The Resonars - No Exit

The Resonars - No Exit

Ich hatte mich schon gefragt, ob die Ein-Mann- Band von Matt Ren­don aus Tuc­son, Ari­zona über­haupt noch exis­tiert. Immer­hin sind seid dem letz­ten Lebens­zei­chen vom unge­krön­ten König des Bri­tish Inva­sion-Infi­zier­ten Garage Rock sage und schreibe sechs Jahre ver­gan­gen. Beant­wor­tet wird die Frage nun in Form eines neuen Lang­spie­lers. Und der gute hat hier nichts ver­lernt, ganz im Gegen­teil: Das mit­rei­ßende Power­pop-Song­wri­ting, das die Band seit jeher mei­len­weit aus der Masse an ähn­lich gela­ger­ten Retro­bands her­aus­ste­chen lässt, hat eine spür­bare Ver­jün­gungs­kur ver­passt bekom­men, klingt so frisch und kon­sis­tent wie schon lange nicht mehr.

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Warm Red - The Way It Feels

Warm Red - The Way It Feels

Lau­ni­ges Zeug auf der ers­ten EP einer Band aus Atlanta. Das ver­schmilzt unter ande­rem an Sauna Youth oder Vin­tage Crop erin­nern­den Garage Punk mit einer guten Dosis Noise und leicht ange­schräg­tem Post Punk, wie er mir in jün­ge­rer Zeit auch von so Bands wie Drool, Rolex, Patti und Labor begeg­net ist.

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Nightwatchers - La Paix Ou Le Sable

Nightwatchers - La Paix Ou Le Sable

Die letzte EP der Night­wat­chers aus Tolouse machte bei mir bereits einen star­ken ers­ten Ein­druck und ihre erste LP nimmt nun an glei­cher Stelle die Fäden wie­der auf. Zeug auf der Schwelle von Post Punk und strai­gh­tem, kraft­vol­lem Punk­rock, der unter ande­rem die Red Dons chan­nelt, ab und an auch mal eine Spur The Est­ran­ged oder Radioac­tivity. Aber ganz beson­ders hauen sie in eine Kerbe, die in den letz­ten Jah­ren ganz beson­ders in Frank­reich Hoch­kon­junk­tur hat - gemein­sam mit dor­ti­gen Bands wie etwa Tel­ecult, Litovsk oder Youth Avoi­ders.

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Yups - Man On The Moon Man On The Moon

Yups - Man On The Moon Man On The Moon

Der erste Lang­spie­ler der Yups aus Los Ange­les ist eine wild gemischte Wun­der­tüte, deren Inhalt aus­nahms­los Spaß macht. Begrüßt wird man mit power­pop­pi­gem Garage Punk, wie er den Booji Boys, Datenight oder Vaguess nicht fern­steht, außer­dem einem Hauch von Bri­tish Inva­sion, den Reso­nars nicht unähn­lich. Im wei­te­ren Ver­lauf gibt's unter ande­rem noch melo­di­schen Noi­se­pop á la No Age, Wav­ves, frühe Japan­dro­ids zu hören und relax­ten old­school Indie Rock, der ein biss­chen klingt wie Swer­ve­dri­ver auf Valium. Bei all die­sen Din­gen las­sen sie nix anbren­nen.

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Gym Tonic - Good Job

Gym Tonic - Good Job

Ein ast­rei­nes Lang­spiel­de­büt hat hier eine Ber­li­ner Band hin­ge­legt. Hoch­in­fek­ziö­sen Gara­ge­punk mit Synth-Zusatz gibt's dar­auf zu hören, der in etwa nach einer Schnitt­menge aus Spot­ting, Aus­mu­te­ants und Puff! - mit denen sie sich auch schon eine Split­sin­gle geteilt haben - klingt; außer­dem erin­nern mich ins­be­son­dere das Schlag­zeug­spiel und ver­ein­zelte Schlen­ker in Rich­tung Post Punk (Hiro­shima ist ein­fach ein Ham­mer­song) öfter mal an den sehr spe­zi­el­len Drive von Nots.

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Protruders - Poison Future

Protruders - Poison Future

Nach einer Hand­voll selbst­ver­öf­fent­lich­ter Tapes und EPs über­rascht die neue Mini-LP auf Feel It Records der Gara­ge­punks aus Toronto mit einem aus­ge­präg­ten Art-/Pro­to­punk-Vibe. Modern Lovers fal­len mir da am pro­mi­nen­tes­ten auf und in der Gegen­wart schla­gen unter ande­rem David Nance und Apa­che Dro­pout in eine ähn­li­che Kerbe. Keine welt­be­we­gende Neu­heit also, aber nichts desto Trotz sehr, sehr gut.

