Wenn du so wie ich einfach nicht über die Großartigkeit der Stunted Youth-Songs auf ihrer durchweg das Genre transzendierenden Split-LP mit Save Our Children hinwegkommst, dann gibt es gute Neuigkeiten, denn diese Debüt-EP von Memory Ward aus Phoenix, Arizona schlägt in eine durchaus ähnliche Kerbe des kunstvoll unberechenbaren Hardcore Punks, der sich aktiv den irgendwie doch sehr mittelmäßigen Standards widersetzt, die im Genre doch leider vorherrschen. Gut, vielleicht kommen Memory Ward (noch?) nicht ganz an die Abenteuerlust und subtile melodische Brillianz von Stunted Youth heran, aber alle Grundzutaten sind vorhanden und machen eine ausgesprochen gute Figur – die exzentrischen Songstrukturen, der kantige Kreissägen-Gitarrensound der wie entrückt über einer entfesselt-chaotischen Performance schwebt… das ist hochwertiger Scheiß! Nicht zufrieden damit, einfach nur hart und schnell zu spielen, haben diese Leute ein ordentliches Bündel echter musikalischer Einfälle in ihren Songs, was sie für sich genommen schon von 99% aller Hardcore-Acts abhebt.