Ich weiß nur gutes zu sagen über diese Split 7″ zweier australischer Bands. Last Quokka’s Seite wartet mit zwei ihrer bislang besten Songs auf und dem bereits vertrauten Sound aus Postcore mit Garage-Boost sowie Momenten von Hot Snakes und frühen Jawbox, ebenso auch von gegenwärtigen Bands wie Video, Bad Breeding und Ascot Stabber.
Von False Cobra höre ich hier zum ersten mal. Mancher der genannten Vergleiche mag auch auf ihre zwei Songs zutreffen, aber insgesamt liegt bei ihnen das Gewicht deutlicher auf Seite von Garage und klassischem Punkzeugs – ein Fitzelchen von The Ruts oder X (L.A.) ist da an Bord, aber auch mit The Living Eyes, Mini Skirt oder frühen Teenanger gibt es Gemeinsamkeiten.
Deluxe Bias trifft zum wiederholten mal gut in die Scheiße mit einem weiteren Tape von der Sorte, dessen kurze Laufzeit schon an Satire grenzt und auf dem mir ein Hardcorepunk entgegen kommt, der kaum ursprünglicher und primitiver sein könnte, die Hörer mit reiner Willenskraft überrumpelt bevor jene überhaupt verarbeiten können, was sie sich da eigentlich gerade angehört haben.
Für meinen Geschmack waren bisherige Veröffentlichungen des kanadischen Garage-Weirdos TJ Cabot immer von etwas wechselhafter Güte. Mit seiner neuesten 7″ – eine Kollaboration mit dem Synth Wave-Musiker Sonic Hz – bewegt er sich aber klar in der goldenen Zone, in welcher die besten Zutaten aus beiden Welten zusammenkommen und ich mich ein wenig an die Schweden Isotope Soap erinnert fühle.
Mit ihrem zweiten Langspieler haben sich Waste Man aus New Orleans fast komplett von dem Hardcore-Faktor gelöst, der auf ihrem saustarken 2018er Tape A New Type Of Worry noch alles zusammen hielt. Was nicht heißen soll, dass ihre neueste LP weniger spannend wäre, ganz im Gegenteil: Das hier ist ihr bislang ehrgeizigster und gleichermaßen reifster Output geworden. Eine unvorhersehbare Abfahrt, die auf dem Weg mal bei so Schlaumeier-Garage Punk á la Vintage Crop, Dumb und Uranium Club aneckt, von dort einen Bogen über Art Punk der Sorte Lithics oder Patti, hin zu modernem Post Punk der Public Eye-, Gotobeds- und Bambara-Schule aufspannt. Gleichzeitig strahlt das ganze aber auch noch ein paar oldschooligere Vibes ab – leichte Echos von Wire und Saccharine Trust sind dabei am deutlichsten auszumachen.
Okay… es scheint ganz so als ob die um sich greifende Dungeon-Welle, welche vor geraumer Zeit im Gebiet der Synth-basierten Klangexperimente ihren Lauf nahm und seitdem unter anderem an den Tellerrändern des Garage Punk an Einfluss gewann jetzt ganz zaghaft aber unvermeidlich in den feuchten Kellern des Hardcore Punk Einzug hält. Dieses spaßige Tape mit neuen, mittelalterlichen Überlebenskampf-Hymnen über schwere, stumpfe Objekte und anderer Leute Schädel klingt ein bisschen so, als vereinten etwa Lumpy & The Dumpers, Cülo und Strange Attractor ihre Kompetenzen um einen alternativen Jabberwocky-Soundtrack aufzunehmen.
Mal wieder ein viel zu kurzes Tape mit gutem, bescheuertem oldschool Punk-Gepolter und deutlicher KBD-Schlagseite, auf’s Band gekeucht von zwei Mitstreitern der Spacken Launcher aus L.A.. So ein Angebot kann ich natürlich keinesfalls ablehnen.
Das ist jetzt schon der zweite saustarke Release aus Mexiko für diese Woche. Zugegeben, die Platte hat jetzt schon ein paar Monate auf dem Buckel aber nichts desto trotz… da drüben braut sich doch irgendwas zusammen. Das Debütalbum dieser Band ist eine starke Koffeinspritze aus elektrisch angetriebenem Vollgas-geradeaus-style Garage Punk mit leichten Ähnlichkeiten zu Bands wie S.B.F., Kid Chrome oder Arse. Mal eher noisy, mal melodisch, immer schön catchy und energisch.
Die zweite Hardcore-7″ für Iron Lung Records ist das hier von Muteant Jake Robertson’s Alien Nosejob, sein dritter Hardcore-fokussierter Release insgesamt, wenn ich mich nicht irre. Und natürlich artet das mal wieder in einen prachvollen kleinen Haufen an verspielten und einfallsreichen interpretationen des Genres aus. Was hätte man auch sonst erwartet?
Na das ist mal ein Leckerbissen! Eine Band aus Ciudad López Mateos, Mexiko liefert hier eine Containerladung purer Glückseligkeit ab, die sich in drei unmittelbar vorwärts gehenden Songkanonen manifestiert. Die Synth-Glasur obendrauf perfektioniert einen dringend benötigten Zuckerflash, der sofort ins Blut übergeht.
Das Demo von 2019 war schon eine sehr respektable Sprengladung des durchdachten Lärms und auf die neue EP der New Yorker trifft das noch umso mehr zu, dank einer vergleichsweise ausgefeilten Produktion, die ihr Klangwerk aus einer Grauzone zwischen Hardcore, Post Punk und Postcore in genau das rechte Licht rückt, sauber die Balance zwischen kantigem Dreck und blanker Wucht hält. Das ganze Ding schwemmt mir einen recht vielseitigen Klumpen an Bands ins Gedächtnis wie etwa Mystic Inane, Hot Snakes, Wymyns Prysyn, Launcher, Cement Shoes oder Liquid Assets.