
Diese Londoner sind ein irgendwie rar gewordenes Biest dieser Tage als eine Band, die sich kopfüber in eine Ästhetik des frühen Post- und Emocare, sehr grob zu verorten zwischen den mittleren der Achtziger- und Neunzigerjahren mit so Bands wie Rites Of Spring, Moss Icon, Drive Like Jehu, frühen Unwound, Squirrel Bait… you name it, aber gleichzeitig behauptet sich die Band als absolut eigenständige Kraft mit sorgsam ausbalancierten, durchdachten Songstrukturen und Arrangements, wo viele andere sich schon mit einem blutarmen Neuaufguss der grundlegenden Genreklischees zufrieden gäben. Nun kann ich mir zwei Arten vorstellen, wie ihr darauf reagieren werdet. Entweder habt ihr schon lange ein tiefe Abneigung entwickelt für alles was auch nur ansatzweise diverse *mo-Subgenres tangiert. Das ist durchaus wahrscheinlich wenn deine erste Bekanntschaft mit dem Genre in den späten 90ern oder später stattfand und ich kann es niemandem übelnehmen angesichts der oft sehr grausigen Dinge, die seither jenem Genre entsprangen. Oder aber du bist dir bewusst, dass da viel mehr Substanz drin steckte in den frühen Jahren, lange bevor Emocore in seine schon seit langem zu tode memifizierte Klischee-Phase überging. Wenn das jetzt alles lateinisch oder chinesisch für dich klingt, will ich dich ermutigen, mal vorsichtig in die frühen Post- und Emocore-Jahre einzutauchen und Zeuge der entfesselten kreativen wie auch physischen Energie zu werden, die viele der Genre-Pioniere gemeinsam hatten. Wie auch immer, lange Rede kurzer Sinn, das ist guter Scheiß hier!