Mitraille – EP IV

Nichts wirklich neues gibt es zu berichten über die jüngste EP der belgischen Garage Punks. Hier bleiben sie weitgehend ihren Basics treu, was aber auch bedeutet dass es keine negativen Überraschungen gibt wenn sie tun was sie am besten können und absolut treffsicher eine simple aber unverschämt wuchtige Garage-Detonation nach der anderen aus dem Ärmel schütteln, die mich dazu veranlasst einen satanischen Kult zu gründen oder einen Hund zu streicheln oder einen Hippie anzuzünden oder auf Tour zu gehen weil fuck you! Okay, klingt schlüssig, bin dabei.

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God’s Hand – Remodelled / Gift Of Flowers

Nu das ist ja mal echt ein entzückender Erstling von den Iowa City Punks God's Hand und ehrlich gesagt ist es mir unbegreiflich wie ich diese 7" zuerst verpasst habe als sie bereits im Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde. Die A-Seite Remodelled fühlt sich fast an wie eine Verschmelzung von so Folk-beeinflussten Post Punk-Acts wie Volcano Suns, Angst, Fire Party oder Sebadoh und vielleicht auch einer Messerspitze Strike Under, mit dem vergleichsweise neuzeitlichen Frühwerk der Woolen Men. Gift Of Flowers bestätigt den Trend, altes mit neuem zu Verbinden und diesmal fühlt es sich an wie eine Fusion des Post Punk und Proto-Postcore von Minutemen, Saccharine Trust, Mission Of Burma und Really Red mit der kontemporären Welle des unterschiedlich stark Anarcho-beeinflussten Post Punk von Bands wie Marbled Eye, Institute, Corker, Sarcasm, Tube Alloys oder Warm Red.

Fog – Spring

Hier sind wir offenbar schon zweieinhalb Veröffentlichungen tief in der Discographe von den Neuseeländern Fog, aber ein flüchtiger Blick über ihre vorherige LP/EP offenbart sofort ein substantielles Wachstum auf ihrer neuesten EP. Auch wenn ihre Grundzutaten aus gegenwärtigem Post Punk und einer Spur von Anarcho nichts nennenswert neues einbringen und mit recht zu so Bands wie frühen Institute, Pyrex, Corker, Nag oder Criminal Code verglichen werden dürfen, lässt es sich ebenfalls nicht abstreiten dass diese Songs ausnahmslos Meisterhaft gefertigte Explosionen des unterbelichteten, körnigen Lärms sind, durchweg ausbalanciert mit melodischen Lichtblitzen - alle beweglichen Teile fühlen sich hier gezielter und souveräner arrangiert an als alles, was zuvor von der Band kam.

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Fan Club – Stimulation

Seit Lysol sich in Fan Club umbenannt haben ging damit soweit auch ein ungleich geradliniger Garage Punk-Sound einher, der bei mir nie so richtig zu zünden vermochte, immer etwas zu basic, zu nah an traditionellem Dad Rock-Gewäsch. Jetzt fühlt sich die neueste EP aber plötzlich wieder so an als würde die Uhr auf ca. 2021 zurückgedreht, so grob auf dem kreativen Höhepunkt ihrer Hard-/Garagecore-Ära und ich könnte kaum glücklicher darüber sein. Denn mal ganz im ernst, wenn es eine Sache gibt für die ich mich in 2025 gar nicht mehr erwärmen kann, dann das ist es noch so eine blutleere The Hyves-mäßige Garage "Revival Rock"-Platte. Der Krempel schmeckte schon nur wenige Jahre post-Y2K ziemlich fade und heutzutage hab ich für die Masche echt keine Geduld mehr übrig.

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Monda – The Mondas

Seit ich irgendwann im letzten Jahr zum ersten mal meine Nase in die einschüchternd massive Discografie von Monda aus New Jersey gesteckt habe hat sich die Band wiederholt als einer der nicht nur produktivsten sondern auch konsistentesten Lieferanten von catchy abgefuzzten Leckerbissen bewiesen, die sich irgendwo zwischen den Eckpunkten von Garage Punk, oldschooligem Indie Rock, Noise- und Power Pop bewegen. Auch lässt sich schwer übersehen, dass sie sehr gerne die Tapete wechseln und die Einrichtung neu arrangieren zwischen den Veröffentlichungen um die Sache frisch und spannend zu halten, was sich unter anderem auch schon mal in einem ausgeprägt psychedelisch-spacerockigen Abstecher in ihrem Schaffen rund um die 2024er Ponderous Leviathan LP niederschlug. Auf ihrem neuesten Album besinnen sie sich hingegen wieder ein gutes Stück weit auf die ihre Basics zurück und treffen wie gewohnt jederzeit den Nagel auf den Kopf, wie sie hier eine Fülle sowohl von '50er bis '60er Bubblegum Pop-Vibes als auch '80er Art-/Indie Pop-Artefakte der Flying Nun und Sarah Records-Schule und diverse Schrammelartefakte der C86-Ära channeln in einem makellosen Bündel ausgesprochen simpler und liebevoll gefertigter Songs, die niemals ihre Wirkung verfehlen.

