Cheap Whine – Cheap Whine

Cheap Whine - Cheap Whine

Melan­cho­lisch-melo­di­scher Punk­rock mit Gara­gen­vibe auf dem Debüt einer Band aus Ottawa, bestehend aus Mit­glie­dern von Feral Trash, Cru­sa­des und Steve Ada­myk Band (the man him­s­elf!). Nach letz­te­rer klingt die Platte dann auch etwas, außer­dem auch sehr an Mar­ked Men/​Radioactivity, Red Dons und an alte Klas­si­ker á la Under­to­nes und Buz­z­cocks. Garan­tiert nichts neues unter des Sonne, aber die Songs über­zeu­gen und das alte Arsch­loch Punk kann durch­aus noch eine Platte davon ver­kraf­ten.



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Radioactivity – Infected /​ Sleep 7″

Radioactivity - Infected / Sleep 7"

Das neue Lost Bal­loons Album ist noch kaum ver­ar­bei­tet, da gibt es auch schon wie­der neues Mate­rial von Jeff Burke mit sei­nem der­zei­ti­gen Haupt­pro­jekt Radioac­tivity zu zu ver­mel­den. „Neu“ ist dabei aber rela­tiv zu ver­ste­hen, denn die zwei Songs der 7″ hat Burke bereits im Jahr 2011 geschrie­ben, als er gerade in Japan wohnte und unter dem unmit­tel­ba­ren Ein­druck des Tōhoku-Erd­be­bens stand. (Die Zeit in Japan hat er übri­gens auch nicht taten­los ver­bracht…) Beide Songs gehö­ren mühe­los zum stärks­ten Mate­rial im eh schon gran­dio­sen Kata­log die­ser Band.

Lost Ballons – Hey Summer

Lost Ballons - Hey Summer

Via Dirt­nap Records erschien jetzt das zweite Album der Kol­la­bo­ra­tion von Jeff Burke, Front­mann von Radioac­tivity und Mar­ked Men; und Yusuke Okada, bekannt aus der Japa­ni­schen Psych-​/​Powerpop Band Sus­pi­cious Beasts. Die neue Platte ist noch mal eine ganze Num­mer run­der gewor­den als das schon aus­ge­zeich­nete Debüt auf Alien Snatch Records. Wie gehabt wer­den auch hier einige Leute ent­täuscht sein, die einen Neu­auf­guss des melo­di­schen Gara­ge­punks von Radioac­tivity erwar­ten. Hier üben sich Burke und Okada über­wie­gend in ver­träum­tem Power­pop und tref­fen dabei fast immer ins Schwarze. Wie zu erwar­ten hört man in den Songs aus Bur­kes Feder den­noch sein per­fek­tes Gespür für klas­si­sche, wohl­tem­pe­rierte Power­pop-Melo­dien her­aus, die auch in sei­nen lau­te­ren Bands das musi­ka­li­sche Fun­da­ment bil­den. Oka­das Songs hin­ge­gen wir­ken etwas nebu­lö­ser, las­sen sich mehr Zeit zur Ent­fal­tung ihres Poten­zi­als und sind gene­rell etwas höher auf der Ver­träum­theits-Skala ange­sie­delt. Ein gan­zes Album von letz­te­rem wäre mir zu viel, aber zusam­men auf die­ser Platte ergän­zen sich beide Ten­den­zen ganz aus­ge­zeich­net.



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Crayola Summer – I Know Who We Are /​ Winter Addendum

