Ich bilde mir gerne ein dass ich eigentlich eher wenig anfällig für rasende Fanboy-ismen bin und versuche die wenn’s geht zu vermeiden hier, aber das dies ist eine der wenigen Angelegenheiten wo ich meine Euphorie nicht zurückhalten kann angesichts einer neuen LP von einer einmaligen Band, die bereits solch massive Schockwellen durch das Garage Punk-Umfeld verursacht hat und die Messlatte siginfikant erhöht hat was catchy Popmelodien mit einem tiefen und einzigartigen Sinn für Melancholie betrifft… und all das, nachdem Jeff Burke und Mark Ryan sich zuvor schon als unbezahlbare Garage Punk-Lichtgestalten mit dem Genre-Bollwerk The Marked Men etabliert hatten. Ohne Umschweife behauptet sich der eröffnende Titelsong als ein weiterer Instant-Klassiker der unverwechselbaren Radioactivity-Schule und Watch Me Bleed führt den vertrauten Vibe nahtlos fort, bevor This One Time zum ersten mal das Tempo empfindlich drosselt und damit darauf einstimmt, was in weiten Teilen dieser Platte folgen wird, auf der die Band mehr als je zuvor ihren Sound in entspanntere, geradezu klassich powerpoppige Bahnen lenkt, ein Vibe der in Teilen sicher jenen schon bekannt vorkommen wird, die mit Jeff Burke’s Material auf den beiden Lost Balloons-Alben vertraut sind, aber insbesondere in der ersten Hälfte sind auch reichlich energischer rockende Momente vertreten, um auch alle Fans der ersten beiden LPs erneut zu verzaubern. Nun, für die meisten geringeren Punkbands wäre es generell eine schlechte Idee und eine hochdosierte Schlaftablette, mehr als die Hälfte eines Albums im Midtempo-Bereich anzusiedeln. Damit sowas funktioniert braucht es wahrlich überlegene Fähigkeiten in Sachen Songwriting und Arrangement und was soll ich sagen… macht Bekanntschaft mit Jeff Burke, einem der brilliantesten Songwriter der gegenwärtigen Punkszene, dessen unfehlbares Handwerk noch nie versagt hat und es auch hier nicht tut auf der vielleicht stärksten Radioactivity-Platte bisher. Aber ganz ehrlich, in einer so perfekten Diskografie ist es eigentlich kompletter Unsinn, einen Favoriten zu wählen.