Schedule 1 – Schedule 1

Wow, ich hatte nicht erwartet, dass diese Platte so ein perfekter Rundumschlag wird. Die Band aus Vancouver sollte durchaus in der Lage sein, eine sehr große Schnittmenge an Post Punk-Liebhabern zu vereinen, indem sie die Uhren einfach mal um so ein bis zwei Jahrzehnte zurückdreht mit einem ausesprochen melodischen Ansatz, voll ausgereiften Songwriting-Qualitäten und einem Gewitter an infektiösen Hooks, wobei sie die stärken gleich dreier Stränge des Genres verbinden. Am offensichtlichsten wären da natürlich Bands der frühen 2010er wie The Estranged, Criminal Code, Holograms, Autobahn oder den noch nicht ganz so alten Girls In Synthesis… aber auch Echos von mehr zu geradlinigem Punkzeugs tendierende Gruppen wie Xetas, Daylight Robbery und Anxious Living meine ich da zu vernehmen und nicht zuletzt dürften dann noch knapp am Noise Pop vorbei schrammende Bands wie Piles, Wild Moth oder Die! Die! Die! hier ihre Spuren hinterlassen haben.

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Silicone Values – Burn The 1980’s ​/​ 1977

Die beste britische Punkband der Gegenwart hat bislang noch keinen Song geschrieben, der irgendwas anderes als absolut mitreißend ist. Ihre neueste digitale (?) Single schickt dabei noch mal zwei ihrer stärksten Songs auf die Reise und wird erneut im Handumdrehen die Herzen aller Freunde von Television Personalities-inspiriertem Geschrammel á la Suburban Homes, Neutrals oder Freak Genes erobern.

Zoids – Zzap!!

Zoids bleiben charmant und schräg auf ihrem neuesten Tape, das bald auch physisch aus dem guten Hause Goodbye Boozy zu bekommen sein wird. Immer noch klar am äußersten Tellerrand des kruden, dissonanten Garage-/Post Punk und vollkommen dementen Space Rock zu verorten, bleibt diese Band oder Person mysteriöser Herkunft eine charmant kaputte Maschine, deren Reparatur ruhig noch etwas aufgeschoben werden darf.

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Toe Ring – Footage

Eine wundersame kleine EP voll mit entrücktem Garage-/Power-/Fuzz Pop hat da ein Duo aus Philadelphia aus dem Hut gezaubert. Das fängt etwa so an als träfe das scharfe Pop-Gespür der Booji Boys oder Daughter Bat & The Lip Stings auf den smarten rhythmischen Post Punk der Lithics. Daraufhin grooven sich die nachfolgenden drei Songs dann auf einen etwas entspannteren krautig-psychedelischen Vibe ein wie man ihn unter anderem in den Lo-Fi Popwelten von Bands wie Germ House, Far Corners, Violent Change, Honey Radar oder gar den frühen Woolen Men vermuten würde. Durchweg exzellenter Scheiß, das.

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Enemic Interior – Enemic Interior

Diese Band aus Barcelona spielt so eine gewisse Brauart des Post Punk - die melodisch-eingängige, von der man gerade in jüngerer Zeit etwas wenig gehört hat - und ich würde mal sagen die klingen dabei nach einem recht bunten Cluster aus einschlägigen Hausnummern á la Nightwatchers. Sievehead, Red Dons, Criminal Code und frühen The Estranged. Ab und an streckt man seine Fühler auch mal in Richtung Hardcore aus und dann kommen mir spontan mal die Acrylics in den Sinn.

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Soft Torture – Soft Torture

Diese Band aus Philadelphia bringt Generationen von Punks zusammen, zählt zu seinen Mitgliedern Chuck Meehan von den Hardcore-Dinosauriern YDI, neben Mitgliedern jüngerer Bands wie Blank Spell, Haldol und DeStructos. Ihre erste EP explodiert dem Hörer unvermittelt ins Gesicht mit seinen achteinhalb Salven des unvorhersehbaren, chaotischen und Noise-infizierten Hard-/Post-/Weirdcore, der sich grob im Spektrum dessen bewegt, was man in jüngerer Zeit etwa von Bands wie Kaleidoscope, Daydream oder Fugitive Bubble zu hören bekam.

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Catastrophic Dance Ensemble – Vol. 1

Hier ist noch ein frischer und leckerer Bissen für den anspruchsvollen Genießer des schrägen und kaputten Garage Punk. Freunde unter anderem von Set-Top Box, R.M.F.C., Eugh, T.L.B.M. und Metdog werden dazu anerkennend mit ihren Köpfen und Extremitäten wippen.

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Septic – Septic

Diese Band aus L.A. kommt aus dem unmittelbaren Orbit von Launcher & Co-Ed. Vermutlich ahnt ihr es schon, dass es sich hier erneut um eine simple, rohe und energische Sprengladung handelt, zu gleichen Teilen im Garage Punk und frühen Hardcore beheimatet und aufgewehrtet mit dem ungekämmten KBD-Zusatz, den wir aus besagtem Umfeld schon länger kennen und lieben.

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Nuts – Living In A Vulgar Vision

Fast zwei Jahre nach einem leckeren Demo lässt so'n Clown aus Köln endlich seinen ersten Abendfüllenden Tonträger auf uns los und verdammt, ist das erneut ein bodenloses Fass purer Garage- und ***punk-Glückseligkeit geworden, die sich grob in der Nachbarschaft üblicher Verdächtiger wie Set-Top Box, Metdog, Prison Affair, Erik Nervous or Dee Bee Rich verorten lässt, aber die Liste könnte auch noch ewig weitergehen.

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Final Fukker – Final Fukker

Ein früher Anwärter für die lauteste Veröffentlichung des noch jungen Jahres 2022. Dieser Brocken des maximal unbequemen Lärms - bereits 2016 aufgenommen aber erst jetzt via Runstate Tapes zu bekommen - hat mal echt das Zeug, die Toten in Alarmbereitschaft zu versetzen. Das Zeug klingt so als wäre es aus einer grässlich trüben Pfütze des puren Unbehagens und der Verzweiflung hervorgekrochen, ein Kern aus Hardcorepunk vergraben unter vielen Schichten von Feedback und weißem Rauschen… aber wer genau hinhört, wird darin auch manche unerwartete Melodie aufblizten sehen.

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