Set-Top Box – Max Headroom

Vier neue und gewohnt unwiederstehliche Garage- und Synthpunk-Leckereien von dieser doch recht mysteriösen Band irgendwo aus Australien, mit denen sie sich ein Stück weiter der devofizierten DIY Punk-Perfektion annähern und ihren bereits im Aufstieg befindlichen Status unter den gegenwärtigen Überspacken des Genrepools untermauern.

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Electric Chair – Social Capital

Auf ihrer neuesten EP nehmen Electric Chair aus Olympia, Washington den zuvor sehr präsenten Garagenfaktor etwas zurück, ohne dabei ihren speziellen Vibe aufzugeben – geschickt vermeiden sie es, in einen schnöden Oldschool-Purismus zu verfallen, indem sie die alten und erprobten Hardcore-Formeln in genau den richtigen Momenten aufbrechen, um aber dennoch ihre zeitlose Durchschlagkraft anzuwenden, wo es drauf ankommt.

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Civic – Future Forecast

Der erste Langspieler der Kapelle aus Melbourne setzt nahtlos fort, was schon die früheren EPs so liebenswert machte. Sicher, ihrem oldschooligen Garage Punk mit deutlichem Radio Birdman-Einschlag ist inzwischen ein ganz schön langer Bart gewachsen. Aber was für ein charmanter, ja göttlicher Bart das ist! Es ist ihnen zugute zu halten, dass sie auch etwas Abwechslung versuchen, hier und da mal einen klaren Wipers-Einfluss durchscheinen lassen, mit düsterem Post Punk rumspielen oder sich an AmRep-mäßigem Sludge- und Noise Rock versuchen. Aber machen wir uns hier nichts vor; am besten sind sie immer noch darin, straighte aber ausgefeilte Rocker am fließenden Band rauszuhauen wie eine gut geölte Maschine.

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T.L.B.M. & The Joy Toys – T.L.B.M. & The Joy Toys

Für jeden Käufer dieser netten kleinen Kassette – erschienen bei den allseits beliebten Vertickern inkorporierter, innovativer Diskontinuität – gibt’s eine gratis fake Backstory dazu. Nee klar, 1982… das ist natürlich immer noch der gleiche Typ, der vor geraumer Zeit das Ding hier verbrochen hatte. Sein neuester Output hat ein bischen weiniger kaputtes Rumgeschwurbel im Tee, was er aber mit mehr Fuzz, mehr Melodien und durch Abwesenheit glänzenden Produktionswerten auszugleichen versteht. Für meine Ohren klingt’s genau richtig.

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The Stools – Half Track Mind

Vom immer beachtenswerten Bollwerk Drunken Sailor Records bekommen wir eine weitere 7″ mit roher und primitiver, abgefuzzt hyperventilierender und stellenweise Hardcore-angetriebener Garage Punk-Glückseligkeit vorgesetzt, verbrochen von einer Band aus Detroit, welche hier noch mal locker ihre bereits sehr gefällige letzte EP in den Schatten stellt, die erst kürzlich via Goodby Boozy aufgetaucht ist.

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DWP – DWP

DWP ist das aktuelle Soloprojekt von Sloane Flashman, der sich in der Vergangenheit auch bei der Postpunk-Formation Nail Polish an der Gitarre zu schaffen machte. Wer bereits mit deren experimentellem, No-Wave inspiriertem Krach vertraut ist, ahnt sicher schon, dass es auch auf dieser EP wieder etwas abenteuerlicher zugeht. Innerhalb von acht abstrakten, monotonen Skizzen entfaltet sich hier eine experimentelle Art Punk-Klanglandschaft, die – neben vielen anderen Dingen – scheinbar zu gleichen Teilen Einflüsse von Suicide, Wire und Glenn Branca in sich aufgesogen hat.

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Dark Web – Decoy

Ihre 2018 erschienene Clone Age LP fand ich ja schon ganz nett, aber das zweite Album der Band aus Philadelphia ist einfach spektakulär – die Songs so viel ausgereifter, der Sound so viel griffiger und der unbeirrbare rhythmische Vorschub trägt einen Vibe vor sich her, der an The Spits oder Mind Spiders erinnert. Das hier ist nicht weniger als mitreißend oldschoolige Garage Punk-Perfektion.

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Germ House – World’s A Chore

Wieder mal eine tolle EP von Germ House, einem Soloprojekt von Justin Hubbard aus Rhode Island, der zufällig auch bei Far Corners seine Finger im Spiel hat. Die drei neuen Songs strahlen erneut den vertrauten Lo-Fi Charme aus und decken eine Bandbreite ab, die von kantigem Post Punk – welcher sicher ein paar Einflüsse bei The Fall oder Desperate Bicycles aufgesogen hat – hin zu klassischem Garage Rock und gegenwärtigem Garage Punk reicht. Gleichzeitig offenbart das ganze aber auch ein paradoxes Ohrwurmpotenzial und einen verspielten Vibe, der mich an The Woolen Men denken lässt.

Pringue – The Age Of Cringe

Eine frische Ladung abgefuckter Lo-Fi Garage Punk-Juwelen von einer Combo aus Barcelona, die mich an so viel erinnert was gerade gut ist im Genre. Wie ein kaputter Bastard aus R.M.F.C., Neo Neos, Erik Nervous, Alien Nosejob im Hardcoremodus… außerdem kann man Ähnlichkeiten zu ihren Stadtnachbarn Prison Affair attestieren. Moment, sind das etwa die gleichen Leute?

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S:Bahn – Queen of Diamonds

Diese Band aus Melbourne war schon mal früher unterwegs, und zwar war das irgendwann in den 90ern mit einem Sound, den man eher als den typischen, leicht emofizierten Postcore-Style jener Zeit beschreiben kann mit Echos von Chavez, Slint und Polvo. Ihre ersten neuen Songs in einem Vierteljahrhundert sind dagegen aber alles andere als ein nostalgischer Neuaufguss ihrer alten Tricks. Stattdessen präsentieren sie einen rundum erneuerten Postpunk-Sound, der klar in der Gegenwart zuhause ist und sich gut zwischen Bands wie Sleepies, Gotobeds oder Drahla mischt, dabei gleichzeitig aber auch recht zeitlos und gereift im besten Sinne klingt, was ab und an auch mal leichte Moving Targets oder Volcano Suns-Vibes wachruft.

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