Vaguess – Directions For Use

Das Garagepunk-Überwesen Vinny Vaguess aus Los Angeles bleibt auch auf seiner neuesten EP ’ne spannende Sache. Waren die vorherigen zwei Langspieler eine geringfügig entspanntere, Powerpop-lastige Angelegenheit, überrascht er hier erneut mit quirligen Post Punk-Versatzstücken – häufig unter Zuhilfenahme von leicht Devo-mäßigen Synths. Und wo wir schon vom Teufel reden… mit Lesser of Two ist hier sogar eine ausgewachsene Synthpop-Hymne mit im Gepäck, nicht unähnlich zu manchem was Alien Nosejob in jüngerer Zeit verbrochen haben. Weitere Orientierungspunkte wären vielleicht Nick Nirmal, Andy Human and the Reptoids, Teenanger, gelegentliche Spuren von Ausmuteants. Alles davon zündet ganz vortrefflich, was unter anderem mal wieder seinem erwartungsgemäß exzellenten Songhandwerk geschuldet ist.

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Boogie Board – Station

Die aktuelle EP von so ’nem Typen aus Chicago liefert uns viereinhalb kurze aber wirkungsvolle Farbenspiele aus unverschämt über die Distortion-Klippe geschubster krautig-spacerockender Psychedelic-Garage-Fuzz-Ekstase. So etwa Destruction Unit treffen auf Chrome, Draggs kollidieren mit Dr. Mix & The Remix.

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Cherry Cheeks – Motivator / No Ticket / Neighborhood WATCH!

Ich hab alles versucht, den Output dieses Projekts aus Orlando, Florida als ein weiteres mittelmäßiges Synthpunk-Artefakt unserer Zeiten abzutun… na ja, bei der ersten EP zumindest. Die zweite führte dann schon zu einem gewissen Misstrauen gegenüber meinem eigenen Urteilsvermögen. Mit EP Nummer drei kam dann endlich die Erleuchtung darüber, was für einen geballten Haufen Naturdünger sich mein angeschlagener Klumpen aus grauer Masse manchmal zusammendenkt. Ich könnte mal ein Anusimplantat für meinen Kopf gebrauchen. Evolution, du bist so eine Enttäuschung… Diese zwölf Songs sind unter’m Strich nicht weniger als ein ausgesprochen spaßiger Synthpunk-Trip. Einer von der eher poporientierten Machart, der soweit mit jeder neuen EP etwas an Klasse dazugewonnen hat. Also anbeißen, wenn du etwa Zeug wie Trashdog, Warm Exit, Dot.com, Set Top Box, Power Plant, T.L.B.M. oder Spyroids gut ausstehen kannst.

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Tommy And The Commies – Hurtin‘ 4 Certain

Neuer Krempel von Tommy and the Commies aus Sudbury, Kanada. Inzwischen sollte sich ja rumgesprochen haben, was man zu erwarten hat: Ein wunderbares Spektakel aus erstklassigem Powerpop, leichtem Garagenfaktor und einer Extraladung von Buzzcocks-mäßigem, melodischem Punkrock. Eine schwungvolle Performance und über jeden Zweifel erhabene Songwriting-Skills heben das ganze noch mal auf ein höheres Level.

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Pork Belly – Jinx & Chew

Vielversprechend und macht Spaß, diese erste digitale Single einer Band aus San Francisco. Post- und Art Punk von dieser etwas schrägen und verspielten Machart, die etwa bei Freunden von Patti, Rolex, Reality Group oder Emergency Contact sicher auf Zustimmung stoßen wird.

Mini Skirt – Casino

Bereits mit einer Handvoll starker EPs aufgefallen, haben Mini Skirt aus Byron Bay, Australien jetzt ihr Langspieldebüt abgeliefert. Natürlich haben sie auch hier wieder ein paar Hühner zu rupfen, was sich in einigen ihrer angepisstesten Lyrics Bahn bricht, während auf musikalischer Seite wieder alles am Start ist, was man auf den EPs liebgewonnen hat, vielleicht sogar ein bischen mehr als das… Garage Punk und Pub Rock mit gewissen Ahnlichkeiten zu Dumb Punts, Pist Idiots oder WOD, der sein vergleichsweise relaxtes Tempo mit einer eindringlchem Performance ausgleicht, dabei dieses mal sogar zögerlich seine stilistische Palette um vereinzelte Momente von melodischem Spätachtziger/Frühneunziger-Indie Rock ergänzt.

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Moth – Machine Nation

Moth aus Melbourne hatten vor geraumer Zeit bereits ein ganz ordentliches Demo raus, aber ihre erste EP ist da mal um einiges besser. Mal ganz unromantisch ausgedrückt ist das recht typisches Garage- und Synthpunk-Gedöns wie man es in der Gegenwart gewohnt ist… aber andererseits auch durchweg kompetent, mit reichlich viel Punch und einem leichten psychedelischen Touch. Ansonsten gehen sie weitgehend nach etabliertem Useless Eaters-, Pow!-, Ex-Cult-, oder Flat Worms-Rezept vor. Da kann man ja auch nicht viel falsch machen.

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Sweet Reaper – Closer Still

Auf Album Nummer drei nehmen die Garagenpunks aus Ventura, California die Fäden genau da wieder auf, wo sie selbige vor grob zwei Jahren liegen gelassen haben. Eine weitere starke Ladung von bittersüßen, melodischen Bangern mit einer Spur von Wipers und nicht ganz fernab aktueller Acts wie Cheap Whine, Radioactivity, Red Dons oder Dadar.

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Nag – Dead Deer

Nag aus Atlanta zeigen schon etwas länger Präsenz im gegenwärtigen Postpunk-Umfeld, weshalb ich auch etwas verwundert bin, dass sie erst jetzt ihren ersten Langspieler vorgelegt haben. Die Überraschungen sind damit aber noch nicht alle vom Tisch. Waren sie bisher immer ein bisschen die Bad Boys des Genres – immer etwas ungekämmter und roher zugange als die meisten ihrer Mitstreiter – bekommen wir sie hier mal in einem vergleichsweise HiFi-mäßigen Klangbild zu hören. Mit so ein, zwei weniger Schichten aus Noise und Fuzz wird der Blick frei auf einen geschärften rhythmischen Fokus und eine breitere Palette an Stilmitteln, die Vergleiche zu so Hausnummern wie Negative Space, Rank/Xerox, Pretty Hurts, Diät, Knowso, Bruised oder Exit Group nahe legen.

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Future – Demo

Na das ist ja mal ’ne ordentliche Wucht, was mir diese vermutlich polnische Band entgegen schmettert. Zu gleichen Teilen Hardcore- und Garage Punk, vorzüglich angetrieben von ultra-simplen Schlagwerk, das den Texturen aus der Saitenquäler-Abteilung den nötigen Raum lässt, sich auszubreiten. So etwas ähnliches hat man in der Vergangenheit vielleicht von Bands wie Leche, Murderer, Yambag, Lux zu hören bekommen… oder vielleicht verbirgt sich dazwischen sogar noch eine Spur von Wymyns Prysyn.

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