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Japan, 199447 Ronin (Shijûshichinin no shikaku)

Regie: Kon Ichi­kawa

Mit Kon Ichi­ka­was umfang­rei­chen Werk bin ich eigent­lich noch gar nicht ver­traut, aber soviel kann ich mal sagen: Diese mäßige Ver­fil­mung wird sei­nem Sta­tus  als einer der gro­ßen in keins­ter Weise gerecht. Zum Anfang sieht alles noch recht inter­es­sant aus. Mit einer nüch­ter­nen Erzähl­stimme, ganz im Stil eines TV-Spre­chers, wer­den wir in weni­gen Sät­zen in die Hand­lung ein­ge­führt und es scheint ganz so, als wolle Ichi­kawa die Geschichte aus einer distan­ziert doku­men­ta­ri­schen Per­spek­tive erzäh­len. Ein viel­ver­spre­chen­der Ansatz, aber wenn das wirk­lich seine Absicht war muss ich lei­der sagen, dass das Expe­ri­ment auf gan­zer Linie geschei­tert ist.

47 Ronin (Shijûshichinin no shikaku)Apro­pos Linie, der bleibt Ichi­kawa dar­auf­hin nur so etwa fünf viel­ver­spre­chende Minu­ten lang treu. Danach wird klar, auf was für einem Boden sich den Film wirk­lich bewegt, und der besteht über­wie­gend aus seich­tem und unspan­nend insze­nier­tem Melo­drama. Im wei­te­ren Ver­lauf kon­zen­triert sich der Film voll­kom­men auf Oishi, den Anfüh­rer der Ronin, und ver­schwen­det dabei unter ande­rem locker eine halbe Stunde mit einer über­flüs­si­gen Romanze zwi­schen ihm und der Toch­ter von.. äh… hab schon längst ver­ges­sen von wem und ist auch total egal. Trägt näm­lich alles nicht zur Haupt­hand­lung bei, ist sehr unglaub­haft kon­stru­iert und in sei­ner kon­se­quent unter­kühl­ten Dar­stel­lung ein­fach eine Schlaf­ta­blette ers­ter Güte.

Und genau das kann man auch so über den Rest des Fil­mes sagen: Er ist weder inter­es­sant noch span­nend und lässt den Zuschauer emo­tio­nal ein­fach nur kalt. Her­aus­ra­gende schau­spie­le­ri­sche Leis­tun­gen sind auch nicht dabei und von ein paar weni­gen guten Monen­ten abge­se­hen erin­nert das ganze auch visu­ell eher an eine mit­tel­mä­ßige TV-Pro­duk­tion. Laaaa­ang­wei­lig!

Wer­tung: 4/​10