge An­ge­le­gen­heit ist das rein Mu­si­ka­lisch, ge­kon­tert durch ei­nen klei­nen An­flug von Tod und Ver­der­ben in den Ly­rics. Da­mit wir auch ja nicht zu gut drauf kom­men.

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Worm Crown - Human Waste

worm cown
Worm Crown kön­nen kei­ne hal­ben Sa­chen. Sie den­ken nicht, sie ma­chen ein­fach. Mit Tun­nel­blick auf ein un­sicht­ba­res Ziel fi­xiert, kennt der Noi­se­punk der Band aus Mel­bourne nur ei­ne Marsch­rich­tung: Stur ge­ra­de­aus. Was ih­nen den Weg ver­sperrt wird ein­fach Platt­ge­walzt. Das ist Noi­se Rock in sei­ner ein­fachs­ten, je­doch viel­leicht auch ef­fek­tivs­ten Form. Die Songs sind auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert, meist wird ein sim­pels­tes Mo­tiv mi­nu­ten­lang mit be­harr­li­cher Aus­dau­er auf die Ziel­ge­ra­de ge­wälzt. Doch was die Plat­te an Kom­ple­xi­tät ver­mis­sen lässt, macht sie pro­blem­los durch ih­re un­auf­halt­sa­me Wucht wie­der gut. Über­haupt ma­chen die Tex­tu­ren den be­son­de­ren Reiz die­ser Mu­sik aus, nicht ih­re ober­fläch­li­che Struk­tur.

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Marvin Berry & The New Sound - Bootleg

marvin berry and the new sound
Auch wenn es viel­leicht et­was ver­nied­li­chend bis ab­wer­tend klingt, Boot­leg, das De­büt­al­bum der Band aus Brook­lyn NY ist ein­fach ei­ne schö­ne, spa­ßi­ge Plat­te. So al­le paar Wo­chen kommt mir mal wie­der so ei­ne un­wi­der­steh­li­che Power­pop-Schei­be un­ter, mit ei­nem Sound der so alt ist, dass mei­ne El­tern sich nicht mehr dran er­in­nern, mit Ohr­wurm­fak­tor hun­dert und Po­phooks die zwangs­läu­fig die so­for­ti­ge Aus­schüt­tung von Glücks­hor­mo­nen trig­gern. Mar­vin Ber­ry & The New Sound ste­chen aber aus dem gan­zen noch­mal et­was raus, oh­ne ober­fläch­lich et­was an­ders zu ma­chen als ähn­li­che Bands. Es ist ein­fach die stim­migs­te Zu­sam­men­stel­lung von elf me­lo­di­schen Ro­ckern, die ich seit län­ge­rem ge­hört ha­be. Ge­er­det im be­reits er­wähn­ten Power­pop der 60er und 70er, mit dem Vor­wärts­drang von 77er Punk­bands ge­spielt, gu­cken mehr als ein­mal frü­he The Jam um die Ecke. Im ak­tu­el­len Um­feld füh­le ich mich auch stark an die Wa­shing­to­ner Tit­le Tracks er­in­nert.

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Dasher - Go Rambo 7"

dasher3
Die Noi­se­pun­ker aus At­lan­ta und ih­re De­büt-EP Yeah, I Know hat­te ich ja schon letz­tes Wo­chen­en­de im Pro­gramm. Jetzt gibt uns das Trio ein klei­nes Up­date in Form ei­ner neu­en Sie­ben­zoll­dreh­schei­be. Ent­hält ei­nen neu­en Song und ei­ne noch­mal deut­lich trei­ben­de­re Neu­auf­nah­me des schon auf der EP ent­hal­te­nen Time Flies.

