Blazar - Reach Out

Es ist gerade mal ein Jahr­zehnt her, da hatte ich Hard­core­punk eigent­lich längst abge­schrie­ben und wollte mit nix mehr mit irgend­was zu schaf­fen haben, was da jen­seits der frü­hen Jahre pas­siert ist. Des­halb finde ich es so bemer­kens­wert, was für eine derbe Reha­bi­li­ta­tion gewisse Teile des Gen­re­kom­ple­xes zumin­dest in mei­nem Emp­fin­den geleis­tet haben. Viel­leicht liegt es aber auch nur an mir und ich wusste ein­fach nicht bes­ser, wo vor den 2010ern der weni­ger mie­fige Wind wehte. Nun ja, jeden­falls bro­delt das Zeug ja schon ein paar Jahre äußerst Posi­tiv vor sich hin, aber 2019 kann ich wohl end­gül­tig im Kalen­der mar­kie­ren als das Jahr, in dem Hard­core wie­der rich­tig Spaß macht. Erzählt aber gewis­sen Tei­len der Szene nichts davon. Sonst kom­men die… ihr wisst schon, diese schlecht aus­ge­las­te­ten Türsteher/​Polizisten/​Spaßbremsen und wol­len wie­der ihre unent­spann­ten Aus­druck­s­tänze, Rhyth­mi­sche Sport­gym­nas­tik und Balz­ri­tuale Insze­nie­ren. Dann brau­chen wir als nächs­tes eine neue Emo­welle, um die wie­der los zu wer­den. Bevor das pas­siert, würde ich gerne noch etwas Spaß an der Musik haben. Obwohl das Emo­dings natür­lich auch mal ein über­fäl­li­ger Kan­di­dat wäre, den Gestank der letz­ten zwei­ein­halb Jahr­zehnte abzu­schüt­teln. Oh, und es ging hier eigent­lich ja um eine EP von Bla­zar. Die ist ziem­lich gut, tut sie euch rein. Hat in der aktu­el­len Land­schaft etwas von Bootlicker und Hate Preachers.