Silicone Values – Streaming TV / Nothing Wrong With Me

Eine weitere EP von Bristol's herausragender Powerpop/Post Punk-Manufaktur verkantet sich erneut mit zwei unwiderstehlich melancholischen Süßsauerwaren böse im Gehörgang. Macht es hier noch Sinn, Television Personalities zu namedroppen oder ist das schon geradezu, wie man zu sagen pflegt… beatlesque?

Refedex – The Top Of Off

Die Debüt-EP von Refedex aus Brisbane ist eine wuchtige Walze aus düsterem Noise Rock, Sludge und Post Punk der häufig recht getragenen und atmosphärischen, jedoch niemals öden oder schwerfälligen Machart. Obwohl der allgemeine Vibe für mich absolut klassisch klingt, fällt es mir schwer zu lokalisieren, wo ich so etwas in der älteren Genre-Vergangenheit schon mal gehört hab - das Zeug lässt sich schwer in die üblichen Genre-Eckpunkte einordnen. Unter anderem hat das alles diesen gewissen tiefschwarzen Americana-Vibe wie man ihn z.B. auf alten 80er Scientists Platten vorfinden mag oder in der Gegenwart etwa bei den US Postpunkern Bambara, während man im etwas klassischeren Noise Rock-Spektrum Vergleiche zu so unterschiedlichen Bands wie Alpha Strategy, Luggage, Tropical Trash oder Heads ziehen mag. Außerdem steckt da vielleicht auch noch ein bisschen Cows, U-Men oder Scratch Acid drin, allerdings jeweils halber Geschwindigkeit abgespielt. Egal wie man's nennen möchte, es ist erstklassiger Scheiß!

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Cotton Crown – Wretched Lie

Power Pop-Aficinados wird Owen Williams vielleicht schion als der Sänger von The Tubs vertraut sein, welche in diesem Jahr schon mal mit der ausgezeichneten Names 7" aufgefallen sind. Cotton Crown ist jedenfalls der Name seines Soloprojekts, dessen Debüt-Cassingle viele der gleichen Qualitäten mitbringt, ihre zwei Pop-Ohrwürmer aber mit einem deutlichen Goth- und New Wave-Vibe versetzt und einer allgemeinen Klangästhetik, die genau die richtige Menge an Käsigkeit einbringt um die Songs aufzuwerten, ohne sie zu verwässern.

Jackson Reid Briggs – Fear​/​Move

Ich hatte so meine Probleme, mich mit den letzten paar Veröffentlichungen von Jackson Reid Briggs und ihrem etwas schwerfälligen, überladenen Klangkostüm anzufreunden. Seine neueste EP - während einer kurzen Verschnaufpause zwischen Australiens derben Covid-Lockdowns in einer von seinen üblichen "Heaters" abweichenden Konstellation aufgenommen - sprüht hingegen wieder vor Energie und Spielfreude in vier durchweg starken Songs, denen der deutlich entschlackte Sound ganz ausgezeichnet steht.

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Tunic – Quitter

Eine neue Tunic Platte, ein weiterer Tritt in die Weichteile. Nachdem zuletzt die Compilation Exhaling noch mal ihre bisherigen Singles und EPs aufgewärmt hat, nimmt die Band auf ihrem zweiten "richtigen" Album die Fäden einfach genau da wieder auf wo sie zuletzt liegen geblieben sind und erweitern ihre Klangpalette nur sehr zaghaft. Auf Albumlänge kann das schon mal etwas repetitiv wirken, so dass man sich ab und an mal wundert: "Hab ich diesen Song nicht gerade schon mal gehört?" Ist aber reine Korinthenscheißerei. So lange die Typen ihr Lärmwerkzeug weiterhin mit so einer Überzeugung und überwältigenden (un-)Wucht zur Anwendung bringen, bin ich schon mehr als glücklich.

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Shove – Shove

Eine Band aus Melbourne zeichnet auf ihrer Debüt-EP für fünf abwechslungsreiche Einschläge irgendwo im Spektrum von Hard-/Post-/Noisecore verantwortlich, die mir mit ihrer gleichermaßen derben wie auch ausgeklügelten Wucht so Kapellen wie etwa Dollhouse, Cement Shoes oder Vexx ins Gedächtnis rufen.

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The Cowboy – Riddles From The Universe

The Cowboy aus Cleveland haben bisher noch mit jeder Platte absoluit meinen Nerv getroffen und ihre dritte LP setzt diesen Trend nahtlos fort. Ihr Sound läuft inzwischen so rund wie ein Uhrwerk und inzwischen würde ich mal sagen, dass sie an der Schnittstelle von drückendem Garage Punk und kantigem Noise Rock ihre ganz eigene kleine Mikro-Nische mit sofortigem Wiedererkennungswert etabliert haben, jedoch weiterhin genug frische Ideen einbringen um die Scheiße spannend zu halten.

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Daisy Daisy – Fairy Liquid

Die Debüt-EP dieser Band aus Utrecht ist ein Suppenwürfel aus hochverdichtetem Wohlgefallen, welcher sich in fünf angemessen dementen Synth-/Garagepunk-Jams entfaltet mit der wundersamen Kraft, im gesunden Menschenverstand einen gezielten Kurzschluss zu erzeugen um auf geradem Wege bei den niederen Instinkten anzudocken. Läuft!

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John (timestwo) – Nocturnal Manoeuvres

Das Londoner Postcore-/Noise Rock-Duo überzeugt ein weiteres mal mit blanker Durchschlagkraft gekoppelt mit kühler Präzision, wobei jede einzelne Sprengladung auf ihrem zweiten Album ein minimales Rezept für den maximalen Schaden anzuwenden versteht. Essenzielles Programm für Freunde etwa von Tunic, USA Nails, Metz oder Death Panels.

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Rider/Horse – Select Trials

Nicht sehr lang nach der During 7" auf Chunklet Industries (von denen ist in naher Zukunft auch ein Langspieler zu erwarten) dockt jetzt noch ein weiteres Projekt mit Beteiligung des Spray Paint Gitarristen und Vokalisten Cory Plump an. Hier macht er gemeinsame Sache mit einem Typen namens Chris, der in irgendeiner nicht näher erläuterten Funktion mal mit Les Savy Fav und Trans Am gearbeitet hat. Zusammen brauen die zwei jedenfalls etwas zusammen, das die stärker elektro-fokussierten Vibes der letzten paar Spray Paint-Veröffentlichungen um eine gewisse Industrial-Kante anreichert und in einen weitaus dunkleren, psychedelischen Albtraum versetzt. Das Ergebnis hat dann auch mal ein bisschen was von Exhaustion, Haunted Horses oder Danyl Jesu, besonders aber auch von den Dub-infizierten Soundscapes von Exek, mt denen sie nicht zuletzt dieser gewisse Hauch von Swell Maps verbindet.

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