Monster Movie - Keep the Voices Distant

Mons­ter Movie sind ein Shoegaze-Duo bestehend aus Chris­tian Savill and Sean Hew­son. Ers­te­rer ist wohl eher bekannt als der Gitar­rist von Slow­dive. Savill und Hew­son spiel­ten 1989 für eine kurze Zeit zusam­men in einer Band namens Eter­nal und grün­de­ten bald dar­auf Mons­ter Movie, die dann wie­derum sehr bald zuguns­ten von Slow­dive auf Eis gelegt wur­den.

Hier fühle ich mich mal spon­tan dazu genö­tigt, etwas Ket­ze­rei am eta­blier­ten Genre-Kanon zu betrei­ben. Ich lass ein­fach mal die Bombe los: Ich kann die unan­tast­ba­ren Shoegaze-Göt­ter Slow­dive ums ver­re­cken nicht ab.
Beim bes­ten Wil­len, ich hab es immer wie­der ver­sucht mir die alten Plat­ten schön zu hören. Und alles was bei mir ankommt ist unin­spi­rierte wie auch über­pro­du­zierte Schlaf­mu­sik mit durch­wach­se­nem bis kom­plett sub­stanz­lo­sem Song­ma­te­rial, das seine Belang­lo­sig­keit mit einer Über­do­sis an purem Kitsch aus­zu­glei­chen zu ver­sucht. Ich hab mich über die Jahre mit so eini­gem Pop ver­söhnt. Ich weiß
Pet Sounds zu schät­zen und kann Smile zumin­dest ertra­gen. Aber Souvlaki ver­mag es immer noch nicht, die kleinste Gefühls­re­gung in mir aus­zu­lö­sen. Das ist ja noch lang­wei­li­ger als der ach so furcht­bar tief­grün­dige Easy Lis­ten­ing-Schund namens Dark Side Of The Moon (Oooh, wer­den jetzt einige sagen,noch mehr Ket­ze­rei! Äh… Duuuude, *blub­ber­blub­ber* der Shit ist so fuck­ing… *hust* deeeep…).
Von den bekann­ten Shoegaze-Bands der ers­ten und zwei­ten Gene­ra­tion, halte ich Slow­dive schlicht und ergrei­fend für bru­tal über­be­wer­tet und ich sehe es als schlim­men Unfall, dass ihre belie­big dahin plät­schernde Fahr­stuhl­mu­sik so einen gro­ßen Ein­fluss auf die aktu­elle Gene­ra­tion des Gen­res hat. So, das musste mal raus. Der Lynch­mob kann sich jetzt for­mie­ren.

Wie auch immer, Mons­ter Movie wur­den zum Ende der Nul­ler­jahre reak­ti­viert und haben seit­dem sechs Alben ver­öf­fent­licht. Das neu­este davon ist jetzt nach einer gut sie­ben Jahre lan­gen Funk­stille auf Gra­ve­face Records erschie­nen. Und das gefällt mir aus­ge­spro­chen gut mit sei­nem mal getra­ge­nen bis ver­träumt, mal psy­che­de­lisch-power­pop­pi­gen oder gera­de­aus rocken­den Shoegaze Sound, der dan­kens­wer­ter Weise auf deut­lich grif­fi­ge­rem Song­ma­te­rial auf­setzt als diese andere Band (Grrrr…).



Ähnlicher Lärm:
Com­mon­place – Com­mon­place Post­punk aus Oslo, der aber mehr nach Kopen­ha­gen klingt. Nicht zuletzt durch einen Sän­ger, des­sen emo­tio­nale Per­for­mance posi­tiv an Iceage erin­nert. Dazu kom­men Shoega­zig ver­ne­belte Gitar­ren­tex­tu­ren, die mir Wild Moth ins Gedächt­nis rufen. com­mon­place by com­mon­place com­mon­place by com­mon­plac...
Lost Bal­lons – Hey Sum­mer Via Dirt­nap Records erschien jetzt das zweite Album der Kol­la­bo­ra­tion von Jeff Burke, Front­mann von Radioac­tivity und Mar­ked Men; und Yusuke Okada, bekannt aus der Japa­ni­schen Psych-/Power­pop Band Sus­pi­cious Beasts. Die neue Platte ist noch mal eine ganze Num­mer run­der gewor­den als das schon aus...
Dirt Dress – Rele­va­tions EP Aus­ge­zeich­ne­ter, wavi­ger Indiepop/​Postpunk aus Los Ange­les einer sub­til psy­che­de­li­schen Note. Etwa so als hätte man Beach Boys mit New Order und einer Prise Spa­ce­men 3 ver­wquirlt. Reve­la­ti­ons by Dirt Dress Reve­la­ti­ons by Dirt Dress Reve­la­ti­ons by Dirt Dress Thank you, Don't Need No Mel...