*edit*
Die Plat­te ist wie­der von Band­camp ver­schwun­den. Mys­te­ri­ös, mys­te­ri­ös. Mal ab­war­ten ob sie ir­gend­wann wie­der auf­taucht…

Baked - Baked

baked
Wenn man ernst­haft ver­sucht sich durch die Me­di­en­flut un­se­rer Zeit zur gu­ten Mu­sik durch­zu­wüh­len, muss man schnell und ef­fi­zi­ent Fil­tern kön­nen. Da­bei geht ei­nem zwangs­läu­fig auch ei­ni­ges gu­tes durch die Lap­pen. Durch­schnitt­lich be­kommt ein Stream we­ni­ger als zehn Se­kun­den, be­vor ich ihn weg­skip­pe, manch­mal reicht auch der ers­te Ton um schon auf den Weg­werf­but­ton zu kli­cken. Das ak­tu­el­le Tape der New Yor­ker Ba­ked wä­re auch fast schon nach so zwei Se­kun­den in mei­ner vir­tu­el­len Müll­hal­de des ewi­gen Ver­ges­sens ge­lan­det; das nicht ge­ra­de sub­ti­le Tre­mo­lo­ge­schrab­bel mit dem die EP er­öff­net, deu­te­te ich so­fort als In­di­ka­tor für ei­nen wei­te­ren un­in­spi­rier­ten Schoe­ga­ze-Mit­läu­fer. Aber weit ge­fehlt, die Band ist viel­mehr im psy­che­de­li­schen Pop á la Crys­tal Stilts zu­hau­se. Gut dass der Lap­top ge­ra­de im rich­ti­gen Mo­ment au­ßer Reich­wei­te war.

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Thee Mighty Fevers - Fuck'in Great R'n'R

thee mighty fevers
Ist dir das al­les zu kul­ti­viert hier? Die­se gan­zen Mu­schi­bands mit ih­rem Fahr­stuhl-Noi­se, dem be­schis­sen ver­kopf­ten Spie­ßer­punk und die piek­fei­nen Ga­ra­gen­ro­cker, die be­stimmt al­le mit Mes­ser und Ga­bel es­sen? Viel­leicht könn­te die­se as­si­ge Ga­ra­gen­punk­band aus Ko­be, Ja­pan dei­nen ho­hen An­sprü­chen ge­nü­gen. Schnel­ler, un­ge­hemm­ter Rock'n'Roll in ei­ner Welt­klas­se-Dreck­pro­duk­ti­on, könn­te auch dei­ner Ma­ma ge­fal­len.

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Teledrome - Teledrome

teledrome
Nor­mal mach ich um so wa­vi­ges Zeug 'nen gro­ßen Bo­gen, aber die­ses to­tal aus der Zeit ge­fal­le­ne Ding aus New-/Cold­wave, Punk-, Power­Pop und Go­th-Ver­satz­stü­cken ist dann doch ein­fach zu geil um mich kalt zu las­sen. Saugt ei­nen so­fort rein in ei­ne selt­sa­me Par­al­lel­welt aus Früh­acht­zi­ger Sci­ence Fic­tion-Fil­men und Teen­ager­ko­mö­di­en, Cy­ber­punk, Dis­co­ku­geln und La­ser­ka­no­nen. Voll­kom­men un­sub­ti­ler Pop mit ei­ner an­ste­cken­den Dreis­tig­keit und hau­fen­wei­se Hits, die in ei­ner ge­rech­te­ren Welt auch wirk­lich wel­che wä­ren. Zu­rück in die Zu­kunft von ges­tern. Sis­ters of Mer­cy auf Gum­mi­bär­chen. Ra­mo­nes auf Mi­kro­chips. Ak­tu­ell viel­leicht noch Di­gi­tal Lea­ther in ei­nem ge­lack­te­ren, drock­vol­le­ren Klang­kos­tüm. Und bes­se­re Songs.

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Creative Adult - Psychic Mess

