Shifting – It Was Good

Für eine Band, die bisher nur eine 7″ auf dem Buckel hat, erstaunt die Reife des Sounds, der sich auf dem Debütalbum von Shifting aus Dublin entfaltet – nicht weniger als eine voll ausgeformte, vielseitige und einfallsreiche Vision von Noise Rock, Postcore und Math Rock, die sich klar von klassichen Acts der 90er und frühen 00er Jahre wie Unwound, Bastro, Chavez, Frodus, frühen Shellac beeinflusst zeigt, dabei dennoch problemlos auf eigenen Beinen steht. In der gegenwärtigen Genrelandschaft könnte man außerdem noch Multicult als halbwegs passenden Vergleich nennen.

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Brandy – The Gift Of Repetition

Es ist absolut passend, dass der erste Zwölfzöller auf dem US Garage-Überlabel Total Punk Records mit einem hämmernden Groove á la ISS beginnt, war doch deren kürzlich erschienene EP die vermutlich letzte 7″, die jemals auf Label erschienen ist – der Übergang in eine neue Total Punk-Ära könnte also kaum smoother und wir sicherer sein, dass der Geist hinter diesem Label trotz einer Änderung des Formats der gleiche geblieben ist. Ein bisschen erwachsen geworden, vielleicht. Die New Yorker Garage Noise-Combo Brandy klingt hier kompakter und kraftvoller als je zuvor, nachdem sie sich ja schon an einem brilliant rohen Debütalbum und einer weiteren 7″ die Zähne ausgebissen hatten – ratet mal auf welchem Label die letztere erschienen ist… Ebenfalls deutlicher als zuvor schält sich diesmal ein gewisser Feedtime-Einfluss heraus, während ihre abstrakteren Momente mal einen leichten Spray Paint-Vibe entwickeln. Ganz besonders fühle ich mich aber an aktuelle Post Punk Acts wie Knowso oder NAG erinnert – beide hatten ebenfalls schon Platten auf Total Punk raus. Bemerkenswert, wie viele Kreise sich mit dieser Veröffentlichung schließen.

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Satanic Togas – X-Ray Vision

Gleich noch mal ein Release aus dem hause Satan. Vielen dank, Satan. Hier bei 12XU sind wir sind große Fans ihres Schaffens. Der neueste Langspieler auf Sydney’s ausgezeichneten Label Warttman inc. macht jedenfalls mal wieder richtig laune mit zwanzig minuten zackigem und angemessen schrägem Garage Punk, der schon einiges gemeinsam hat mit anderen Warttman-Bands á la Research Reactor Corp., Dot.com oder Set-Top Box. Davon ab erscheint auch ein Vergleich zu frühen Useless Eaters oder Ausmuteants nicht zu weit hergeholt.

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OK Satán – Expanded Horizon

Hier ist ein Pfund ultra-simples, Drum Machine-getriebenes Garagepunk-Gedöns von einem Kopenhagener Duo, das ausschließlich auf unsere niederen Instinkte abzielt. Stilistisch kann man das irgendwo in der Nachbarschaft von Buck Biloxi and the Fucks, S.B.F. und Dr. Mix & The Remix einordnen – jeweils in einer nochmal deutlich primitiveren Abart. Perfekt, gefällt.

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Bootlicker – How To Love Life 7″

Mal wieder was neues von den Punks aus Vancouver. Ihr wisst was es zu erwarten gibt und sie wissen wie man abliefert. Sechs tadellose Krachausbrüche aus relativ oldschooligem, schnörkellosem Hardcorepunk mit Garagenzusatz.

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Girls In Synthesis – Now Here’s An Echo From Your Future

Nachdem die Londoner über die letzten paar Jahre verteilt bereits einen ganzen Arsch voll EPs rausgehauen haben und ihr Sound dabei zunehmend an Reife gewonnen hat, ist es jetzt auch keine besondere Überraschung, dass ihr Debütalbum eine durchweg stimmige Angelegenheit ist, die eigene Formel aus Post Punk-, Noise Rock- und Postcore-Elementen zu einer sauber rotierenden Präzisions-Maschine perfektioniert, während die Band weiterhin vorsichtig ihren Horizont erweitert – wie etwa mit dem gewissen Wire meets Big Black-Vibe in Set Up To Fail oder den tristen, an frühe Uniform erinnernden Doomscapes in Human Frailty.

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Rancher – Choke

Das Elektropunk-/noise-Duo aus River Falls, Wisconsin legt hier eine weitere leckere EP vor, auf der sie erneut ganz schön danach klingen als schwenkten Big Black komplett auf elektrische Klangerzeugung um und machten dann gemeinsame Sache mit den Primitive Calculators, bewaffnet mit Krawallwerkzeugen aus dem Baumarkt anstelle von Gitarren.

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I Am The Fly – I Am The Fly 7″

Nun, eigentlich rate ich ja mit gutem Grund davon ab, mich mit physischen Tonträgern zu bemustern, weil das in gefühlten 99% der Fälle einfach einer reinen Verschwendung von Geld und natürlichen Ressourcen gleichkommt. Digitale Files lassen sich einfacher entsorgen. Aber wie dem auch sei, was da von einem Duo aus der mehr oder weniger direkten Nachbarschaft auf schwarzem PVC hereingeflattert kam hat dann doch mal ein unerwartetes Maß an Charme und Klasse – ordentlich vorwärts getriebener Synthpunk, wie man ihn in jüngerer Zeit vielleicht mit Bands wie Le Prince Harry, Clarko, Powerplant oder R. Clown assoziieren möchte, inklusive englischer Lyrics aus der Klaus Meine-Grabbelkiste, was letztendlich nur noch weiter zum putzigen DIY-Charakter der drei Songs beiträgt.

Cells – They Drew First Blood

Eine neue EP von Maestro Voltaire’s zweitbekanntesten Projekt Cells. Muss ich dazu überhaupt noch was sagen? Sieben neue Häppchen hirn- und fuzzgefickter Hardcorepunk-Glückseligkeit.

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Clock Of Time – Pestilent Planet

Mal wieder eine weitere Berliner Band, deren Mitglieder zuvor bereits in anderen Ecken des 12XUniversums Wellen geschlagen haben, und zwar in Bands wie Diät, Ausmuteants und Vexx, wobei Diät aber der naheliegendste Vergleich davon ist – vielleicht mit einem etwas ausgeprägteren 80er Death Rock vibe. Außerdem gibt’s Ähnlichkeiten etwa zu einer verlangsamten Inkarnation der Pretty Hurts, zu Criminal Code oder den österreichischen Kollegen Red Gaze zu berichten.

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