The Living Eyes – Peak Hour Traffic 7″

Bei dem Label, ebenso wie bei der Band, kann man eigentlich nicht viel falsch machen. So liefert auch die aktuelle 7" der Punks aus dem Australischen Geelong auf der etablierten Hausnummer Anti Fade Records mal wieder zuverlässige Qualität, verkapselt in zwei Garagenohrwürmern von nahezu krimineller Hartnäckigkeit.

Anxious Living – Anxious Living

Das malaysische Kassettenlabel Pissed Off!! Recs hat da mal wieder ein prächtiges Artefakt ausgebuddelt in Form einer Band, deren Mitglieder sich irgendwie über Singapur und die Vereinigten Staaten verteilen. Ihre erste EP weiß jedenfalls schon durchweg zu beeindrucken mit einer straight nach vorne gehenden Spielart von Post Punk, die man zum Beispiel mit The Estranged, Red Dons, Daylight Robbery oder gemäßigten Criminal Code vergleichen könnte. Zum Schluss wird dann noch mit einer gelungenen Coverversion einem ebenfalls sehr offensichtlichen Vorbild Tribut gezollt.

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Help – Help

Ausgezeichneten Scheiß auf der Grundlage von Noise Rock, Sludge Punk und Postcore gibt es auf dieser EP von Help aus Portland zu begutachten, der nicht nur mit angemessenen Vorschub, sondern öfter auch mal mit für sein Genre untypischer Melodiösität überzeugt und in meinem Kopf Assoziationen zu Death Pedals, USA Nails oder Tunic triggert.

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The Freakees – Live Freakee, Die Freakee

Wie zu erwarten ist die neueste EP der Freakees aus Los Angeles mal wieder 'ne kleine Bombe geworden und hat sich die Veröffentlichung auf Neck Chop Records so was von verdient. Ihr wisst was ihr zu erwarten habt: Einen arschtretenden Sound im Umfeld von Garage-/Fuzz-/KBD-Punk und Weirdcore, der schon länger keinen Duschkopf mehr von unten betrachtet hat.

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Ill Globo – Check The Odds

Ihr ganz vorzügliches Demo ist noch gar nicht so lange her, da besorgt die Band aus Melbourne auch schon wieder erstklassigen Nachschlag von ihrem kaputten Lärm, den man irgendwo in der Wildnis zwischen klassisch krudem Killed By Death-Gerümpel, Garage- und Fuzz Punk, Noise- und Weirdcore verorten kann.

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Die! Die! Die! – O

Den Neuseeländern stand ich in vergangenen Jahren immer etwas gespalten gegenüber, aber mit ihrer neuesten EP reißen die mich dann doch mal wieder richtig mit. Auf den letzten Kurzspielern gab es ja eh schon Anzeichen einer deutlich kompromissloseren Marschrichtung, aber erst hier lassen sie den für meinen Geschmack immer etwas zu gefälligen Noise Pop-/Post Punk-Hybrid - für den sie wohl am meisten bekannt sind - weitgehend hinter sich zugunsten von ungleich stacheligerem Noiserock und einem Energielevel, wie man ihn von der Band schon seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr zu hören bekam.

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Overtime – Overtime

Hui, das ist echt mal ein Einschlag. Das entstandene Loch in der Wand kriegt man so leicht nicht mehr verputzt, ohne dass der Vermieter etwas merkt. Overtime kommen aus Melbourne, einer Stadt die musikmäßig ja eh nicht für halbe Sachen bekannt ist. Ihr erstes Album stellt sich als derber Brocken aus Noise Rock und Postcore heraus, der locker die rohe Energie aktueller Acts der Sorte Tunic, Pigeon, Metz, USA Nails mitnimmt, aber in verschiedenen Augenblicken auch vergangene Acts á la Bastro, Laughing Hyenas, Green Magnet School oder Live Skull channelt. Das ganze wird hier von einem unnachgiebig druckvollen, aber gleichzeitig maximal rohen Klangbild in genau das richtige Licht gerückt.

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Hwanza – Demo

Da braut sich ja scheinbar was zusammen in Südkorea. Nachdem mich vor kurzem bereits die Martyrs aus Seoul mit einem tollen Demo angefixt hatten, zünden deren Stadtnachbarn Hwanza gleich die nächste wuchtige und ungewaschene Hardcore-Rakete mit deutlichem Garagenzusatz - nicht ganz unähnlich zu Glue oder Fried Egg.

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Yeesh – Saw You Up There

Auch mit Langspieler Nummer Drei von Yeesh aus Chicago kann man nichts falsch machen. Die auf dem Vorgänger noch deutlicher erkennbaren, melodischen (und ich muss hier betonen: vollkommen tolerablen) Emo-Versatzstücke machen einem weitaus grimmigeren Vibe platz; die Songs und Arrangements sind stärker durchdacht und ausgereift als je zuvor. Wie gehabt klingt ihr Postcore deutlich nach dem herkunftsmäßig naheliegenden 90er Touch&Go-Sound, aber fraglos auch mal nach einschlägigen Washingtoner Hausnummern. Ganz besonders sticht hier aber ein gewisser Quicksand-Vibe heraus, wie man ihn heute viel zu selten zu hören bekommt. Obendrein kann auch mal etwas Superchunk-mäßiger Indierock durchscheinen. In der Gegenwart fühlt sich ein Vergleich zu Meat Wave halbwegs richtig an.

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Blazar – Reach Out

Es ist gerade mal ein Jahrzehnt her, da hatte ich Hardcorepunk eigentlich längst abgeschrieben und wollte mit nix mehr mit irgendwas zu schaffen haben, was da jenseits der frühen Jahre passiert ist. Deshalb finde ich es so bemerkenswert, was für eine derbe Rehabilitation gewisse Teile des Genrekomplexes zumindest in meinem Empfinden geleistet haben. Vielleicht liegt es aber auch nur an mir und ich wusste einfach nicht besser, wo vor den 2010ern der weniger miefige Wind wehte. Nun ja, jedenfalls brodelt das Zeug ja schon ein paar Jahre äußerst Positiv vor sich hin, aber 2019 kann ich wohl endgültig im Kalender markieren als das Jahr, in dem Hardcore wieder richtig Spaß macht. Erzählt aber gewissen Teilen der Szene nichts davon. Sonst kommen die... ihr wisst schon, diese schlecht ausgelasteten Türsteher/Polizisten/Spaßbremsen und wollen wieder ihre unentspannten Ausdruckstänze, Rhythmische Sportgymnastik und Balzrituale Inszenieren. Dann brauchen wir als nächstes eine neue Emowelle, um die wieder los zu werden. Bevor das passiert, würde ich gerne noch etwas Spaß an der Musik haben. Obwohl das Emodings natürlich auch mal ein überfälliger Kandidat wäre, den Gestank der letzten zweieinhalb Jahrzehnte abzuschütteln. Oh, und es ging hier eigentlich ja um eine EP von Blazar. Die ist ziemlich gut, tut sie euch rein. Hat in der aktuellen Landschaft etwas von Bootlicker und Hate Preachers.

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