Model/Actriz – No

Model/Actriz sind ein Trio aus Boston. Ihr dritter Kurzspieler sticht aus der Masse heraus mit einer recht experimentell anmutenden Mischung aus kantigen Postpunk-Grooves und Noise-Texturen, durchzogen von einem Industriellen Vibe. No by Model/Actriz No by Model/Actriz

Rape Tape – Люди кричат

Ganz schönen Krawall gibt’s auf dieser EP einer Formation aus Chabarowsk, Russland zu hören, der sich irgendwo zwischen den Eckpunkten (Post-)Punk, Noise und Industrial einordnen lässt. Люди кричат by Rape Tape

Roht – Roht 7″

Noisepunk aus Reykjavík von der primitiven, rohen und angepissten Sorte. Eine dichte Wand aus Lärm. Und allem, was sich dahinter verbirgt, möchte ich nicht im Dunkeln begegnen. Roht 7" (LUNGS-089) by ROHT Roht 7" (LUNGS-089) by ROHT

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Feedtime – Gas

Wow, mit den Australiern hatte ich echt nicht mehr gerechnet, als aus dem guten Hause In The Red Records die Ankündigung zu dieser Platte rein kam. Fast vierzig Jahre ist die Bandgründung her, zwei mal haben sie sich schon aufgelöst. Und jetzt haben sich die alten Männer, gute zehn Jahre nach ihrem letzten Album, noch mal unerwartet zusammengerauft (naja, genau genommen spielen sie schon seit 2011 wieder zusammen) und bescheren uns ein Album, das genau so klingt wie jedes andere Feedtime Album davor auch geklungen hat. Und das meine ich absolut positiv, denn mit ihrer vollkommen singulären Vision von primitivem, minimalistischem Rock’n’Roll, der sich zu gleichen Teilen aus Blues, Punk und diversen Furzgeräuschen speist, stehen sie bis heute ziemlich alleine da. Klar hat ihr Sound viele Bands beeinflusst, von denen einige dann auch ziemlich großen Erfolg hatten. Ihre Musik hat deutliche Spuren in frühem Grunge und späteren Generationen von Garage Punk und Noise Rock hinterlassen. An die sture Konsequenz des Originals kam aber bisher keiner ran. Feedtime selbst blieben dagegen immer ein Geheimtip für schmerzfreie Gemüter. Daher gilt auch hier: Was auf so vollkommene Art und Weise kaputt ist, darf um Himmels willen nicht repariert werden.

P*I*G – Under The Influences Of Birds, Flowers And Sky Above

Dieses Duo aus Warschau präsentiert auf seiner Debüt-EP sehr charmanten Postpunk mit starken Noise-, leichten Industrial-Elementen und hohem DIY-Faktor. Vielversprechend. Under The Influences Of Birds, Flowers And Sky Above by P*I*G Under The Influences Of Birds, Flowers And Sky Above by P*I*G

Damaged Bug & Black Pus – Split 7″ (LAMC #17)

Die neueste Split 7″ der LAMC-Serie widmet sich diesmal zwei Soloprojekten von Leuten, deren Hauptbands den meisten hier sicher schon lange bekannt sind. Bei Damaged Bug handelt es sich um ein Projekt von John Dwyer, den man besser als Frontmann der Oh Sees kennt. Mancher hat sicher sein kürzlich veröffentlichtes Album Bunker Funk bemerkt. Hier gibt es schön vor sich her groovenden Psychedelic Rock mit Krauteinflüssen zu hören, musikalisch nicht weit von besagtem Album entfernt. Bei Black Pus geht es dann eine ganze Nummer lauter zu. Auch kein Wunder, handelt es sich doch um ein Soloprojekt von Brian Chippendale, dem Schlagzeuger der experimentellen Noise-Formation Lightning Bolt. Wer sein letztes Album All My Relations mitbekommen hat, weiß was ihn erwartet. Nämlich teilelektronischer Noise, stoisch angetrieben von Chippendales kraftvollem, hier ultra-dreckig und verzerrt wiedergegebenem Drumming. LAMC # 17 by Damaged Bug LAMC # 17 by Black Pus

Vativer – Demonstrationszug

Kaputtes Zeug aus Frankfurt, das sich allen Genrezuordnungen entzieht. Elemente aus (unter anderem) Elektropunk, Noise, Psychedelic, Kraut und Industrial verweben sich auf diesem Tape zu einem ausgesprochenen widerspenstigen Biest. Demonstrationszug by Vativer Demonstrationszug by Vativer

Droids Blood – Demo

Zwei Ex-Mitglieder von Broken Prayer haben eine neue Band am Start. Das Demo von Droids Blood aus Chicago entpuppt sich als eine wunderbar exzentrischer, futuristischer Brocken, der Spuren von Spacerock, derben Industrial Noise, Synth- und Postpunk zu einer konzentrierten Attacke auf die Sinne verschmilzt. demo by Droids Blood demo by Droids Blood

VCE1DA – Pogrom

Medizin für audiophile Spacken. Diese EP von VCE1DA aus Kiev liefert eine Mischung aus Fuzzpunk und etwas Indierock des vergangenen Jahrzehnts, verpackt in einen rohen LoFi-Sound, der unter anderem an den ganz frühen Krempel von No Age oder Wavves erinnert. pogrom by VCE1DA pogrom by VCE1DA

Clear Acid – Sonic Palette

Shoegaze aus Fort Worth, Texas. Anders als der überwiegende Teil aktueller Shoegaze Bands sind Clear Acid auf diesem Tape erfrischender Weise nicht so sehr darauf bedacht, den Hörer mit verträumten Klängen langsam in einen Schwebezustand (oder Schlafzustand) zu versetzen. Stattdessen setzen sie auf Überwältigung durch extremen Lärm, der regelmäßig auch mal an der Schnittstelle zu Noiserock oder Sludgepunk operiert. Sonic Palette by clear acid Sonic Palette by clear acid Sonic Palette by clear acid

Anwar Sadat – Ersatz Living

Die 2015er EP Obedience verglich ich ja noch mit Big Black-meets-90er AmRep Zeug, oder so ähnlich. Das neue Album des Quartetts aus Louisville, Kentucky entfernt sich wieder ein Stück davon, stattdessen wird hier der Industrial-Faktor stärker betont, die Platte klingt etwas wie ein vergessenes Artefakt aus den mittleren 90ern, bestehend aus Versatzstücken von Industrial Metal und teilelektronischem Noise. Und das hat durchaus seinen ganz eigenen Charme. Ersatz Living by Anwar Sadat Ersatz Living by Anwar Sadat Ersatz Living by Anwar Sadat

Uniform – Wake In Fright

Hässliche Musik für hässliche Zeiten. Der neue Langspieler des Industrialpunk-Duos aus New York setzt die Marschrichtung der Ghost House EP konsequent fort und ist vielleicht das kompromissloseste Stück Lärm, das die Band bisher fabriziert hat. Soundmäßig steht die Platte selbstbewusst zu ihren weiter in den Vordergrund gerückten Metal-Einflüssen, ist gleichzeitig aber auch durch und durch Punk, so sehr wie kaum eine Platte in letzter Zeit. Wake in Fright by Uniform Wake in Fright by Uniform Wake in Fright by Uniform