The Vagoos - Rehersal Room Demo 2014
Dem auf­merk­sa­men Leser wird es sicher auf­ge­fal­len sein, das hier bis­her kaum Bands aus Deutsch­land vor­ka­men. Genauer gesagt: Drei. Wenn ich rich­tig gezählt habe. Das liegt nicht zwangs­läu­fig daran, dass hier nix geht. Eher daran, dass die deut­sche Presse und Blogs auf gan­zer Linie darin ver­sagt, auf unge­wöhn­li­che und her­aus­ra­gende Bands abseits von der ein­ge­fah­re­nen Hard­core­szene und auf Mas­sen­ge­schmack getrimm­tem Alter­na­ti­ve­ge­döns auf­merk­sam zu machen. Da hat selbst so ein hoff­nungs­lo­ser Plat­ten­wüh­ler wie ich Pro­bleme, regel­mä­ßig auf etwas inter­es­san­tes zu sto­ßen. Und weil ich auch nicht in Ber­lin oder Ham­burg oder sonst einer Sze­neme­tro­pole wohne und daher auch nicht jedes kleine Scheiß­kon­zert begut­ach­ten kann, werde ich da selbst auch nicht viel dran ändern kön­nen. Daher ermu­tige ich an die­ser Stelle noch mal alle, die’s betrifft: Wenn do etwas Musik­mä­ßi­ges ver­bro­chen hast, wass hier rein passt, schick mir ’ne Mail. Wenn du so wen kennst: schreib mir auch. Wenn ich’s für gut befinde, wird es in der einen oder ande­ren Form hier auf­tau­chen. Es wird näm­lich mal Zeit, dass die Blog­szene und der Musik­un­ter­grund hier­zu­lande unab­hän­gi­ger wird von der alt­her­ge­brach­ten Pro­mo­ti­on­ma­schine und selbst­stän­dig hörens­werte Musik an die Ober­flä­che beför­dert.

Und damit kom­men wir zum ein­gent­li­chen Thema. The Vagoos aus Rosen­heim spie­len etwas, wovon ich hier­zu­lande auch noch nicht viel gehört habe: Authen­ti­schen Gara­gen­rock. Ich meine jetzt nicht die ver­wäs­serte MTV-Ver­sion, die seit dem Erfolg von Hives und Kon­sor­ten (lei­der) sehr regel­mä­ßig anzu­tref­fen ist. Nee, ich meine die alte Nug­gets-Schule, die inter­na­tio­nal der­zeit quick­le­ben­dig ist und nun auch ihren Weg ins ver­schla­fene Rosen­heim gefun­den hat. In bes­ter Demo­qua­li­tät auf­ge­nom­men (Freunde alter Dead Moon-Plat­ten wer­den sich sofort zuhause füh­len), beher­ber­gen die fünf Songs natür­lich keine beson­de­ren Über­ra­schun­gen oder Expe­ri­mente, aber dafür ver­ste­hen und beherr­schen die Jungs ihr Genre und ver­sor­gen uns mit fünf so abge­han­ge­nen wie auch trei­ben­den Gara­gen­ex­plo­sio­nen, die sofort ins Blut und in die Beine gehen. Super.

Thank you, Floor­shime Zip­per Boots!


Ähnlicher Lärm:
Petty Things – Bored Coole Band aus Tempe, Ari­zona. Laut Band­camp-Seite des Labels kön­nen wir bald einen neuen Lang­spie­ler erwar­ten. Da bin ich mal gespannt drauf, denn die­ser Appe­tit­an­re­ger mas­siert schon ziem­lich ange­nehm meine Geschmacks­ner­ven. Ein­mal lau­ni­ger, vom 77er Punk beein­fluss­ter Schram­mel­pop, gefolgt von ...
Typewri­ter. – Nobody Clears Out a Room like Diese Band aus Syra­cuse, New York ver­ur­sachte beim ers­ten Hören mas­si­ves Stirn­run­zeln mei­ner­seits. Ich bin ein gro­ßer Freund von Genre-Schub­la­den. Gerade eben, weil kaum eine hörens­werte Band sich wirk­lich in eine sol­che rein­zwän­gen lässt, die­nen sie mir als Hilfe, das gehörte auf einer art musika...
Chain & The Gang – Expe­ri­men­tal Music 2017 war ein bemer­kens­wert geschäf­ti­ges Jahr für die­sen Mann, der mit Leich­tig­keit die Rol­len des Rock'n'Roll-Poeten, Akti­vis­ten, Phi­lo­so­phen, Per­for­mance-Künst­lers und Essay­is­ten (Wink/​mit dem/​Zaunpfahl) in einer Per­son ver­eint. Ian Sveno­nios, bekannt auch aus alten Bands und Pro­jek­ten wie The ...