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Fen Fen – In Yer Sights

Fen Fen aus Detroit haben noch nie enttäuscht und auch ihre neueste LP trifft ins Schwarze. Schien sich ihr Sound bisher mit jeder neuen Veröffentlichung eine etwas elaboriertere Richtung zu entwickeln, was in einer fast schon Postcore-mäßigen Ästhetik auf ihrer letztjährigen National Threat LP gipfelte, bewegt sich ihr neuester Langspieler erstmals in die gegensätzliche Richtung mit einem rasiermesserscharfen Fokus auf ihre Garage Punk-Wurzeln in einem wunderbar kompakten Päckchen aus acht kurz angebundenen und geradlinigen aber ultrasolide konstruierten, '77- und Proto Punk-infizierten Garage Punk-Nuggets.

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Dragnet – Dragnet Reigns!

Ist das tatsächlich schon die dritte Dragnet LP? Mann wie die Zeit vergeht! Aus irgendwelchen Gründen (Zeit und Energie vermutlich) hab ich der Band bisher nicht das volle Blog-Spotlight gegeben, das sie eigentlich verdient hätten und jetzt ist ein guter Zeitpunkt das nachzuholen, klingt die Band aus Melbourne mit Mitgliedern unter anderem von Vintage Crop, Gonzo und Teen Line doch tighter, runder, wacher und mehr auf-den-Punkt als je zuvor auf ihrer neuen LP. Die hat einerseits diesen leichten Hauch von Uranium Club der sich ja auch schon seit jeher durch das schaffen der erwähnten Vintage Crop zieht, aber hier ist auch genau so viel von einer markant verschrobenen, Synth-verschwurbelten, Eggpunk-mäßigen Energie an Bord die sich irgendwo zwischen den Stühlen von Bands wie alten Ausmuteants, US-Bands wie Smirk und Cherry Cheeks, Australiern wie Ghoulies, Aborted Tortoise und Electric Prawns 2 ausbreitet.

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Dog Lips – Danger Forward

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die neue LP dieser Band aus Portsmouth, New Hampshire dermaßen wuchtig bei mir einschlägt, was für eine massive Steigerung von so ziemlich allem, was sie bisher so gemacht haben! Gleich von Start weg etabliert der Opener Brain Feeder eine beachtlichen Vorschub mit einem Sound, in dem wuchtige Grooves und glitzernde, melodische Texturen kollidieren in einer Mischung aus Post-, Garage Punk und einer kleinen Dosis Postcore. Im weiteren Verlauf wird die Formel hier weiter erforscht und expandiert, ihre treibende Energie verstärkt und untermauert von teils erstaunlich simpler, oft aber auch ausgesprochen filigraner, immer perfekt ausbalancierter Songarchitektur.

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Osis – Osis

Die Debüt-EP dieser Band aus Boston, Massachusetts suhlt sich regelrecht in einer unverfrohren altmodischen Pfütze aus oldschool Punk, Hard- und Postcore mit einer unterschwelligen Garage-Kante, einem Klangkostüm das so einige Akteure der frühen D.C. Postcore-Ära wie Gray Matter, Government Issue, Embrace, Rites Of Spring, Fire Party aber auch etwas abseitigere Westküsten-Bands á la Really Read, Tragic Mulatto und frühe Saccharine Trust heraufbeschwört, ausbalanciert mit ein paar leichtfüßigeren, straighter rockenden Momenten, die ein bisschen an klassische Germs- und Adoloscents-Schule denken lassen.

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Bronco Libre – Tunnels

Okay, hier ist wieder mal eine dieser auf französisch singenden (aber in diesem fall scheinbar nicht französischen), Oi-injizierten Garage Punk-Bands und ich habe nichts wirklich neues darüber zu sagen, aber auch überhaupt nichts dran zu kritisieren denn die Qualität ist hier problemlos auf einer Höhe mit dem besten des Genres und Freunde von so Bands á la Telecult, Stalled Minds, Distance, Nightwatchers, Litovsk oder, erst kützlich, Laxisme werden auch an dieser Platte ihren Spaß haben.

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