Lumpy & The Dumpers – Music To Hump A Trashcan To (Tour Tape)

Die schmutzigste aller Noise- und Garagepunk-Bands hat anlässlich ihrer aktuell laufenden US-Tour mal wieder ein neues Stück Scheiße rausgedrückt und auf ein kotzgrünes Tape transferiert. Es gibt überwiegend unveröffentlichtes Material zu hören und wie immer ist das nichts für Feingeister und HiFi-Snobs.

Mutual Jerk – Mutual Jerk 7″

Zwei Jahre nach ihrem sehr ordentlichen Demo ist im Mai die erste 7″ der Band aus Atlanta auf State Laughter erschienen und weiß durchaus zu gefallen mit einem irgendwo zwischen Postcore/-punk und Noiserock angesiedelten Sound und einem konstant angepisst rumnölenden Sänger.

Staer – Staer

Eine schon etwas ältere aber großartige EP einer Band aus dem Norwegischen Stavanger. Um deren Musik zu beschreiben könnte man Begriffe wie Jazzpunk, Postpunk und experimenteller Noiserock bemühen, den Kern der Sache trifft man damit aber nicht wirklich.

The Roamin‘ Catholics – The Roamin‘ Catholics

The Roamin‘ Catholics aus Sydney sind (oder waren? Ich bin mir da nicht so sicher…) mal wieder eine von diesen Underground-Supergroups, wie sie in der australischen Szene regelrecht aus dem Boden sprießen; es sind unter anderem Mitglieder von Ghastly Spats, Housewives, Dry Finish, Bitch Prefect und Peak Twins beteiligt.
Das erste Minialbum dieser Formation klingt in etwa wie eine Vermengung von klassischen Vertretern des unkonventionellen Pop á la The Fall, Flipper oder Half Japanese mit aktuellen Garagepunk-Bands wie etwa Ausmuteants und Uranium Club. Das Ergebnis ist wunderbar knarziger Rock’n’Roll irgendwo zwischen den Stühlen von Garage- und Postpunk, der trotz vieler Verschrobenheiten nie auseinander fällt.




Einen (kompletten) Album-Stream gibt’s leider nicht. :(

Tics – Tics

Auf dem ersten Album dieser Kölner Band bekommt man schwer festzunagelnden, zu großen Teilen instrumentalen Postpunk von ständig wechselnder Gestalt und mit starkem Hang zum Experiment zu hören, durchzogen von seltsam anmutenden Sprachsamples und mit gelegentlichem, an alte No Wave-Schule erinnernderm Saxophoneinsatz.

Aber in der chaotischen Vielfalt der Platte meine ich doch ein paar rote Fäden zu erkennen und fühle mich abwechselnd mal an Minutemen, The Pop Group oder Mission Of Burma-Geschrammel erinnert, in anderen Momenten hat’s einen Touch von Gang Of Four, manchmal riecht es verdächtig nach The Fall oder nach dem unkonventionellen Postpunk/Proto-Postcore von Saccharine Trust und Slovenly.



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Milked – Death On Mars

Milked ist neben den an dieser Stelle schon mehrfach erwähnten Hung Toys ein weiteres Soloprojekt von Kelly Johnson, seines Zeichens ehemaliger Frontmann der Noiserocker Geronimo!. Unter dem Alias hat er im Laufe der letzten beiden Jahre bereits ein Album und eine EP mit schrammeligem Psychedelic-Pop aufgenommen, aber mit seinem neuesten Langspieler meint er es ganz offensichtlich ernst.

Die charmante Lo-Fi Homerecording-Ästhetik ist einem wuchtigen Klangkostüm gewichen, das die neuen Songs eher an die beiden Hung Toys-Platten oder an seine alte Band erinnern lässt; ein heutzutage selten gewordener Sound aus kräftig rockendem Indie-/Alternative Rock, vermischt mit der Melodiösität kontemporärer Krachbands á la Wavves, California X oder Happy Diving und veredelt durch gelegentliche Anklänge an den psychedelischen Powerpop der Soft Boys.

Aber die größte Stärke dieser neun Songs liegt in den souveränen, absolut tadellosen Songwriting-Qualitäten von Kelly Johnson begründet und einem durchweg exzellenten Gespür für mitreißende Melodien. Eigentlich ist hier jeder Song ein Volltreffer. Eine wahnsinnig starke Platte und möglicherweise die beste Veröffentlichung aus diesem speziellen Genre-Spektrum, die mir dieses Jahr untergekommen ist.



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Flowers Of Evil – City Of Fear

Das zweite Album der Band um Crocodiles-Sänger Brandon Welchez gefällt mir mal wieder um Längen besser als das, was seine andere Band in vergangenen Jahren so fabriziert hat und knüpft nahtlos da an, wo das Debütalbum vor zwei Jahren aufgehört hat: Oldschooliger Hardcorepunk trifft hier auf staubtrockene Garagepunk-Riffs, einen gelegentlichen Hauch von postpunkiger Dissonanz und es weht kein Wind von 1976 1977. Auch der Vergleich zu frühen Teenanger und Video trifft immer noch zu.



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Pinkbatts – BLACK to COMM Session 020417

Da hab ich letzte Woche noch den Wunsch nach etwas besser klingenden Aufnahmen der Band aus Sydney geäußert und der geht dann auch noch prompt in Erfüllung. Und zwar in Form einer Live-im-Studio-Session für Black Wire Records. Die bestätigt den guten Eindruck, den die LoFi-mäßige erste (Live-)EP bei mir gemacht hat. Ganz exzellentes Zeug ist das nämlich. Immer aufpassen, was man sich wünscht. Diesmal ist es noch gut ausgegangen.

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Debate Club – Fish Fry

Schicker zweiter Kurzspieler einer Band aus Montreal mit zurückgelehntem Garage Rock und einem Hauch von Surf, der zuletzt über das französische Label Beko den Weg hierhin gefunden hat.


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