Vangas – Dog Walker / Waltz In E Minor

Die Noiserocker Vangas aus Atlanta bleiben auch auf auf ihrer neuen 7″ via Chunklet angenehm unkonventionell. Auf der A-Seite kriecht ein schüchterner Groove langsam einer unvermeidlichen Eruption entgegen, wo dann die Scheiße auf den Propeller trifft. Die noch deutlich ungemütlichere B-Seite erinnert mich dann etwas an ihre Noise Rock-Zeitgenossen Marriage + Cancer aus Portland oder die Kanadier Nearly Dead.

Gunky – Ectoplastic

Als ein seltsamer (Post-) Punk/Noise-Bastard, der sich ganz frech durch die Geschichte des Punk und Noise-Untergrunds plündert, stellt sich die Debüt-EP von Gunky aus Philadelphia heraus. Ich meine Echos von MX-80 und Mittachtziger Sonic Youth zu hören, von The Mentally Ill und Saccharine Trust. Oder auch von jüngeren Bands wie Patti oder Plax.

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Maximum Roach – Dry Rot

Hochexplosiven Noise Punk mit Garagecore-Raketenantrieb liefert uns das Debütaubum von Maximum Roach irgendwo aus Arizona. Abwechselnd darf man sich mal an Bands wie Beast Fiend, Anxiety, Soupcans, Bo Gritz oder Mystic Inane erinnert fühlen.

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Punter – Demo

Eine weitere Ladung an starkem Garage Punk mit gelegentlicher Hardcorekante aus der zuverlässigen Szene in Melbourne. Öfter mal versprüht das die atemlosen Qualitäten von Jackson Reid Briggs & The Heaters, kombiniert mit dem etwas bodenständigeren Garagensound etwa von Civic oder früheren Vaguess. Der Pop-Instinkt letztgenannter, sowie auch einiges an Pist Idiots-mäßigem Drama, finden ihren Höhepunkt im hymnischen A Minute’s Silence.

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Alien Nosejob – Suddenly Everything Is Twice As Loud

Keine Ahnung ob Alien Nosejob aktuell als vollzählige Band existieren, aber zumindest das zweite Album seines Projekts hat Jake Robertson (Ausmuteants, School Damage, Leather Towel, Hierophants, etc.) jedenfalls ganz alleine eingespielt. Nachdem die letzten paar Veröffentlichungen ein recht wilder Ritt waren, der von Power- und Jangle Pop über Synth Pop bis hin zu einer Hardcore-7″ reichte, ist der neue Langspieler ein unerwartet homogenes Werk, das sich in einem Spannungsfeld zwischen typischem Ausmuteants-Garagenzeug und traurigem Powerpop bewegt, verpackt in einer flauschigen, mal mehr, mal weniger hochfidelen Analogästhetik. Das Songmaterial ist ausnahmslos vom feinsten – Mr. Robertson ganz in seinem Element.

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Iron Cages – January 2020 Tour Promo

Auf ihrem neuesten Kurzspieler hauen uns Iron Cages aus Washington drei ausgezeichnet drückende Rüffel aus garagifiziertem Hardcorepunk vor den Latz, welche für die Band einen massiven Fortschritt markieren – hin zu einem kompakteren, griffigen Sound für Freunde etwa von Fried Egg, Punk Guitars, Cülo, Anxiety oder Electric Chair.

Trashdog – Dipshitticus

Ein wundervolles, gestörtes Chaos ist das zweite Album von Trashdog aka Andrew Jackson – dem verantwortlichen Spacken hinter dem Label Digital Hotdogs – geworden. Dass hier die Uhren nicht ganz normal ticken war schon zu erwarten, aber von der Masse an feinster Qualität, die hier wild über den Boden verteilt zu entdecken ist, bin ich doch stark überrascht – besonders nachdem mich das erste Album nicht so komplett überzeugen mochte. Zu einem Drittel besteht das aus bekifften bis hirnverbrannten Gags. Zu einem weiteren aus ebenso mitreißenden wie schrägen Sounds, die irgendwo zwischen Garage Punk, Power Pop, Synth- und Elektropunk, einem Spritzer Glam ihr ausgesprochen einfallsreiches Unwesen treiben. Beim letzten Drittel bin ich mir dann nicht so sicher, in welche der beiden Kategorien es jetzt gehört. Alles zusammen ergibt eine vielleicht etwas überwältigende, aber nichts desto trotz sehr geile Abfahrt.

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Moist Boy – Deep Rest

Moist Boy aus New Bedford, Massachusetts sind einer der seltenen Fälle in denen sich eine Band dem Pop Punk-Gehege annähert, ohne mich sofort in die Flucht zu treiben. Aber ehrlich gesagt liegt das eher daran, dass die meisten Pop Punk Bands einfach massiv saugen und die fundamentalsten Bausteine von genießbarem Punkrock nicht geregelt kriegen in einem Subgenre, das scheinbar eh keine Qualitätsstandards kennt.
Moist Boy hingegen saugen ganz und gar nicht, sondern reißen vom ersten Moment an mit. 1A Songmaterial, jede reichlich Sprengkraft in einer tighten Darbietung, eine deutliche Garagenkante und durchaus finstere Lyrik sind ihre Mittel dazu. Hat unter anderem was von Cheap Wine, Dark Thoughts, Steve Adamyk Band und gar ein bisschen Marked Men. Erstklassiger Scheiß und Pflichtprogramm für denjenigen, der genannten Bands etwas abgewinnen kann.

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The Resource Network & Big Hog – Split 7"

Zum zweiten mal kommen die beiden Bands aus Indianapolis für eine Splitveröffentlichung zusammen – diesmal ist es ein Siebenzöller auf Goodbye Boozy Records geworden. Nicht nur ist die Aufnahme hier etwas weniger roh, sondern auch soundmäßig haben beide ihr Vokabular deutlich diversifiziert. The Resource Network hauen uns mal schlauen Garagepunk zwischen Uranium Club und Yammerer um die Ohren, mal Post Punk/-core, der sich z.B. irgendwo zwischen Rites of Spring und frühen Slovenly verorten lässt, und zu guter Letzt noch eine straighte Punknummer mit Launcher-mäßigem KBD-Vibe.
Letzterer ist auch im Hause Big Hog am Start, vom Hardcore des Split-Tapes ist nun aber nicht mehr so viel zu spüren. Dafür gibt es eine Postpunkabfahrt á la Patti treffen auf frühe Minutemen zu bestaunen, eingerahmt von zwei mal Noise Punk, der etwas wie Lumpy & The Dumpers auf ’nem leichten Sludgetrip klingt.

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B.E.E.F. 39X – Man-Simulator 5

Beim ersten Hinhören denke ich bei dieser Platte sofort an die texanische (Neo) NoWave-/Chaotic Noise Rock Connection um Flesh Narc, Gay Cum Daddies und noch ein paar andere Projekte mit vielen der gleichen Beteiligten. Diese Band kommt jedoch aus Philadelphia, was derartige Verstrickungen eher unwahrscheinlich erscheinen lässt. Auch der Sound und die Songs kommen auf den zweiten Blick deutlich strukturierter rüber, verglichen mit dem weitgehend improvisierten Lärm der genannten Bands. Soundmäßig ist das etwas weniger im No Wave-, etwas stärker im Noiserock-Umfeld zuhause – ab und an scheint da auch mal eine leise Note von Spray Paint, Soupcans oder Big Neck Police durch.

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