Das ’24er Fucking USA Tape der Band aus Richmond, Virginia zeigte bereits die frühen Zeichen von etwas gutem, aber erst auf ihrer neuen EP via Sex Fiend Abomination entfalten sich die Qualitäten voll, die sich zuvor schon andeuteten und was die Band hier verzapft klingt für mich wie ein frischer Windhauch in einem bodenlosen Ozean von ziemlich oldschool agierenden Bands, die irgendwie alles dransetzen um möglichst schnell und hart zu spielen aber mich letztendlich nur jedes mal von neuem Langweilen mit ihren ultra-generischen, schmerzhaft einfallslosen Songs und Arrangements. Yankee Bastard verweigern sich diesem alten Spiel des Hardcore-Konformismus, nicht indem sie hier etwas grundlegend neues erfinden, sondern einfach indem sie jederzeit ein grundlegendes Level an Kreativität und Abenteuerlust anwenden, das im Punk eingentlich selbstverständlich sein sollte – jeder Song hier wird durch irgendeine Seltsamkeit, eine fixe Idee oder einen Blitz von melodischer Brillianz aufgewertet. So soll es sein, Musik kann und darf grimmig und angepisst sein und zugleich dennoch Spaß machen. Und meine Fresse, so schwer wie es nötig ist, dass Punk die hässliche Wahrheit spricht, so sehr müssen wir auch irgendeine Freude und Vergnügen daraus ziehen in Zeiten, in denen die täglichen Nachrichten alleine schon mehr als genug sind, um in einem persönlichen Strudel der Verzweilflung zu versinken. Man sagt ein Kernfeature des Faschismus sei das komplette versagen der kollektiven Vorstellungskraft und genau deshalb erwarte ich von Punkrock umso mehr ein gewisses mindestmaß an Fantasie. Wer das nicht hat, verschwendet meine Zeit und Aufmerksamkeit und ich lese stattdessen lieber mehr von den deprimierenden Nachrichten, denn wenigstens muss ich mir dazu üblicherweise keine blutleere, geschmacksneutrale Musik anhören.

Bevor ich es vergesse, da kam ja gleich noch eine arschtretende Ladung aus definitiv nicht langweiligem Hardcore Punk am gleichen Tag raus, aus der gleichen Stadt und auf dem gleichen Label. Darauf brillieren U.A.V. dank einer garagigen und KBD-mäßigen Basis für ihrem unprätentiösen Oldschool-Sound, einer fuzzlastigen und wandlungsfähigen Qualität in der Gitarrenarbeit und einer so wuderbar entgleisten wie auch angepissten Performance des Sängers. Es braucht eigentlich so wenig, um aus dem Genre-Durchschnitt herauszustechen. Eine gute Idee oder zwei, ein gesundes Minimum an Aufmerksamkeit für Songs und Arrangements… und das ist warum ich in Sachen Hardcore heutzutage ein paar Ansprüche hege. Ist davon nichts am Start, interessiert es mich auch kein bisschen wie schnell und hart ihr euren DIN-genormten Borecore spielt und wie mega Punk ihr dabei ausseht. Keine Geduld mehr übrig für sowas.