Yay, hier ist endlich die Debüt-LP dieser Band aus Bremen, eine Platte der ich durchaus entgegenfieberte, wenngleich ich auch begründete Zweifel nicht ganz verdrängen konnte, wie gut sich diese Masche im Jahr 2026 noch ausspielen wird angesichts dessen, wie rapide sich in den kurzen 18 Monaten seit ihrer Debüt-EP die Flut vage Snooper- und Prison Affair-informierter, eieriger Garage Punk-Acts multipliziert hat bis zu einem Punkt, an dem gewisse Übersättigungsphänomene einfach unvermeidbar werden, aber darüber hab ich mich zuletzt ja schon mehrfach ausgelassen. Leider kann ich dann auch nicht verbergen, dass meine Rezeption einer neuen Wax Minds LP davon tatsächlich ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wird und irgendwie fühle mich wie ein Arschloch wenn ich das so sage, denn die Band selbst kann da eigentlich herzlich wenig für. Der erste Eindruck wird obendrein davon getrübt, dass das Album nicht unbedingt mit dem stärksten Material beginnt (insbesondere Tracks nummer zwei und drei Lead-Limbed Losers' Anthem und Growing Old, Staying Gold wollen bei mir nicht so wirklich zünden) und erst mit dem darauf folgenden Titeltrack so richtig ins Rollen kommt und letztendlich dann doch die goldene Zone aus catchy-ass Hooks, scharfkantiger Gitarrenarbeit und präziser rhythmischer Antriebskraft betritt, die wir uns davon erhofft haben. Hab ich außerdem schon erwähnt dass die Band live absolut killt? Tut sie euch unbedingt rein, wenn ihr Chance habt! Überhaupt sind meine Nörgeleien vielleicht einfach nur ein temporäres Ich-Problem das davon herrührt, wenn man über viele Jahre mit zu viel Egg-mäßigen Lärm auf einmal konfrontiert wird und so sehr sich diese Platte auch tatsächlich gegen eine zunehmende Masse aus ähnlich gelagerten Bands behaupten muss, so wacker hält sie sich dabei auch, zumindest nach dem etwas wackeligen Einstieg.