
Die Band aus Chicago hatte bereits einige Wellen geschlagen mit zwei vielversprechenden EPs in 2023. Ihr neues Langspieldebüt transportiert erneut viel von der gleichen chaotischen Energie in einem angemessen optimierten, griffigeren Klanggewand, das ehrlich gesagt irgendwie nicht mehr sooo originell klingt im Jahr 2026 nach einem Jahrzehntelangen, zwar nicht überwältigenden, aber doch konstanten Strom von artsy Post Punk und Weirdcore der von so 2010er Acts wie Vexxx, Warm Bodies oder Negative Scanner reicht bis zu jüngeren Beispielen á la Scud, Sniffany and the Nits, Judy and the Jerks oder Warp, und klar lassen sich auch die offensichtlichen Vergleiche zu Snooper nicht ganz vermeiden, auch wenn ich die hier nicht so sehr als das zentrale Element sehe für ihren nur schwerlich als Egg zu kategorisierenden, aber auch nicht komplett unverwandten Sound. Obendrein würde ich noch sagen dass alte Downtown Boys vermutlich ein Einflussfaktor für ihre Musik sind. Wie dem auch sei, ich glaube ich finde auch heute irgendwo noch einen Platz in meinem Herzen für eine weitere gute Platte in diesem Fahrwasser, auch wenn die Band für einen potenziellen Nachfolger vermutlich gut daran täte, ihr etwas penetrantes Chaos aus spontanen Ideen in ein weniger flüchtiges Gesamtbild zu kondensieren, weniger Scheiße auf einmal an die Wand zu werfen. Auch wenn ich zugeben muss dass aktuell noch erstaunlich viel davon kleben bleibt, bezweifle ich dass die Nummer ein zweites mal funktionieren wird.