Big Huge - Cruel World

Und gleich noch mal aus­ge­zeich­ne­ter Power Pop, dies­mal aus dem guten Hause des seit jeher abso­lut geschmacks­si­che­ren Mann­hei­mer Labels Erste Theke Ton­trä­ger, das den ers­ten Lang­spie­ler der New Yor­ker Band hier­zu­lande unter die Leute bringt (am ande­ren Ende der Welt zeich­net sich Don Gio­vanni ver­ant­wort­lich).

Um vor­weg mal den Ele­fan­ten im Zim­mer beim Namen zu nen­nen: Das klingt ziem­lich nach Sheer Mag. Wenn auch nach einer etwas gara­gen­las­ti­ge­ren Vari­ante davon. Sogar die Vocals von Daniel Regel­ski wei­sen starke Ähn­lich­kei­ten zur Sheer Mag-Voka­lis­tin Tina Hall­a­day auf. Das ist aber auch alles kein Pro­blem. Es ist ja nicht gerade so, dass die Welt jetzt von Hard- und Sou­thern Rock-beein­fluss­ten Punk­bands überw­schwemmt wird. Und auf­grund des durch­weg star­ken Song­ma­te­ri­als ver­mag die Platte auch pro­blem­los auf eige­nen Füßen zu ste­hen.

In einer über­wie­gend von musi­ka­li­scher Sta­gna­tion und Retro­wel­len gepräg­ten Zeit begrüße ich doch jede uner­war­tete Erwei­te­rung des Punk-Voka­bu­lars. Viel­leicht kom­men in naher Zukunft ja ein paar gelang­weilte Kids mit einer ganz ande­ren, neuen Form von ange­piss­tem Lärm daher, über den wir alte Leute dann die Nase rümp­fen kön­nen. Bis­lang lässt die Revo­lu­tion jedoch auf sich war­ten und für den Moment emp­finde ich auch die Erschlie­ßung einer bis­lang als voll­kom­men Punk-inkom­pa­ti­bel ange­se­he­nen Ver­gan­gen­heit als eine will­kom­mene Berei­che­rung.




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