
Die erste Hälfte der neuesten LP von diesen Texanern ist sicher nicht das subtilste, anspruchsvollste Ding der Welt und überzeugt mehr durch seine schiere Wucht – ein relativ klassischer, riff-lastiger brute-force-Ansatz an Garage Punk wie wir ihn etwa von Bands wie Jean Mignon, Sauna Youth, Hamer, D. Sablu, Clamm oder Sweet Reaper gehört haben. Es ist aber die zweite Halbzeit, in welcher diese LP letztendlich ihre eigene Identität entfaltet. Genau rechtzeitig, wenn der Reiz von raketengetriebenem Riffing aus dem Baumarktregal sich abzunutzen droht, werden hier die Karten neu gemischt und die wirklichen Schwergewichte der LP kommen zum Vorschein, wie etwa die melancholische Hymne Slacker’s Prom oder Beautiful Delilah, in welchem handelsübliche Versatzstücke von Psychedelia explosiv mit Elementen von Cowpunk reagieren. Die Midtempo-Ballade What The Freaks Say hat einen starken Vaguess-Vibe und der Rausschmeißer Sympathy For Sunday suhlt sich ganz schamlos im drogenversifften, satanischen Acid Rock-Exzess.