Guter aber verstörender Scheiß, die jüngste EP dieser Gruppe aus Los Angeles. Tiefschwarzer Post Punk, der von den hässlichen Abgründen erzählt, welche durch unsere moderne Technik gleichermaßen offengelegt aber auch erst ermöglicht werden (und ja, das beinhaltet ganz explizit auch Kinderpornos und -missbrauch). Soundmäßig würde ich das mal als eine seltsame Fusion aus The Estranged und The Spits bezeichnen, die außerdem durch ganz amtliche Death Rock- und Synth Wave-Vibes komplettiert wird.
Die wöchentlich verordnete Vitaminpille aus leicht Devo-mäßigem Garage- und Synthpunk kommt dieses mal von einer Band aus Perth und wird mit Sicherheit ihre belebende Wirkung bei den Gönnern von Zeug wie Skull Cult, Research Reactor Corp., Alien Nosejob, Isotope Soap oder Erik Nervous nicht verfehlen.
Kawumm! Was einem hier auf der Debüt-EP dieser Kanadier ins Gesicht springt sind perfekte sieben Minuten leicht Garage- und KBD-beeinflusstem oldschool Hardcore-Getöses, in dessen halsbrecherischer Performance sich ums verrecken keine einzige Schwachstelle finden lässt.
Hui! Die Typen aus Los Angeles haben zwei gute Jahre (oder eher… zwei nicht ganz dem Qualitätsstandard genügende Jahre) gebraucht um nach ihrer saumäßig spaßigen Debüt-EP nachzulegen. Das Ergebnis ist aber erneut ein endloser Quell der verschwitzten, ordinären und ganz bestimmt verbotenen Synth-/Elektropunk-Abendunterhaltung wie sie einem nur in den verruchtesten Ecken der Bandcamp-Erwachsenenabteilung begegnet.
Ich war etwas spät dran, diese Band aus Atlanta zu entdecken, die jetzt schon seit über einer Dekade rumlärmt - erst mit ihrer 2018er No Face 7" wurde ich auf sie aufmerksam. Auch wusste ich da noch nicht, dass sie sich Mitglieder mit den Postpunk-Minimalisten Nag teilen. Jetzt ergibt plötzlich alles mehr Sinn. Nicht nur höre ich da klar den gleichen Sänger, sondern auch soundmäßig kann ich jetzt die Verwandtschaft kaum mehr überhören. Predator klingen etwas wie der etwas geselligere Cousin von Nag, mit stärkerer Garagen-Tendenz und gelegentlichen Hardcore-Momenten. Ich meine… vereinzelt klingen sie fast so, als hätten sie Spaß an der Sache!
Die neueste EP der Band aus Melbourne fängt gut an, wird dann mit jedem Song besser. Zuerst hat's was von einem Mix aus (zu beginn) Synth-losen Ausmuteants, Ex-Cult, Sauna Youth, frühen Teenanger… aber auch so eine Postpunk-Kante á la Flat Worms, Constant Mongrel. Letztere Tendenz übernimmt in der zweiten Hälfte zunehmend das Ruder und genau da spielt die Platte ihre größten Stärken aus, welche sich letztendlich zu der epischen Anti-Hymne Australia auftürmen - einem Stinkefinger in Richtung Nationalismus, der sich für seine einfachen, klaren und aufrichtigen Worte nicht entschuldigen muss.
Ich weiß, darauf habt ihr alle gewartet. Die zweite Flaschenpost des Kopenhagener Hardcore-/Garage Punk-Duos breitet sieben epische neue Erzählungen aus ihrer märchenhaften Welt vor uns aus, begrenzt ausschließlich von einem pausenlos erweiterten Horizont und gewürzt mit wichtigen Diskussionen um so kontroverse Themen wie ihre Namen, deine Problemfresse und was ihnen sonst noch so am Arsch vorbei geht. Erneut ein brilliantes, vielschichtiges Meisterwerk!
Mal wieder ein sauberer Release von den Postpunkern Italia 90 aus London. Die A-Seite Borderline präsentiert ihren Sound in seiner bislang kompaktesten, eingängigsten Form mit einem Hauch von Gotobeds, Sleepies oder B-Boys. Wenn ihr mich fragt ist hier aber die düstere B-Seite Declare die eigentliche Hauptattraktion, die sich ein bisschen nach einer (stark gereiften) Rückbesinnung auf den kantigen Minimalismus und die starken Swell Maps- und Membranes-Vibes ihrer ersten EP anfühlt.
Einen schönen Aufstand tritt da eine Band aus Philadelphia los, zu gleichen Teilen Garage Punk und Noise Rock und animiert vom Geist diverser Klassiker in der Grauzone von oldschool (Post-)Punk und (Proto-)Noise Rock. Die ersten Töne mögen ein bisschen an Brainiac erinnern, aber vor allem ist es Zeug aus den 80ern wie U-Men, X (AUS), Flipper, Feedtime, No Trend… soger ein leichter Unterton von frühen Minutemen kommt zwischenzeitlich vor. An gegenwärtigen Bands fallen mir dann spontan noch Cutie und Patti ein.
Japp, der Titel ist programm hier bei der dritten Kassette des in Minneapolis ansässigen Punk-Projekts Skull Cult alias Sean Alberts, bekannt auch durch seine anderen Großtaten mit Skull Cult, QQQL und Belly Jelly. Tonnenweise einfallsreiche und schrullige Schrägheiten mit Garage-, Synth- und Eierbezug rollen hier unaufhaltsam vom laufenden Band.