



Hier ist mal wieder ein kleiner, unvollständiger Abriss dessen, was in den letzten Wochen sich an würdigen Hardcore-Veröffentlichungen hier angesammelt hat. Flower Power aus Dublin hatten schon im letzten Jahr eine wunderbar popotretende EP raus und auf deren Nachfolger nehmen sie jetzt das (immer noch stark präsente) Garagen-Fundament geringfügig zurück von ihrem Krawall, der abwechselnd mal ausgesprochen simpel und unerwartet schlau konstruiert daherkommen kann, festgehalten in einer perfekt abgewogenen, fuzzigen Lo-Fi-Ästhetik, was im Ergebnis manchmal ein bisschen klingt wie ein Mix aus Stunted Youth, Lumpy and the Dumpers und außerdem der ganzen Stucco/Impotent Fetus- und Deluxe Bias-Schule des hochklassigen Drecks. Als nächstes wären dann Ultimatum aus Pittsburgh zu nennen, die sich auf ihrer Debüt-EP ein bisschen näher an eine klassische Hardcore-Formel halten, jene aber mit scheinbar leicht NWOBHM-inspiriertem Riffing würzen, das auch auf einer Poison Ruïn-Platte nicht allzu sehr aus der Reihe fallen würde, was zusammen mit einem unbestreitbaren Händchen für infektiöse Hooks in der Tat einen sehr respektablen akustischen Vorschlaghammer ergibt. Dritter Neuzugang in unserer wachsenden Sammlung schweren Wergzeugs wären dann die Bostoner Feeble Minds, die sich noch weiter in jene Oldschool-Vibes hereinlehnen, dabei aber jederzeiut die Synapsen zu massieren verstehen mit reichlich eingängigem Ohrenzucker als Basis ihrer rasenden Bandperformance. Wenn das für deinen Geschmack alles immer noch zu schlau und neumodisch ist, dann versuchs mal mit dem Demo von Attest aus Glasgow, das tatsächlich etwas klingt als hätte es sich in einer Zeitschleife der klassischen Frühachtziger-Ära verfangen und ich finde das ganz prächtig so.