...zwei tolle Veröffentlichungen von Zhoop und Glands, bei denen Manierenversagenwie so oft mal wieder schneller am Drücker war als ich. Verdammt, Manierenversagen, da komm ich so nicht hinterher!
Gut so, das erspart mir etwas Arbeit. Also geht da einfach rüber zu Arnes Medienimperium (was ihr selbstredend eh immer tun solltet) und zieht euch da den guten Stoff in die Nase.
Die Debüt-LP dieser Band aus Long Beach, Kalifornien gibt sich auf den ersten Blick unauffällig aber entpuppt sich bei genauerem hinhören als ein echter Leckerbissen für Freunde des minimalistischen, smarten Post Punk. Als erstes drängen sich mir da mal Lithics als Vergleich auf, außerdem die Post Punk-Weirdos Patti und die Garage Punk-Wunderkinder Uranium Club, während Frontfrau Jett Witchalls doch tatsächlich einen gewissen Kim Gordon-Vibe heraufbeschwört, deren Schaffen mit Sonic Youth in den Achtzigern hier insbesondere bei düsteren Tracks wie z.B. Shapes als Inspiration gedient haben könnte, ebenso wie diverse Stilblüten von 70er/80er The Fall.
Eine weitere Print Head-Veröffentlichung, ein weiteres Kraftpaket aus verdammt exzentrischem, chaotischem und doch häufig unerwartet melodischem Garage- und Postpunk-Scheiß, der diesmal ein bisschen so rüberkommt wie eine unwahrscheinliche Verschmelzung aus gegenwärtigen Bands der vage eierigen Schule mit den dickflüssigen Grooves von UV Race und außerdem mit alten britischen Acts der Sorte Mekons und Swell Maps.
Das Tape von Milt aus Melbourne liefert gleich eimerweise Synth-augumentierten Garagenpunk-Spaß ab, der irgendwo zwischen den Orientierungspunkten von Useless Eaters, Sauna Youth, Ausmuteants und Metdog herumschwebt… und außerdem in unmittelbarer Nähe der ganzen mit Warttman Inc. verbandelten Rotte.
Das letztjährige Debüt-Tape dieser Band aus Portland war ja schon ein durchaus spaßiges kleines Dingens, aber das hier ist einfach mal so viel stärker in jeder Hinsicht, die Präsentation tighter, die Songs mehr auf den Punkt gebracht, simpel aber perfekt ausbalanciert und 100% effizient in ihrem Mix aus Garage-, Synth- und Post Punk, welcher ein paar ernstzunehmende Vibes á la Research Reactor Corp., Mononegatives, Ghoulies oder Warm Exit abstrahlt.
Schon wieder ein neues Stucco-Sublabel? Für mich sieht das aber genau nach einer Impotent Fetus-Veröffentlichung aus! Klingt auch wie eine - oldschooliger Garage Punk der KBD-verseuchten Machart und klar ein gefundenes Festmahl für Freunde von Bands á la Launcher, Liquid Assets und Freakees.
Daughter Bat And The Lip Stings aus Sydney fielen bereits im Jahr 2020 mit einem ganzen Arsch voller spaßiger EPs auf und sind jetzt zurück auf der Bildfläche mit ihrem bislang stärksten Bündel an Garage Punk-, Fuzz- und Powerpop-Songperlen im Gepäck, wobei ihr Gespür für infektiöse Hooks schmeichelhafte Vergleiche zu Hausnummern wie Booji Boys, Radioactivity, Royal Headache oder Sweet Reaper durchaus angebrachet erscheinen lässt.
…und hier ist noch ein süßes kleines Artefakt des vage eierköpfigen Garage Punks, für den irgendein Mensch im neuen Jerseypulli die Verantwortung trägt. Das wirkt ein bisschen wie eine Mixtur aus Alien Nosejob im HC 7"-Modus, S.B.F. und Connie Voltaires diversen Hardcore-Projekten. Außerdem eine helle Entscheidung, zwei öde, langsame Songs dank hochmoderner Audiotechnologie zwei aufregende, schnelle Songs zu verwandeln.
Ein Typ aus dem britischen Watford macht hier so einiges falsch und ich find's ziemlich geil. Etwa, indem er 8 Songs, zwölf Minuten abgefuzzten Garage Rock auf sieben Zölle zusammenquetscht und das Ding für beste Negativ-Fidelität dann auf 33 tacken drehen lässt. Außerdem, wer braucht schon ausgefeilte Strukturen und feine Nuancen, wenn stattdessen auch einfach alles die ganze Zeit scheiße laut sein kann? Warum einen Song mit drei Akkorden schreiben, wenn's auch mit nur einem geht? Ja, also… erwartet nichts zu schlaues von dieser EP, deren zottelige Intensität dafür aber problemlos zu kompensieren vermag. Mal hat das was von einer MC5 huldigenden Inkarnation der frühen The Men auf Kollisionskurs mit Destruction Unit aber auch jüngere Acts wie Hamer und Super-X sind da nicht allzu weit hergeholt.
Eine kleine Glückspille von einer EP hat da ein Typ aus Adelaide verbrochen. Wandlungsfähiger Garage Punk aus Einzelteilen, die irgendwie mal an Strange Attractor, S.B.F., Useless Eaters oder R.M.F.C denken lassen oder auch eine ganz leise Ahnung von Uranium Club erwecken… all das verdichtet zu fünf arschtretenden Songperlen plus Interludes.