Ov Pain – Ov Pain

Seltsames Zeug hat das australische Label Vacant Valley da mal wieder ausgegraben. Ov Pain sind ein Duo aus Dunedin, Neuseeland und auf diesem Tape benutzen sie die Werkzeuge Schlagzeug und Synth um acht monoton-schleppende, minimalistische Visionen zwischen verhaltener Melodiösität und absoluter Albtraummusik zu kreieren, und zwar stellenweise mit erschütternder Konsequenz. So fängt der Sommer an.



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Death Stuff – Nymphs / Give Up

Hier ist die zweite von drei Cassingles/Lathe Cut 7″s, allesamt von Bands aus Atlanta, die zeitgleich auf dem lokalen Label Chunklet Industries erschienen sind. Über Death Stuff muss ich ja nicht viel Worte verlieren, ihr starkes Demo und das ausgezeichnete Debütalbum haben sicher nicht nur bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Hier gibt’s jetzt zwei neue Songs, die wie gewohnt ohne Umschweife ins Schwarze treffen, eine ordentliche Wucht entfalten, aber sich dabei trotz aller Dissonanz erstaunlich eingängig geben.

Le Prince Harry – Synthetic Love

Das zweite Album der Synthpunker aus Lüttich, Belgien. Die Typen sind ja auch schon ein gutes Jahrzehnt aktiv und seit ihrem Debütalbum sind ziemlich genau fünf Jahre vergangen. In der Zwischenzeit sind Le Prince Harry vom Trio zum Duo geschrumpft und haben auf ziemlich arschtretende Art ihre Seite einer Split-LP mit mit Dutchess Says befüllt. Auch auf ihrem neuen Langspieler geben sie sich in Bestform, noch ein ganzes Stück elektrischer als bisher schon, Gitarren sind als optional anzusehen. Und dennoch schlägt im Zentrum dieser Platte ein quicklebendiges Herz aus Garagepunk, das sehr zum hohen Spaßfaktor dieser Platte beiträgt.



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Hermetic – Postscript

Hui, das ist auch schon ’ne Weile her, seit es von diesem Duo aus Vancouver (Sänger/Gitarrist Eric Axen spielt sonst mit Sightlines melodisches Punkgedöns) was zu hören gab. Der neue Langspieler glänzt mal wieder mit solidem bis ausgezeichneten Songwriting und aus der Zeit gefallenem, melodischem Indierock, der an unschuldigere Zeiten für das Genre erinnert und dank der sonst eher selten zu hörenden Baritongitarre eine recht eigene Klangfarbe verpasst bekommt.



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Nag – Dayglow ​/ ​Motorcycle Blue / Blood

Nag aus Atlanta fielen letztes Jahr schon mit ihrem schön abgefuckten Debüt-Tape auf. Dieses Jahr haben sie wohl auch schon eine 7″ auf Total Punk rausgehauen, die ich bisher irgendwie übersehen hab. Ihr neuester Kurzspieler, digital und als Tape oder Lathe Cut via Chunklet Industries zu bekommen, deckt in gerade mal drei Songs eine Bandbreite von etwas schrägem, garagigem Hardcorepunk, über derbe noise-lastigen Postpunk bis hin zu erstaunlich melodischem Fuzzpunk ab.

Uffizi – Nous Sommes Riches

Auf diesem schon was älteren Demo einer Band aus Oakland kann man eine eine stimmige Mischung aus ziemlich Noise- und Fuzz-lastigem Post- und Garagepunk bestaunen.


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Performing Ferrets – Performing Ferrets 7″

Die Berliner Reissue-Bude Insolito Records hat hier mal wieder ein perfektes Gespür für vergessene und übersehene Artefakte der DIY-Kultur bewiesen mit der Wiederveröffentlichung dieser ursprünglich 1980 erschienenen EP.
Performing Ferrets, manchmal auch The Performing Ferret Band, kamen aus dem englischen Maidstone, existierten ca. 1978-’82 und haben in der Zeit diesen Siebenzöller, eine LP und ’ne Handvoll Tapes und Demos aufgenommen. Nie von gehört? Ich bisher auch nicht. John Peel muss das ganz gut gefunden haben, hat die wohl öfter mal gespielt. Der Rest der Welt war offensichtlich noch nicht bereit dafür.
Wer etwas Tiefer buddeln möchte (und wenn’s auch eine CD sein darf), dem sei wärmstens die schon etwas ältere, aber noch erhältliche Compilation No One Told Us auf Hyped To Death empfohlen. Mehr charmanten DIY-Dilettantismus kann man gar nicht in die Laufzeit einer CD quetschen. Eine Wiederveröffentlichung der selbstbetitelten LP ist außerdem vom Spanischen Label Discos Alehop! zu bekommen. Ich bin jedenfalls maximal angetan von dem Schaffen dieser skurrilen kleinen Band.

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Kaleidoscope – Volume 3

Nach dem psychedelischen Hardcorepunk der Volume 1 EP und dem puren LoFi-Garage-Acid Rock der Vol. 2, bleibt das Treiben aud dem neuen Kurzspieler der New Yorker Band recht garagig, aber die Koordinaten verschieben sich etwas weiter in Richtung Postpunk. Und natürlich hat’s wieder einen gewissen psychedelischen Unterton.


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Wonder Bread – Single Slice Vol. 5

Ist euch was aufgefallen? Die letzte Neo Neos-Veröffentlichung ist jetzt schon zwei Monate her. Muss ich mir Sorgen um den Typen machen? Naja, dafür ist auf das andere „ein neues Tape alle paar Wochen“-Soloprojekt Wonder Bread aus Oakland noch Verlass, die aktuelle Cassingle liefert wie gewohnt bis auf Anschlag verschrobenen Elektropunk.

Krank – Die Verdammten

Auf die Band bin ich vor kurzem beim beim Kollegen von Sieben Zoll Musik gestoßen, wo er – wie kann es auch anders sein – den letzten Siebenzöller der Band vorgestellt hat. Außer dem besagten Kurzspieler hat die Band vor nicht so langer Zeit auch ihr zweites Album veröffentlicht und das gefällt mir ausgesprochen gut mit einer teilweise recht traditionellen, dann aber auch wieder nicht so recht in die angestaubte Deutschpunk-Schublade passenden Spielart von Punkrock. Ehrlich gesagt bin ich auch überhaupt nicht auf dem Laufenden, was die aktuelle deutschsprachige Punkkultur angeht und wenn ich damit mal unfreiwillig in Berührung komme, finde ich das Treiben dort meist eher uninspiriert und langweilig. In meiner begrenzten Subgenre-Kenntnis würde ich die Platte mal so beschreiben, dass vielleicht die vergangene (und irgendwie nicht sterben wollende) Welle von Jens Rachut-beeinflussten Bands auf etwas klassisches Deutschpunk-Gepolter, alten US-Hardcore und vielleicht noch etwas vom ungewaschenen DIY-Punk von Pisse trifft, dabei im Gegensatz zu den genannten Bands aber absolut bierernst daherkommt und in den Lyrics nicht den kleinsten Funken Ironie durchblicken lässt. Irgendwie finde ich diese unverblümte Direktheit dann auch wieder ganz charmant.



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