Ein echter Leckerbissen von einer Band aus Kyoto! LLRR machen Post Punk, der sich gleichermaßen catchy und kantig gibt. Häufig tanzbar, manchmal mit Mathrock-Strukturen spielend, in anderen Momenten ausgesprochen oldschool No Wave-funky. Eine bombenfeste Rhythmussektion rollt den idealen Klangteppich aus, auf dem sich die widerspenstigen und doch manchmal unerwartet melodischen Eruptionen vom Gitarristen Yuzuru Sano und hypnotische Vocals von Minami Yokota ausbreiten können, welche oft so integral in das rhythmische Fundament verwoben sind wie man es selten von aktuellen Bands hört.
Habt ihr schon diese Super Cheap EP gehört, die man superbillig von Painters Tapes bekommen kann? Das ist ein schräger kleiner Klumpen aus Baustellenlärm - ziemlich wild, schnell und angenehm kurz. Etwa so wie ein Mischling aus Soupcans, Lumpy and the Dumpers, Stinkhole und Connie Voltaires diversen Hardcore-Projekten.
Whoa, was für eine exzellente Debüt-EP hat da eine Band aus Memphis, Tennessee abgeliefert! Der Opener hat was von Drive Like Jehu und Hot Snakes im kreativen Overdrive-Modus, außerdem auch etwas Meat Wave, Mystic Inane, Tunic und Wymyns Prysyn an Bord. Als nächstes wird dann mal direkt zwei Gänge runter geschaltet mit einer Postpunk-Nummer, in der ein pulsierender Beat mit einer ordentlichen Ladung Flying Nun-Psychedelia kollidiert sowie einem gewissen Sauna Youth Vibe. Letzterer durchdringt auch die zwei darauf folgenden Garage Punk-Knaller mit Anflügen von Ex-Cult, frühen Teenanger oder Dumb Punts, wobei der Sound graduell in einen an Gotobeds, Sleepies oder B-Boys erinnernden Post Punk und Indie Rock-Sound morpht… nur um mitten im Rausschmeißer Warm Satellite erneut seine Gestalt zu verwandeln und die Platte mit einem Swervedriver-artigen Slow Jam zu beschließen. Ohne Scheiß, diese Platte leistet sich einfach keine einzige Schwäche!
Mit bislang vier EPs via Neon Taste auf dem Kerbholz haben Bootlicker aus Vancouver bislang ausschließlich ins Schwarze getroffen, warum also irgendwas dran ändern? Sie versuchen das auch gar nicht und entsprechend zeigt sich ihre Machart von schnörkellos-oldschooligem Hardcore-Fön auch auf dem ersten Langspieler weitgehend frei von Überraschungen und dennoch von Anfang bis Ende mitreißend.
Chunklet Industries haut mal wieder die Scheiße kaputt mit dieser Debüt-7" einer Noise Rock- / Post Punk-Supergroup, eine geradezu unheilige Dreieinigkeit bestehend aus Mitgliedern von Spray Paint, Wilful Boys und Brandy. Ihr Sound beinhaltet deutliche Anleihen von allen drei genannten Bands ohne dabei allzu vorhersehbar zu klingen. Die A-Seite versprüht in der Tat diesen gewissen Spray Paint-Vibe während der zweite Track sich etwas stärker in Richtung der anderen beiden Bands rauslehnt. Desweiteren wird uns auch schon ein Langspieler für den Herbst versprochen, also haltet mal ein Auge drauf!
War ihr selbstbetiteltes 2018er Debüt wohl ihre verspielteste und die darauf folgende Bug-EP ihre kompromissloseste Platte, so präsentiert ihre kürzlich via adagio830 erschienene zweite LP ganz klar einige der bislang präzisesten, schnörkellosesten und doch unverschämt ausgefuchsten Songkonstrukte der Berliner. Wie gehabt erinnert mich das an so viele herausragende Genre-Mitstreiter inner- und außerhalb Berlins. Etwa an Negative Space, Pretty Hurts, Rank/Xerox, Diät, Public Eye, Exit Group, Nag… die Liste könnte ewig so weitergehen. In anderen Worten: Erstklassiger Scheiß!
In einer sowieso schon stark eiermäßig geprägten Woche bleibt mir zu dieser Debüt-EP nur zu sagen, dass die gegenwärtige Eierkopp-Revolution jetzt offenbar auch in Chile erste Chapter eröffnet und das alleine macht mich schon ausgesprochen glücklich. Es schadet natürlich auch nicht, dass es sich gleich in so einer schicken kleinen Spaßkanone von einer Platte manifestiert.
Und noch eine Goodbye Boozy 7", diesmal von einem Trio dessen Lineup für den eingeweihten Garage-, Synth und Eggpunk-Kenner einem feuchten Fiebertraum gleichkommt mit Verbindungen etwa zu Skull Cult und dem halben Warttman-Imperium. Das Resultat ist minimal überraschend aber maximal überzeugend.
Wo ich gerade eh schon des dunklen Fürsten liebste Kleidungsartikel anspreche… die Typen bestreiten gerade die Hälfte einer tollen Split 7" auf Goodbye Boozy und liefern darauf zwei kurze und treffsichere Knaller ab, wobei Strange Attraction einen deutlichen Buck Biloxi & The Fucks Vibe verströmt. Die Zoids-Seite weiß das perfekt zu ergänzen und schlägt weitgehend in eine ähnliche Kerbe mit einem schön geradeaus rockenden Einstieg, gefolgt von einem ungleich schrägeren, aber nicht weniger vergnüglichen Song.
Meine fein abgestimmten Anomalie-Detektoren weisen auf verdächtige Eierkopf-Aktivität in Belgien hin, ausgehend von einer Ein-Mann-Band aus Brüssel. Und was für ein netter kleiner Klumpen aus Qualitätslärm das doch geworden ist. Freunde von Bands wie Warm Exit, Set-Top Box, R.M.F.C. oder Satanic Togas, frohlocket! Obendrein hat das noch einen unterschwlligen Kerker-Geruch und in Horse Power rutscht doch tatsächlich ein unerwarteter Spray Paint-goes-Garage Punk Vibe durch.