Dieses New Yorker Ein-Mann-Projekt richtet ein so saumäßiges Garagen-Blutbad an, dass es nur so platsch macht. Dessen Intensität lässt mich z.B. an das Geschredder von Kid Chrome, S.B.F. oder Race Car denken. Angesichts der durchgängig elektrischen oder gesampelten Drums und eines gewissen Noise-Faktors kommt man aber stellenweise auch um den abgedroschenen Vergleich zu Big Black nicht herum.
Schön behämmert klingender DIY-LoFi-Schrammelpunk von einer Band aus Valencia, Spanien mit Anklängen an alte und neue Bands wie etwa Television Personalities, Triple Ente, Suburban Homes, Reality Group oder Neo Neos.
Noiserock mit deutlicher Sludge-Kante, irgendwo in der Grauzone zwischen den AmRep- und Touch&Go-Mikrokosmen und angereichert um etwas neumodischen Kram á la Tropical Trash oder Metz, begegnet dir auf dem Debütalbum von Pink Room aus Ghent, Belgien. Fraglos ist das ein eher stumpfes Werkzeug, aber sicher auch genau das richtige um diesen Job zu erledigen.
Ungewohnt flott nach dem Vorgänger vor zwei Jahren ist der dritte Langspieler des Lütticher Duos auf dem zuverlässigen Spezialistenlabel Teenage Menopause erschienen und trumpft mit ihrem bislang wohl stärksten Bündel an geballter Songpower auf. Soundmäßig hat man sich aber nicht groß umorientiert, das ist auch gut so. Erneut gibt es köstlich reinknallenden Synth-/Elektropunk zu genießen, dessen Herz aber eindeutig in der Garage zuhause ist. Etwa wie ein Mix aus S.B.F. und den energischeren Momenten von Digital Leather.
Hier gibt's mal wieder eine Erweiterung des geographischen Horizontes im Hause 12XU. Und was für eine verdammt hochwertige Erweiterung! Diese drei Grrrls aus der litauischen Hauptstadt Vilnius produzieren auf ihrer Debüt-EP in jeder Hinsicht kompetenten Postcore von exzellenter Durchschlagkraft, der trotz seiner für Genreverhältnisse recht hohen Rifflastigkeit einen weiten Bogen um eingefahrene Hardcore-Stilmuster macht und dabei mit abwechslungsreichen Songstrukturen glänzt. Obendrein sind die Lyrics in ihrer Landessprache gesungen, was ich persönlich ja immer als eine willkommene Abwechslung empfinde.
Album Nummer zwei der Garagenpunks mit dem Rechtschreibfehler aus Lyon ist schon wieder eine dieser Platten, die eigentlich einerseits schon fast zu stereotypisch für ihr Genre steht, andererseits aber so was von weiß was sie tut, dabei in ihrer naiven Unschuld nicht nur sehr sympathisch rüber kommt, sondern auch verdammt Arsch tritt und richtig Spaß macht.
Display Homes sind ein Trio aus Sydney und bringen natürlich mal wieder diese typisch australische Gelassenheit in ihrem Sound mit. Das Getue auf ihrer starken zweiten EP könnte man nun wahlweise als sehr entspannten Postpunk mit Anklängen an Pylon bezeichnen, oder aber man sieht Parallelen zum 80er College Rock oder überhaupt dem Indie Rock der Prä-Grunge Ära. Das steckt da alles irgendwie mit drin.
Das gab's hier auch schon was länger nicht mehr: Klassischer Indie Rock, der den Lärm noch genau so in Ehren hält hat wie die Melodien und dabei keinerlei Skrupel zeigt, die Nachbarn aufzuwecken. Die zweite EP der Jungs aus Calgary, Kanada kann man dabei so halbwegs in der Nachbarschaft etwa von Happy Diving, frühen Milk Music, California X, Dead Soft oder Washer verordnen.
Ausgezeichneter Garagepunk der stark Fuzz- und leicht Sludge-lastigen Variante liefert der zweite Langspieler von Dimesack aus Kansas City. Klar werden hier keine neuen Wege beschritten, aber auch mit dem alten Scheiß in ziemlich gut kann man sich durchaus mal die Zeit bis zur nächsten Revolution vertreiben.
Auf ihrem Demo operiert diese Band aus dem kanadischen Halifax ohne Rücksicht auf zerfetzte Tweeter und katapultiert schmerzfreie Genießer damit auf geradem Weg in den LoFi Himmel. Oder ist das jetzt schon Shit-Fi? Was man zwischen den Pulsen aus Distortion und weißem Rauschen ausmachen kann klingt jedenfalls nach einem Mix aus Fuzz Punk, Hardcore, etwas Garagenzeug. Man könnte sich fast vorstellen, dass ihr Lärm auch in einer cleaneren Aufnahme noch ziemlich gut kommt.