Eine durchweg verblüffende Debüt-LP kommt hier von einem Duo aus Alamance, North Carolina, die darauf eine hypnotisch-vernebelte Mischung aus Noise Rock, Post Punk, oldschooligem Indie Rock und den dunkelsten Gassen des Americana-Spektrums erschafft. Letztere Tendenz kommt dabei oft so rüber wie eine hartnäckigere und treibendere Variante des staubigen Southern Gothic-Charmes von den (paradoxer Weise) aus New York operierenden Weak Signal, hat in vielen Momenten aber auch Spuren des bluesigen Proto-Noise Rock von Feedtime oder Scratch Acid, dem Swamp Rock von ’80er Scientists. Die alles durchtränkende Melancholie des Ganzen erinnert mich einerseits wiederum an eher in Richtung Indie Rock tendierende Bands wie die Australier Kitchen’s Floor und Treehouse oder das frühe Schaffen der Londoner Witching Waves, andererseits aber auch an den dunklen Post Punk etwa von den auf der Auckland/Berlin-Achse agierenden Trust Punks und Dead Finks, den tiefschwarzen Abgründen der in Atlanta ansässigen Uniform, Glittering Insects, Mother’s Milk oder dem Folk-infizierten, tief in der Schuld von Angst und Meat Puppets stehenden Neo-Proto-Grunge von Bands wie Pig Earth aus Bellingham, Washington und Dharma Dogs aus Madison, Wisconsin. Das alles ist dann hier meisterlich aufbereitet zu zehn all-killer-no-filler Melodramas in prachtvollem Cinemascope und auf einer Basis der opulenten Klangarchitektur und brilliant eingefädelten Dramaturgie.