Crayola Summer - I Know Who We Are / Winter Addendum

Crayola Sum­mer ist der Name eines kürz­lich reak­ti­vier­ten Musik­pro­jekts des Lon­do­ners Simon Wil­liams, wel­ches in der einen oder ande­ren Form schon seit ca. 1990 exis­tiert hat und in den Neun­zi­gern ’ne Hand­voll Tapes und EPs ver­öf­fent­licht hat. Davor hatte der Typ mal eine Band namens The Col­ga­tes und in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit hat er bei Saran­don mit­ge­mischt, deren letzte zwei Alben auf Slum­ber­land sich im Nach­hin­ein als ziem­lich gei­les Zeug her­aus­stel­len. Außer­dem war er unter ande­rem noch in den für mei­nen Geschmack etwas weni­ger inter­es­san­ten The Safe Distance betei­ligt.
Jetzt kommt also die erste Crayola Sum­mer Ver­öf­fent­li­chung seit andert­halb Jahr­zehn­ten. Die neuen Songs gefal­len ganz aus­ge­zeich­net mit einer Mischung mit gering­fü­gig noi­si­gem Indierock/​Powerpop, einer Vor­rats­pa­ckung Psy­che­de­lia und Flash­backs zur C86-Gene­ra­tion. Außer­dem einem Hauch von Spa­ce­men 3 und frü­hem Shoegaze, der hier stark auf die psy­che­de­li­sche Kom­po­nente her­un­ter­kon­den­siert wird. Letz­te­res kommt beson­ders auf den Songs der als Bonus­tracks ent­hal­te­nen Win­ter Adden­dum EP zur Gel­tung.



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Sunshine & The Rain – In The Darkness Of My Night

Sunshine & The Rain - In The Darkness Of My Night

Auf ihrem ers­ten Album fabri­zie­ren Sunshine And The Rain aus Oak­land Fuz­z­ge­trie­be­nen Power­pop, der es sich sti­lis­tisch ziem­lich genau auf der Schwelle zwi­schen dem Proto-Shoegaze frü­her Jesus And Mary Chain und den Bands der ers­ten Shoegaze-Gene­ra­tion in den spä­ten Acht­zi­gern bequem macht. Dabei hal­ten sie sich ziem­lich strikt an die klas­si­schen Genre-Kon­ven­tio­nen, über­zeu­gen inner­halb der selbst gesteck­ten Gren­zen aber mit purer Qua­li­tät. Wenn ich frei­wil­lig ein gewis­ses Maß an Whoo-ohs ertrage und bereit­wil­lig ein ganz offen­si­ches Teenage Kicks-Ripoff ver­zeihe, dann hat das was zu hei­ßen. Mit dabei ist ein Fugazi-Cover­song, der ursprüng­lich mal auf einer der vie­len TBTCI Tri­bute-Com­pi­la­ti­ons erschie­nen ist. Auch mit dem frem­den, Genre-mäßig eher ent­ge­gen­ge­setz­ten Song­ma­te­riel lie­fern sie abso­lute Per­fek­tion ab.



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The Junto – The Junto

The Junto - The Junto

Die Debüt-EP die­ser Band aus Phil­adel­phia über­zeugt mit ultra-melo­di­schem, retro­las­ti­gem Indie­rock und Post­punk, den man musi­ka­lisch irgendwo zwi­schen den Bands der bri­ti­schen New Wave- und C86-Gene­ra­tio­nen ein­ord­nen kann.


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Warm Soda – I Don’t Wanna Grow Up

Warm Soda - I Don't Wanna Grow Up

Das Abschied­sal­bum der Garage-​/​Powerpop-​Formation aus Aus­tin um Front­mann Mathew Mel­ton stellt noch ein­mal des­sen aus­ge­zeich­nete Song­wri­ting-Skills unter Beweis in 12 fluffi­gen Kra­chern, die mit ihren mit­rei­ßen­den Pop-Melo­dien oft nah an der Grenze zum Kitsch ope­rie­ren, ohne jemals den Bogen zu über­span­nen.
Mat­thew Mel­ton hat jetzt eine neue Band namens Dream Machine am Start, deren Debüt­al­bum The Illu­sion erscheint am 19. Mai auf Castle Face Records.

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Ghost Car – Stuck In The Mud 7″

Ghost Car - Stuck In The Mud 7"

Tol­ler Sie­ben­zöl­ler einer Band aus Lon­don. Die A-Seite begeis­tert mit ver­träum­tem Noise-​/​Fuzzpop und einem leich­ten Shoegaze-Vibe. Die B-Seite ist dann ein simp­ler aber gekonnt dar­ge­bo­te­ner Gara­ge­ro­cker mit psy­che­de­li­schem Unter­ton. Nicht nur für Orgel-Lieb­ha­ber zu emp­feh­len.


