Oi! aus Frankreich hat sich in den letzten Jahren ja zu einem Synonym entwickelt für einen exzellenten Qualitätslevel in einem Genre, das ich vor einem guten Jahrzehnt noch mit gutem Grund wie die Pest gemieden hätte. Ich muss einräumen, auch die aktuelle Inkarnation des Genres kann sich manchmal noch etwas gleichförmig und formelhaft anfühlen, aber das ist mal definitiv kein Attribut, das ich dieser Band aus Nantes unterstellen möchte. Deren zweites Album beginnt zwar recht oldschoolig mit einem leicht Gun Club-mäßigen Garagenvibe gefolgt von einem weiteren guten, aber doch recht stark nach Genre-Strickmuster klingenden Track, bevor die nachfolgenden Songs dann aber zunehmend eine eigenständige Qualität entwickeln, ausgiebig die Grenzen des (zugegeben, immer noch relativ limitierten) kontemporären Garage-/Oi!-/Post Punk-Rahmens ausloten und ihm doch einiges an Abwechslung abgewinnen – nicht zuletzt auch wegen reichlich Song-basierter Sprengkraft unter der Haube – so dass niemals Langeweile aufkommt.