OK Satán – Fatal Insomniac

Ich weiß, darauf habt ihr alle gewartet. Die zweite Flaschenpost des Kopenhagener Hardcore-/Garage Punk-Duos breitet sieben epische neue Erzählungen aus ihrer märchenhaften Welt vor uns aus, begrenzt ausschließlich von einem pausenlos erweiterten Horizont und gewürzt mit wichtigen Diskussionen um so kontroverse Themen wie ihre Namen, deine Problemfresse und was ihnen sonst noch so am Arsch vorbei geht. Erneut ein brilliantes, vielschichtiges Meisterwerk!

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Italia 90 – Borderline 7″

Mal wieder ein sauberer Release von den Postpunkern Italia 90 aus London. Die A-Seite Borderline präsentiert ihren Sound in seiner bislang kompaktesten, eingängigsten Form mit einem Hauch von Gotobeds, Sleepies oder B-Boys. Wenn ihr mich fragt ist hier aber die düstere B-Seite Declare die eigentliche Hauptattraktion, die sich ein bisschen nach einer (stark gereiften) Rückbesinnung auf den kantigen Minimalismus und die starken Swell Maps- und Membranes-Vibes ihrer ersten EP anfühlt.

TVO – Alive!

Einen schönen Aufstand tritt da eine Band aus Philadelphia los, zu gleichen Teilen Garage Punk und Noise Rock und animiert vom Geist diverser Klassiker in der Grauzone von oldschool (Post-)Punk und (Proto-)Noise Rock. Die ersten Töne mögen ein bisschen an Brainiac erinnern, aber vor allem ist es Zeug aus den 80ern wie U-Men, X (AUS), Flipper, Feedtime, No Trend… soger ein leichter Unterton von frühen Minutemen kommt zwischenzeitlich vor. An gegenwärtigen Bands fallen mir dann spontan noch Cutie und Patti ein.

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Dummy – Weird

Japp, der Titel ist programm hier bei der dritten Kassette des in Minneapolis ansässigen Punk-Projekts Skull Cult alias Sean Alberts, bekannt auch durch seine anderen Großtaten mit Skull Cult, QQQL und Belly Jelly. Tonnenweise einfallsreiche und schrullige Schrägheiten mit Garage-, Synth- und Eierbezug rollen hier unaufhaltsam vom laufenden Band.

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Peacemaker – See You Dead / Greed

Hier ist noch ein weiteres gleichermaßen kurzes und spaßiges Tape, das einen dieser leckeren oldschool Hardcore/KBD-Style/Garage Punk-hybriden transportiert, so schlicht und elegant und makellos in der Ausführung. Dieser Scheiß wird nie alt.

Nasty Party – Celebration

Dieses Duo aus Sydney und London trifft bereits auf Anhieb alle Nägel auf den Kopf mit so ehrlichen wie eindringlichen Lyrics und einem Sound nicht ganz unähnlich zu jüngeren britischen DIY-Erscheinungen wie Silicone Values und Suburban Homes, wobei Nasty Party ihre deutlichen Television Personalities-Vibes aber mit einer guten Ladung Buzzcocks-Drive ausbalancieren. Außerdem kommen mir dabei noch Proto Idiot und Freak Genes in den Sinn.

Last Quokka & False Cobra – The West Ghost Split

Ich weiß nur gutes zu sagen über diese Split 7" zweier australischer Bands. Last Quokka's Seite wartet mit zwei ihrer bislang besten Songs auf und dem bereits vertrauten Sound aus Postcore mit Garage-Boost sowie Momenten von Hot Snakes und frühen Jawbox, ebenso auch von gegenwärtigen Bands wie Video, Bad Breeding und Ascot Stabber.

Von False Cobra höre ich hier zum ersten mal. Mancher der genannten Vergleiche mag auch auf ihre zwei Songs zutreffen, aber insgesamt liegt bei ihnen das Gewicht deutlicher auf Seite von Garage und klassischem Punkzeugs - ein Fitzelchen von The Ruts oder X (L.A.) ist da an Bord, aber auch mit The Living Eyes, Mini Skirt oder frühen Teenanger gibt es Gemeinsamkeiten.

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Motor Corp – Demo

Deluxe Bias trifft zum wiederholten mal gut in die Scheiße mit einem weiteren Tape von der Sorte, dessen kurze Laufzeit schon an Satire grenzt und auf dem mir ein Hardcorepunk entgegen kommt, der kaum ursprünglicher und primitiver sein könnte, die Hörer mit reiner Willenskraft überrumpelt bevor jene überhaupt verarbeiten können, was sie sich da eigentlich gerade angehört haben.

TJ Cabot & Sonic Hz – Out Of Touch

Für meinen Geschmack waren bisherige Veröffentlichungen des kanadischen Garage-Weirdos TJ Cabot immer von etwas wechselhafter Güte. Mit seiner neuesten 7" - eine Kollaboration mit dem Synth Wave-Musiker Sonic Hz - bewegt er sich aber klar in der goldenen Zone, in welcher die besten Zutaten aus beiden Welten zusammenkommen und ich mich ein wenig an die Schweden Isotope Soap erinnert fühle.

Waste Man – One Day It’ll All Be You

Mit ihrem zweiten Langspieler haben sich Waste Man aus New Orleans fast komplett von dem Hardcore-Faktor gelöst, der auf ihrem saustarken 2018er Tape A New Type Of Worry noch alles zusammen hielt. Was nicht heißen soll, dass ihre neueste LP weniger spannend wäre, ganz im Gegenteil: Das hier ist ihr bislang ehrgeizigster und gleichermaßen reifster Output geworden. Eine unvorhersehbare Abfahrt, die auf dem Weg mal bei so Schlaumeier-Garage Punk á la Vintage Crop, Dumb und Uranium Club aneckt, von dort einen Bogen über Art Punk der Sorte Lithics oder Patti, hin zu modernem Post Punk der Public Eye-, Gotobeds- und Bambara-Schule aufspannt. Gleichzeitig strahlt das ganze aber auch noch ein paar oldschooligere Vibes ab - leichte Echos von Wire und Saccharine Trust sind dabei am deutlichsten auszumachen.

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