
Tom Lyngcoln, ursprünglich vermutlich am bekanntesten für seine alten Bands Pale Heads und The Nation Blue, hat irgendwie ja mal so richtig einen Nerv getroffen mit seiner 2020er Solo-LP Raging Head und dessen überlebensgroßem Drama, das oldschooligen Postcore auf rustikale Americana-Elemente treffen ließ und dann auf eine minimale Grundfläche heruntertrimmte. Hier ist nun also seine neueste Band und ich würde mal sagen auch der spirituelle Nachfolger jenes singulären Projekts, bestehend aus einigen durchaus vertrauten Gesichtern wie etwa dem Garage Punk-Übermenschen Jackson Reid Briggs (aktuell als Frontmann von Split System bekannt), Callum Foley von The Blinds und The Stevens (sein Bass war auch schon auf Raging Head zu hören), sowie Jay Jones, um dessen alte Schlagzeugaufnahmen Raging Head herum konstruiert wurde, und der offensichtlich auch schon seit Mitte der ’90er in einem ganzen Arsch voll Bands mitgespielt hat, die alle etwas vor meiner Zeit waren. In erster Linie ist es aber auch hier Herr Lyngcoln’s unverkennbare Handschrifft, die wieder am stärksten durschscheint. Die Platte geht sich in etwa so aus wie eine etwas räudigere Variante der Solo-LP, spontaner und direkter, vergleichsweise unaufgeräumt im besten Sinne. An eine Sache erinnert mich das ganze darüber hinaus aber besonders, nämlich an die Bands von Josh Feigert und insbesondere dessen jüngere Projekte wie Uniform, Glittering Insects und Mother’s Milk.