Shepparton Airplane aus Melbourne kamen mir zum ersten mal auf den Schirm als sie mir im Jahr 2018 mit ihrer zweiten LP Almurta ohne Vorwarnung in die Fresse explodierten. Darauf folgte ein 2020er Album, das mich dann nicht mehr so ganz überzeugen konnte – ambitioniert, ja, aber auch ein bisschen zu bemüht wirkend. Nach fünfjähriger Funkstille und eine gute Weile nachdem die Band eigentlich weitgehend von meinem Radar verschwunden ist, bekommen wir unerwartet einen neuen Langspieler vorgesetzt, den ich ohne Not mal als ihr reifstes und cleverstes Werk bislang bezeichnen würde. Nun hat sich ihr Sound zwischen den Parametern von Post Punk, Noise Rock und Postcore schon immer ein bisschen altmodisch angefühlt, eigntlich besser aufgehoben in den späten Nullerjahren bis 2010ern, aber das ist auch ein Teil ihres Charmes. Sympathisch oldschool würde ich dazu sagen und durchaus in der gleichen Gewichtsklasse mit so alten Haudegen wie Sleepies, Bench Press, Diät, Batpiss oder Rank/Xerox, dem frühen Schaffen USA Nails, Protomartyr und Gotobeds, um nur ein paar davon zu nennen… ja sogar ein leichter Vibe von The Men der Open Your Heart-Ära hält sich versteckt in so Songs wie Stereo Youth. Wie auch immer, jeder dieser Songs ist ein aufwändiges, in sich geschlossenes Post Punk-Drama, des sich zwar langsam entfaltet, letztendlich aber immer beherzt in einem spektakülären Finale entlädt.