Saint Pé – Fixed Focus

Saint Pé - Fixed Focus

Ian Saint Pé hat frü­her mal bei den Gara­ge­ro­ckern The Black Lips (nein, die haben sich nicht auf­ge­löst) die Gitarre bedient. Sein neues Pro­jekt unter eige­nem Namen hat uns jetzt sein ers­tes Album beschert und des­sen Songs oszil­lie­ren zwi­schen gara­gi­gem Power­pop und ver­ein­zel­ten psy­che­de­li­schen Aus­flü­gen. Dabei beweist Saint Pé aus­ge­zeich­nete Song­wri­ting-Skills und ein geschick­tes Händ­chen für ein­gän­gige Hooks.



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Monster Movie – Keep the Voices Distant

Monster Movie - Keep the Voices Distant

Mons­ter Movie sind ein Shoegaze-Duo bestehend aus Chris­tian Savill and Sean Hew­son. Ers­te­rer ist wohl eher bekannt als der Gitar­rist von Slow­dive. Savill und Hew­son spiel­ten 1989 für eine kurze Zeit zusam­men in einer Band namens Eter­nal und grün­de­ten bald dar­auf Mons­ter Movie, die dann wie­derum sehr bald zuguns­ten von Slow­dive auf Eis gelegt wur­den.

Hier fühle ich mich mal spon­tan dazu genö­tigt, etwas Ket­ze­rei am eta­blier­ten Genre-Kanon zu betrei­ben. Ich lass ein­fach mal die Bombe los: Ich kann die unan­tast­ba­ren Shoegaze-Göt­ter Slow­dive ums ver­re­cken nicht ab.
Beim bes­ten Wil­len, ich hab es immer wie­der ver­sucht mir die alten Plat­ten schön zu hören. Und alles was bei mir ankommt ist unin­spi­rierte wie auch über­pro­du­zierte Schlaf­mu­sik mit durch­wach­se­nem bis kom­plett sub­stanz­lo­sem Song­ma­te­rial, das seine Belang­lo­sig­keit mit einer Über­do­sis an purem Kitsch aus­zu­glei­chen zu ver­sucht. Ich hab mich über die Jahre mit so eini­gem Pop ver­söhnt. Ich weiß
Pet Sounds zu schät­zen und kann Smile zumin­dest ertra­gen. Aber Souvlaki ver­mag es immer noch nicht, die kleinste Gefühls­re­gung in mir aus­zu­lö­sen. Das ist ja noch lang­wei­li­ger als der ach so furcht­bar tief­grün­dige Easy Lis­ten­ing-Schund namens Dark Side Of The Moon (Oooh, wer­den jetzt einige sagen,noch mehr Ket­ze­rei! Äh… Duuuude, *blub­ber­blub­ber* der Shit ist so fuck­ing… *hust* deeeep…).
Von den bekann­ten Shoegaze-Bands der ers­ten und zwei­ten Gene­ra­tion, halte ich Slow­dive schlicht und ergrei­fend für bru­tal über­be­wer­tet und ich sehe es als schlim­men Unfall, dass ihre belie­big dahin plät­schernde Fahr­stuhl­mu­sik so einen gro­ßen Ein­fluss auf die aktu­elle Gene­ra­tion des Gen­res hat. So, das musste mal raus. Der Lynch­mob kann sich jetzt for­mie­ren.

Wie auch immer, Mons­ter Movie wur­den zum Ende der Nul­ler­jahre reak­ti­viert und haben seit­dem sechs Alben ver­öf­fent­licht. Das neu­este davon ist jetzt nach einer gut sie­ben Jahre lan­gen Funk­stille auf Gra­ve­face Records erschie­nen. Und das gefällt mir aus­ge­spro­chen gut mit sei­nem mal getra­ge­nen bis ver­träumt, mal psy­che­de­lisch-power­pop­pi­gen oder gera­de­aus rocken­den Shoegaze Sound, der dan­kens­wer­ter Weise auf deut­lich grif­fi­ge­rem Song­ma­te­rial auf­setzt als diese andere Band (Grrrr…).


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