Mit ihrem zweitem Langspieler zünden die Punks aus Portland elf neue Geschosse aus sorgfältig kontrolliertem Chaos ab. Einfallsreich und unvorhersehbar wie eh und je haben sie ihrer ganz eigenen Stilblüte von leicht Garage-beeinflusstem alles-ist-möglich-Postcore einigen Feinschliff verpasst und lassen sich dabei dennoch einigermaßen mit Bands wie Kaleidoscope und Bad Breeding vergleichen… vielleicht hat’s auch noch ’nen winzigen Hauch von Drive Like Jehu?
New Vogue aus Montreal haben noch nie so gut geklungen wie auf ihrer jüngsten EP, auf der sie infektiöse Hooks mit gefährlicher Frequenz aus dem Ärmel schütteln und zu glitzernden kleinen Schmuckstücken aus Garage- und Synthpunk verschweißen, der ebenso Useless Eaters reflektiert als auch zahlreiche Bands aus dem Warttman-Kosmos wie Satanic Togas, R.M.F.C. oder Set-Top Box.
Impotent Fetus heißt das famose neue Kassetten-Sublabel des nicht weniger fantastischen Stucco-Imperiums, welches zuletzt schon mit dem Septic Yanks Tape viel Freude in die Welt gebracht hat. Inzwischen bieten sich da auch schon wieder zwei neue Pfützen aus Noise zum drin Baden an, von zwei Bands unklarer Herkunft. Der Qualitätsstandard wird dabei jedenfalls weiterhin rechtwinklig gehalten. Von wegen impotent… Fugitive Bubble sauen dabei wunderbar mit einer überaus einfalls- und abwechslungsreichen Variation von abgefuzztem Hard-, Noise- und Weirdcore rum, die mich abwechselnd mal an Das Drip, Warm Bodies, Vexx sowie den frühen Output von NAG oder Kaleidoscope erinnert. C-Krit hingegen klingen ziemlich nach einem struwweligen Mischköter aus Soupcans, No Trend und Lumpy & The Dumpers. Obendrein ist auch ihre Darbietung des alten Screaming Sneakers-Evergreens Violent Days pures Gold.
In den zwei jahren seit der sauguten Debüt-EP ist das einstige Soloprojekt aus Valencia, Spanien inzwischen zur vollzähligen Band herangewachsen und macht ordentlich Vorschub mit einer Geschmacksrichtung von geradlinig und angenehm stupide vorwärts rockendem Garage Punk in ungefähr dem gleichen Orbit wie etwa Archaeas, Ex-Cult, Flat Worms oder Sauna Youth. Als besondere Zutaten sind aber auch noch leichte Obertöne aus Noise, Stoner Punk, Hard- und Postcore auszumachen.
Spaßiger wie auch geschmackvoller, melodischer Fuzz Punk ohne redundantes Beiwerk irgendwo aus UK. Zwei dieser Songs, On The House und Pedigree Chums… die hab ich doch beide schon mal von einer Band namens Crown Moulding gehört und vermute daher mal eine Verbindung – genialer Popmusik-Sherlock, der ich nun mal bin.
Ist es echt das erste mal, dass ich hier was von dieser Band poste? Ich bin etwas verwirrt, weil es sich anfühlt als wären diese Typen aus dem kanadischen Kaloomps schon eine Ewigkeit am Start. Zum ersten mal fielen die mir mit einer Serie von neun Cassingles von konstant wachsender Qualität auf, gefolgt von einer selbstbetitelten EP, die bei mir irgendwie nicht ganz so klicken wollte. Auf dem noch recht frischen Nachfolger operieren sie hingegen wieder in der goldenen Zone und schießen sechs wuchtige Raketen aus vage KBD-mäßigem, Wipers-eskem Garage und Post Punk ab, die außerdem etwas mit Bands wie Laucher, Institute oder Liquid Assets gemeinsam haben, obendrein vereinzelt mal einen Hauch von Crass.
Eine durchweg angenehme Hörerfahrung, dieser Debütkurzspieler einer Band aus Los Angeles. Heraufbeschworen aus Zutaten von Noise Rock, Post- und Garage Punk erinnert mich das an eine stark garagige Inkarnation von Nag, gewürzt mit etwas kaputter Fickerei aus dem Soupcans-, Stinkhole oder Lumpy & The Dumpers-Universum. Leckerer Saustall.
Na das ist ja mal ein bemerkenswerter Scheiß hier. Der minimalistische Garage Rock auf dem Tape eines New Yorker Typen (oder einer Band, ist etwas unklar) klingt geradezu wie ein verlorenes Protopunk-Relikt, würde aber auch auf einer typischen Messthetics-/Homework Compilation nicht weiter auffallen. Die eingeschrumpfte Percussion, abgekämpften Vocals, spärlichen Arrangements und Lo-Fi Produktionswerte verleihen diesen Songs eine ganz spezielle Qualität, die gleichermaßen roh und schlaftrunken rüberkommt.
Eine weitere australische Supergroup, die mit so einschlägigen Hausnummern wie etwa Jake Robertson (Ausmuteants, Alien Nosejob, Leather Towel etc.), Billy Gardner (The Living Eyes, Cereal Killer, Ausmuteants), Mitch Campleman (The Living Eyes) und Stella Rennex (Parsnip, Bananagun) aufwartet. Soundmäßig fällt hier der Apfel nicht allzu weit vom Ausmuteants-Stamm, was vollkommen in Ordnung geht. Nicht die originellste Platte aller Zeiten, aber dafür eine von Anfang bis Ende hochwertige Ladung Spaß.
Der zweite Langspieler auf Total Punk legt hochwertig nach. True Sons Of Thunder sind eine Band mit Leuten von Manatees und Oblivians an Bord. Ihr habt vielleicht schon ihre kürzlich auf Goodbye Boozy erschienene 7″ bemerkt oder seid sogar mit ihren ersten zwei Alben vertraut, die noch vor der Entstehung dieses Blogs erschienen sind. Auf ihrem neuesten Release pendeln sie jedenfalls zwischen straight nach vorne gehendem Garage Punk im Umfeld von The Cowboy oder Flat Worms und Blues-getränktem Noiserock irgendwo zwischen Cows, Nearly Dead und diversem alten AmRep-Krempel, außerdem einem gewissen U-Men Vibe. Mit Skate Rock ist sogar ein netter kleiner Hardcore-Ausflug mit dabei.