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Trigger Cut - Buster

Trigger Cut - Buster

Die beste deut­sche Noi­se­rock-Combo Buzz Rodeo ist jetzt wohl nicht mehr, aber ihr Mas­ter­mind Ralf Schaar­schmidt hat schon längst ein neues Powert­rio am Start. Deren Debüt­al­bum kann man vom ers­ten Takt an eine rasier­mes­ser­scharf fokus­sierte, klare Vision attes­tie­ren - es besteht nicht der geringste Zwei­fel, dass alle Bete­lig­ten genau wis­sen was sie vor­ha­ben und wie sie das in die Tat umset­zen. Eine hoch­kon­zen­trierte Atta­cke aus Noi­se­rock, die vor allem alte Haus­num­mern aus den frü­hen Neun­zi­gern, spä­ten Acht­zi­gern in Ehren hält - Bas­tro, Dazz­ling Kill­men oder Dis­tor­ted Pony haben da sicher Spu­ren hin­ter­las­sen. Ein leich­ter Albini-Fak­tor ist da auch an Bord, ich denke hier aber vor allem an Rape­man, weni­ger an die bei­den bekann­te­ren Acts. Und auch aktu­el­len Lär­mer­zeu­gern wie Mul­ti­cult und Buil­dings steht das manch­mal nicht ganz fern. Bril­li­an­tes Zeug!

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Public Body - Public Body

Public Body - Public Body

Sau­gu­ter Post­punk mal wie­der, in Form des ers­ten Tapes von Public Body aus Brigh­ton. Man bewegt sich hier auf der ver­win­kelt-ver­schwur­bel­ten Seite des Gen­res, wel­che der­zeit ja von zahl­rei­chen Bands beschrit­ten wird. Unter ande­rem hat's was von Patti und Exit Group. Den­noch bringt die Band ein paar eigene Marot­ten ins Spiel und hält die Sache span­nend. Beson­ders fällt da der Raus­wer­fer Hard To Con­cen­trate auf, der - unge­wöhn­lich in die­sem Sub­genre - erstaun­lich melo­di­sche Parts inte­griert, ohne dabei bemüht zu klin­gen.

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Research Reactor Corp. - #2 (Full Of Goo)

Research Reactor Corp. - #2 (Full Of Goo)

Mani­scher Garage Punk mit Synth-Zuastz, ver­mut­lich aus Syd­ney und Umge­bung. Der reiht sich per­fekt in die Schwemme an LoFi-Kas­set­ten­bands ein, wie sie das Genre der­zeit ver­mehrt zutage för­dert. Ins­be­son­dere will ich hier mal die erste R.M.F.C.-EP, Power­plant oder Skull Cult als Ver­glei­che bemü­hen.

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Witching Waves - Persistence

Witching Waves - Persistence

Das Lon­do­ner Trio Wit­ching Waves hat bei mir in der Ver­gan­gen­heit schon mit ihren bis­he­ri­gen zwei Alben einen exzel­len­ten Ein­druck hin­ter­las­sen, trans­por­tie­ren mit ihrem neu­es­ten Lang­spie­ler aber einen weit­aus höhe­ren Dring­lich­keits­le­vel. Pas­send dazu ist auch die Pro­duk­ti­ons­weise der Platte. Ohne Schnör­kel und über­flüs­si­gen Fein­schliff inner­halb von zwei Tagen auf­ge­nom­men, klin­gen sie deut­lich roher, ener­gi­scher als zuvor; auch die Songs und Arran­ge­ments sind aufs wesent­li­che redu­ziert, qua­li­ta­tiv jedoch über jeden Zwei­fel erha­ben. Hab ich die Musik des letz­ten Albums noch als Indie Rock mit Spu­ren von Post Punk bezeich­net, ver­hält sich die Sache nun eher umge­kehrt. Strai­gh­ter, kräf­tig rocken­der Post Punk ist das, der ein biss­chen was von Day­light Rob­bery inne hat, viel­leicht auch eine leise Ahnung von The Est­ran­ged und Sauna Youth. Dabei klin­gen sie unter'm Strich aber abso­lut eigen­stän­dig in der gegen­wär­ti­gen Musik­land­schaft.

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