Smarm aus Cincinnati, Ohio machen hier einen absolut vielversprechenden Eindruck auf ihrer Debüt-EP mit einem ausgesprochen unprätentiösen Garage Punk-Sound und einer netten '77er und Proto Punk-Kante, die insbesondere ein bisschen lokaler Punk-Vergangenheit Tribut zollt mit einer ausgeprägten Dead Boys-Energie, wobei der Krempel obendrein mit ordentlich ausbalanciertem Songhandwerk brilliert und einfach den Nagel perfekt auf den Kopf trifft mit infektiösen Hooks, einer schnörkellos und entschlossen geradeaus gehenden no-bullshit Darbietung.
Ebenfalls ein ausgezeichneter Schwung von ziemlich '77-aromatisiertem Krawall ist dann das neue Demo von 700 Club aus Athens, Georgia, dessen drei Songs hier in einer ungleich roheren Produktionsästhetik festgehalten wurden und mich dabei etwas stärker an Saints und Wipers erinnern, vereinzelt aber auch auch mal etwas ins Hardcore-Spektrum übertreten wie im Rausschmeißer No Cash, aber durchgehend ist da auch eine leise Ahnung aktuelleren Einflüssen an Bord an deren Spitze das Chaos von Bands wie Lumpy & The Dumpers und Fried E/m steht.
Die Wiederveröffentlichung der ursprünglich ende letzten Jahres erschienenen Hello, Mr. Operator EP der New Yorker Elektropunks Hand Helds auf dem australischen Label Grog Records lies mich mal echt aufhorchen. Ein kurzer Blick auf ihr Bandcamp-Profil offenbart dann nicht nur dass es bereits einen Nachfolger zu der EP gibt, sondern auch eine Band, die offenbar schon ein paar Jahre ihr Ding durchzieht und konstant EPs in einem variablen Spektrum zwischen Noise-versifftem Garage Punk, minimalistischem und überwiegend ziemlich rauhem Synth- und Elektropunk rausgehauen hat. Ich bin mir ziemlich sicher, früher schon über die Band gestolpert zu sein, kann im Nachhinein aber auch nachvollziehen warum ich mich damit nicht weiter befasst habe, klingt viel ihres früheren Werkes doch nach einer maximalistischen Herangehensweise, möglichst viel Dreck an die Wand zu werfen um zu sehen was dran kleben bleibt. Nu ja, ein paar Dinge sind aber offensichtlich kleben geblieben und auf ihren jüngsten zwei EPs fügen sich die Teile viel nahtloser zusammen dank eines vergleichsweise minimalistischen und wohlüberlegten weniger-ist-mehr-Ansatzes. Hello Mr. Operater ist dabei klar noch die etwas kruder klingende EP mit einer stark in der Schuld von Primitive Calculators und vereinzelt auch Suicide stehenden Machart des bis auf die Knochen reduzierten Synth Punk. Die Transatlantic Death Machine EP tauscht dann die Bassgitarre gegen einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut ein und das Ergebnis ist noch ein gutes Stück wilder und fast schon ein bisschen elegant, auch wenn die dissonanten Muster aus Synth-Kakophonie in so Songs wie Glue Tongue alles daran setzen, darüber hinwegzutäuschen. Eine seltsam krautig-motorische Qualität durchzieht das Ding. Entschlackt auf ein Minimum aber mit der notwendigen Liebe für die Details auf die es ankommt ist das klar ein paar Tacken höher angesiedelt als die Masse an Electro Kraut-Veröffentlichungen und No-Wave-mäßigen '80er Synth Punk-Rückblenden.