
Ich sag's mal ganz unverblümt: Der Opener der neuen Marbled Eye EP, wenngleich auch kein Totalausfall, gehört nicht zum hellsten was die Band aus Oakland bislang hervorgebracht hat und fühlt sich irgendwie dieser Band nicht ganz würdig an mit den üblichen Anzeichen von durchschnittlicher bis fauler Post Punk-Songkonstruktion wie etwa dieser willkürlichen Abfolge ziemlich abgestandener, durchgenormter Riffs und Genre-Tropes und die hier leider ebenfalls ziemlich uninspirierte Anwendung von polyrhythmischen Appregios - auch so ein typisches Klischee das man in dieser Form sonst eher von jungen, unerfahrenen Bands hört - drückt bei mir auf all die falschen Knöpfe in einem Song, dessen verstreute Einzelteile sich einfach nicht zu etwas kohärentem zusammenfügen wollen. Glücklicherweise ist dann aber alles was darauf folgt ungleich inspirierter, durchdachter und ausgefeilter - die restlichen fünf Songs zeigen genau die Eleganz und Detailverliebtheit in Sachen Songwriting und Arrangements die man von diesen Veteranen im aktuellen Post Punk-Umfeld erwartet, die es ja mit ihrer voherigen Read The Air EP tatsächlich noch mal fertiggebracht haben - fast ein Jahrzehnt in ihrem schon immer brillianten Schaffen - einen ganz neuen Qualitätslevel zu erklimmen. Diese EP klingt daraufhin ein bisschen wie ein goldener Mittelweg zwischen jener kunstvoll gehaltenen Balance und dem unmittelbaren Impact ihres früheren Schaffens. Ein würdiger Nachfolger eigentlich, wenn man den wackeligen Anfang ignoriert.