Gap Dream -  Shine Your Light
Die Jungs von Bur­ger Records ver­die­nen ’ne Ehren­medal­lie dafür, dass sie diese Platte mög­lich gemacht haben. Nach dem bereits ein paar Wel­len schla­gen­den, mei­nes Erach­tens aber noch ziem­lich unaus­ge­reif­ten Debut­al­bum, so die Geschichte, sol­len sie dem abge­brann­ten Gabriel Fulvimar aka Gap Dream ein­ge­la­den haben doch gleich bei ihnen zu woh­nen und sogar kom­plett neues Equip­ment sol­len sie ihm besorgt haben, damit er an der neuen Platte arbei­ten konnte. Viel ver­trauen wurde also da rein gesteckt, mehr Risiko als man von einem klei­nen Nischen­la­bel in finan­zi­ell kar­gen Zei­ten wie die­sen erwar­ten würde. Und es hat sich voll aus­ge­zahlt. Mit „Shine Your Light“ legt Fulvimar eines der über­zeu­gends­ten Psych-/ Gara­gen­pop-Alben der Gegen­wart ab.

Nor­mal schalte ich ja sofort ab, wenn ich den Wort­zu­satz „-pop“ in Ver­bin­dung mit einem von mir durch­aus geschätz­ten Genre ver­nehme. Aber das hier ist keine glatt­ge­bü­gelte Trend­hips­ter-scheiße. Die Songs reso­nie­ren emo­tio­nal, und auch wenn das ganze sich mal rich­tig käsig zu sein traut – etwa die kit­schi­gen Synth-Fan­fa­ren in „Shine Your Love“ – wird das ganze so glaub­wür­dig durch die düs­te­ren Lyrics gekon­tert, dass sich nie­mals Übezu­cke­rungs­er­schei­nun­gen ein­stel­len. Umso erstaun­li­cher ange­sichts der Tat­sa­che, dass hier die Gitar­ren größ­ten­teils abge­schafft wur­den. Statt­des­sen hat Gabriel Fulvimar einen dich­ten, manch­mal tanz­ba­ren Sound reich an Vin­tage-Syn­ths und -orgeln geschaf­fen der immer orga­nisch und zu kei­nem Zeit­punkt seicht oder belie­big klingt.

Digi­tal ist das teil schon käuf­lich zu erwer­ben. Wer’s unbe­dingt als LP oder CD haben will (wie von Bur­ger gewohnt gibt’s auch Kaset­ten für die ganz bedep­per­ten Kin­der mit zu viel Taschen­geld) muss sich noch ’n paar Tage gedul­den.

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