Priors – New Pleasure / Priors – Priors

Zwei Bands mit identischem Namen aber von zwei verschiedenen Kontinenten haben am gleichen Wochenende jeweils ihr aktuelles Album veröffentlicht. Reiner Zufall? Beide Platten können jedenfalls richtig was.

Die ersten Priors kommen aus Montreal, haben ihre Platte bei Slovenly Recordings untergebracht und zu hören gibt's Garagepunk von vergleichsweise geringer Originalität, was aber durch eine verdammt energische Darbietung mehr als ausgeglichen wird.

Die anderen Priors kommen aus Melbourne und die Platte gibt's vom Londoner Label La Vida Es Un Mus Discos. Darauf setzt es ziemlich derben Hardcorepunk, wie ich ihn am liebsten hab: vergraben unter einer fingerdicken Dreckschicht aus Noise. Dabei hält sich die Band glücklicher Weise nicht allzu strikt an die ausgelutschten Genre-Strickmuster.

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Mini Skirt – Hello Possums

Zwei neue Songs der Garage Punk/Pub Rock Combo aus dem australischen Byron Bay zum stilvollen angepisst sein über, you know... das Scheißsystem oder so. Kann man ja wenigstens Spaß bei haben.

D.U.D.S. – Immediate

D.U.D.S. kamen mir erstmals mit einer sehr ansprechenden 7" auf Maternal Voice unter. Es folgte ein Langspieler auf Castle Face, der - wenn ich auch das Material teilweise noch etwas unausgegoren fand - dennoch ein starkes Interesse am weiteren Schaffen der Band aus Manchester in mir weckte. Inzwischen ist auch schon der Nachfolger via Opal Tapes zu bekommen und der trifft einfach nur konstant ins Schwarze mit seinen zackigen Grooves, die unvermeidliche Assoziationen zum britischen Postpunk der uralten Schule á la Fire Engines, Transmitters oder Desperate Bicycles hervorrufen, aber auch bewunderern aktueller Bands wie Pill oder The World sicher gut in den Kram passen.

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Ricky Hell – Blue Lips

Ricky Hamilton aka Ricky Hell, der hier unter anderem schon mit seiner alten Band Fascinating  und außerdem mit einem tollen Solo-Tape auffiel hat inzwischen seinen Wohnsitz von Cleveland nach Los Angeles verlegt, vorher aber noch schnell eine neue EP aufgenommen. Ohne seine Voidboys diesmal, was sich in einem weniger knarzigen Sound niederschlägt. Davon abgesehen begegnet einem hier aber eine sehr ähnlich liebenswerte Mischung aus Power-, Fuzz- und Garagenpop.

Bad Sports – Constant Stimulation

War ja klar, dass der inzwischen fünfte Langspieler der Band aus Denton, Texas mal wieder astreine Qualität abliefert. So routiniert und zuverlässig einen garagig angekratzten Powerpop-Knaller nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln, das können nicht so viele. Nach wie vor ein Muss für Freunde von Bands wie Radioactivity (zu denen hier auch personelle Überschneidungen bestehen), Diarrhea Planet oder Bed Wettin' Bad Boys.

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Pill – Soft Hell

Auf ihrem zweiten Langspieler gibt die New Yorker Postpunk-Band ihrem Sound eine ungeahnt griffige Kontur und jede Menge Feinschliff. Dabei muss natürlich die experimentelle Kante der Vorgänger deutlich kürzer treten, dafür wirkt jeder Song sorgfältig konstruiert und ausbalanciert. Das Ergebnis ist ihre stärkste Platte bisher; überraschend homogen und zugänglich, dennoch abwechslungsreich und vielschichtig, jeder Song  ein Volltreffer. Reife Leistung.

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Ghost Guilt – Mating In Captivity

Die zweite EP dieser Band aus Durham macht schon mal eine äußerst sympathische Figur mit drei melodischen Krachern irgendwo zwischen Fuzz Punk und 90er Indie Rock.

Pigeon – Bug

Die Berliner Noise- und Postpunk-Combo bleibt eine spannende Angelegenheit. Ihr neues Tape geht jetzt einen Tick räudiger zur Sache als schon ihr starkes Debütalbum im Frühling, was meinen persönlichen Vorlieben natürlich sehr entgegen kommt. Der Sound verschiebt sich nun stärker auf die Postpunk-Seite ihrer Gleichung. Teilweise erinnert das stark an Negative Space oder Institute... oder gar an die erste Lower EP, deren Nachwirkungen vor allem in Less deutlich spürbar sind.

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Pisse – Hornhaut ist der beste Handschuh

Was soll ich sagen... die neue Pisse ist natürlich mal wieder vorzügliche Pisse. Golden shower of hits!

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Eyesøres – Eyesøres

Mit verdammt arschtretendem Post Punk wie er kaum druckvoller sein könnte zieht mich das Debüt-Tape der Eyesøres aus Melbourne vom ersten Moment an auf ihre Seite. Das hat in etwa die kompromisslose Attacke der Pretty Hurts an Bord, den tiefschwarzen Blick von Criminal Code. Außerdem Dark Punk/Death Rock-Versatzstücke á la Haldol und zwischendrin gibt's immer wieder kleine Überraschungen wie die melancholischen, Red Dons-artigen Melodien im Opener oder einen Hauch von Sonic Youth in Golden Soil. Einen derart starken ersten Eindruck hab ich in diesem Genre-Umfeld schon länger nicht mehr geboten bekommen.

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