Als The Carp ihr erstes Demo in 2021 veröffentlichten war das Liebe auf den ersten Blick, aber dennoch fühlte sich diese Gruppe ein bisschen an wie ein fünftes Rad was die Bands von Frontmann Nathan Ward angeht, ein vielleicht etwas zu offensichtlicher Mittelweg zwischen der zackigen Post Punk-Effizienz von Knowso, der wild entgleisten Energie von Cruelster und der roheren Garage-Kante von Perverts Again. Auf ihrer exzellenten Debüt-LP in 2024 zeigte die Band dann ein wenig mehr in Experimentierlaune aber immer noch etwas zögerlich, eine klare Richtung einzuschlagen die sie etwas von den genannten Bands differenziert. Jetzt auf ihrem zweiten Langspieler klingen sie für mich aber zum ersten mal nach einer Band, die langsam ihre eigene Identität entwickelt, geprägt von einem rustikaleren und bewusst vereinfachten Garage Punk-Fundament und einer weniger verkopft-distanzierten, ernsteren und ungefilteren Herangehensweise an ihre Tunes die ihr Herz unverblümt offenlegen. Aber wie auch immer, das ist, wie eigentlich alles was die genannten Bands bisher angefasst haben. erneut ein essenzieller Goldklumpen für alle Bewunderer dieses eigenwilligen Strangs aus hochstrukturiertem und robustem Post Punk-Kubismus mit dem speziellen Zusatz einer fuzzigen Garagenkante.