
Um ganz erhlich zu sein, die bisherige Diskographie dieser französisch-deutschen Band, die jetzt schon über zehn Jahre am Werk ist, war häufig ein etwas wildes bis richtungsloses Chaos. Jüngeren Veröffentlichungen mangelte es einfach etwas an Feinschliff und Entschlossenheit und jene erreichten nur schwerlich das Niveau der tollen War On Words Vol. 1&2 Tapes in 2019, daher waren meine Erwartungen an die neue LP jetzt auch nicht sonderlich groß. Ich muss aber sagen, ich bin auf geradezu brilliante Weise überrascht denn hier klingen die seit langem mal wieder als meinten sie es wirklich ernst, halten dabei an ihren exzentrischen Ideen und eklektischen Einflüssen fest aber leiten sie in ungleich greifbarere, kompakte und tragfähig strukturierte Einheiten, die deutlich mehr Sinn ergeben. Der Eröffnungssalvo aus Mirror und Parasite ergibt schon zwei solide Beispiele von leicht eierigem Art-, Synth- und Garage Punk aber es ist erst der hypnotisch abgespacete Post Punk des dritten Songs Friction, wenn der eigentliche Speck dieses Album beginnt und diesen Level bis zum Ende aufrecht erhält, mit fast jedem neuen Song ein unterschiedliches Territorium beschreitet wie etwa der new-wavige Power Pop in Save Your Mother, die oldschooligen Useless Eaters-ismen von C-Side, der zurückgelehnt-folkige Schrammelexzess Shortcut Through The Mountain, die verloren-im-Kosmos-Klaustrophobie von The Anarchist Threat... die Genüsse und Überraschungen hören nie auf in dieser aus den Nähten platzenden Wundertüte. Wenn dieser Level eine Ansage für die Zukunft ist, bin ich wirklich heiß auf die nächsten zehn Jahre von Warm Swords.