
Nach einer ehrlich gesagt noch nicht so furchtbar spannenden Debüt-LP in ’22 und zwei zunehmend vielversprechenden EPs in ’23-’24, fügt sich nun für die Band aus Nashville, Tennessee alles scheinbar ganz natürlich zusammen auf ihrer zweiten LP, auf welcher ihre Vision zu guter Letzt einen messerscharfen Fokus findet und die Sterne genau richtig stehen damit ihre kraftvolle Mid-Fi-Produktion ihre Magie wirken kann – alles erscheint irgendwie ein bisschen falsch hier auf genau die richtige Art und resultiert in mehr als nur ein bisschen von ’nem KBD-Feel. Auch wenn ihr Sound sich nach wie vor sehr einfach als oldschooliger Garage Punk mit ’77- und Proto Punk-Einflüssen beschreiben lässt, beackern sie hier stilistisch doch ein durchaus vielfältiges Spektrum. Die leicht psychedelischen Untertöne des Openers Somebody Help Me geben so einen Vibe ab zwischen Useless Eaters, Pow! und Spits, während ich bei Full Time Asshole noch eine gute Ladung Sick Thoughts als Vergleich hinzufügen würde. Das bereits als absolutes Highlight der ’23er EP bekannte Jail Again hat eine postpunkige Qualität zu eigen, die mehr als nur ein bisschen an Cruelster erinnert. Fight On The Internet hat einige ernstzunehmende Detroit und NY Proto Punk-Energie unter der Haube und Spy ist vermutlich das am ehesten kontemporär klingende Stück auf der LP mit seinen Synth-Veredelten catchy Hooks und einem Klangmix irgendwo zwischen Mononegatives und aktuellen Strange Attractor, würde ich mal sagen. Letztere würden sich auch gut als Vergleich eignen für den einfach gestrickten aber perfekten ’60s-mäßigen Garage-Klumpen namens Giving. Ich könnte jetzt so weiter quasseln aber ihr habt es längst kapiert: Das ist ein teuflischer Spaß von einem Garage Punk-Album, erstaunlich abwechslungsreich und doch immer ihrer eigenen Vision treu, relativ Oldschool aber immer Spannend und in Bewegung.