creative adult
Die schon seit ge­rau­mer Zeit um sich grei­fen­de Wel­le düs­te­ren und - mal mehr, mal we­ni­ger - kom­pro­miss­lo­sen Post­punks scheint sich ein­fach nicht tot zu lau­fen. Klar gibt's auch 'ne Men­ge un­in­spi­rier­ter Drecks­ver­öf­fent­li­chun­gen zu er­tra­gen, aber es ist doch er­staun­lich mit welch ho­her Fre­quenz der­zeit im­mer wie­der neue Bands auf­tau­chen, die das Gen­re wie­der um ei­ne oft sub­ti­le, aber sehr ei­ge­ne Ge­schmacks­no­te be­rei­chern.
Die Mit­glie­der von Crea­ti­ve Adult aus San Fran­cis­co kom­men ur­sprüng­lich eher aus der Hard­core-Ecke, auf ih­rem De­büt­al­bum ha­ben sie sich sound­mä­ßig aber größ­ten­teils da­von frei­ge­stram­pelt. Es ist oh­ne Fra­ge ei­ne der ei­gen­stän­digs­ten Plat­ten aus dem Gen­re-Um­feld, von ei­ner Band, die - sehr sym­pa­thisch - of­fen­sicht­lich zu kei­ner­lei Kom­pro­mis­sen be­reit ist. Die Plat­te ist schon ein ganz schö­ner Bro­cken mit ei­ner für sol­chen Lärm end­los er­schei­nen­den Spiel­zeit von über 40 Mi­nu­ten, aber un­ter der rau­hen Ober­flä­che ver­ber­gen sich ton­nen­wei­se klei­ne Hooks, Me­lo­dien und bö­se klei­ne Wi­der­ha­ken, die sich ir­gend­wo zwi­schen den Syn­ap­sen fest­set­zen und ei­nen da­zu ver­an­las­sen, dann doch auf re­peat zu drü­cken, um ei­ne wei­te­re Run­de mu­si­ka­li­schen Sa­dis­mus über sich er­ge­hen zu las­sen. Au­ßer­dem be­her­schen die Jungs das Spiel von Zu­cker­brot und Peit­sche (na ja, Peit­sche über­wiegt hier), streu­en auf Song- wie auf Al­bum­ebe­ne im­mer im rich­ti­gen Mo­ment die klei­nen me­lo­di­schen Licht­bli­cke ein, än­dern die Marsch­rich­tung ein we­nig oder dros­seln das Tem­po. Es tritt nie die Über­sät­ti­gung ein, die we­ni­ger aus­ge­reif­te Gen­re­bei­trä­ge oft aus­zeich­net.
Fans von Bands wie den Ko­pen­ha­ge­ner Lower und Iceage, den eta­blier­ten Noi­sero­ckern Pis­sed Jeans, The Men in ih­rer frü­hen Pha­se oder al­tem Am­Rep-Krem­pel wer­den sich hier schnell zu­hau­se füh­len. Manch­mal kingt's auch wie et­was we­ni­ger ab­ge­spa­ce­te De­st­ruc­tion Unit.


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Slumber Girls - All You Need

slumber girls
…und wie­der mal lau­ni­ger Pa­ve­ment-Ge­denk-In­die­rock. Oder wahl­wei­se auch an GBV oder Ar­chers of Lo­af er­in­nernd. Dies­mal von ei­ner noch nicht mal so rich­tig voll­jäh­ri­gen Band aus dem eng­li­schen Hertfordshire. Un­ter der ver­trau­ten Ober­flä­che ver­ber­gen sich aber vier bril­li­an­te, stim­mi­ge (Power-)Popsongs. Zeit­los und schön.

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Beast Fiend - Beast Fiend Rules

beast fiend
Be­ast Fiend aus San Fran­cis­co ru­len voll. Hab ich zu­min­dest ge­le­sen. Ha­ben sie freund­li­cher­wei­se auf's Plat­ten­co­ver drauf­ge­schrie­ben, da­mit ich's nicht selbst nach­prü­fen muss. Und was rult da denn so? Be­ast Fiend spie­len flot­ten Post­punk der ganz of­fen­sicht­lich auf den prä­gnan­ten Har­mo­nien der Wi­pers ba­siert, rei­chern das Gan­ze aber mit ge­wis­sen Post­core- und Noi­se-Ein­flüs­sen an. Ob das jetzt wirk­lich so al­les an­de­re weg­rult weiß ich nicht, mal auf ei­nen Lang­spie­ler war­ten. Aber sau­mä­ßig hö­rens­wert ist die Plat­te schon, je­den der schmut­zi­gen null Eu­ro wert, für die sie die Plat­te auf Band­camp ver­schleu­dern, oder was auch im­mer du be­reit bist da­für zu zah­len.

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