Golden Pelicans – Disciples Of Blood

Auch auf ihrem dritten Album haben es die Garagepunks aus Orlando nicht verlernt eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Noch stärker als auf den früheren Platten spielen sie hier gekonnt mit klassischen Hardrock-Riffs. Sowas geht bei den meisten Bands ordentlich nach hinten los, aber Golden Pelicans machen vor, wie man sowas richtig macht, bewahren ihre Attitüde und Punk-Energie. Disciples Of Blood by Golden Pelicans Disciples Of Blood by Golden Pelicans Disciples Of Blood by Golden Pelicans

Ghost Car – Stuck In The Mud 7″

Toller Siebenzöller einer Band aus London. Die A-Seite begeistert mit verträumtem Noise-/Fuzzpop und einem leichten Shoegaze-Vibe. Die B-Seite ist dann ein simpler aber gekonnt dargebotener Garagerocker mit psychedelischem Unterton. Nicht nur für Orgel-Liebhaber zu empfehlen.

Frostitudes – Citrus

Zur Abwechslung hier mal seit langem wieder eine Band aus meinem näheren Umfeld. Frostitudes kommen aus Essen und haben zuletzt ihr Debütalbum veröffentlicht. Darauf gibt’s stimmigen Garagepunk der eher traditionellen Machart und mit einem äußerst zurückgelehnten Vibe zu hören, dem sie gelegentlich auch mal einen gewissen psychedelischen Faktor verpassen. Frostitudes – Citrus by Wake Isl. Frostitudes – Citrus by Wake Isl. Frostitudes – Citrus by Wake Isl.

Saint Pé – Fixed Focus

Ian Saint Pé hat früher mal bei den Garagerockern The Black Lips (nein, die haben sich nicht aufgelöst) die Gitarre bedient. Sein neues Projekt unter eigenem Namen hat uns jetzt sein erstes Album beschert und dessen Songs oszillieren zwischen garagigem Powerpop und vereinzelten psychedelischen Ausflügen. Dabei beweist Saint Pé ausgezeichnete Songwriting-Skills und ein geschicktes Händchen für eingängige Hooks. Fixed Focus by Saint Pe Fixed Focus by Saint Pe Fixed Focus by Saint Pe

Nameless Creations – Hate Creates

Nameless Creations aus Warschau präsentieren auf ihrer aktuellen EP eine schön kräftig zubeißende Verschmelzung aus erdigem Garage Rock und Postpunk. Hate Creates by Nameless Creations Hate Creates by Nameless Creations

King Trash – King Trash

King Trash ist das neue Soloprojekt von Johnny Tex aus Cape Town, Südafrika, der in der Vergangenheit unter anderem bei The Future Primitives und The Dyna Jets mitgespielt hat. Die Debüt-EP überzeugt mal wieder mit relaxtem Garage Rock, ab und zu auch einem gewissen Surf-Vibe. KING TRASH by KING TRASH KING TRASH by KING TRASH

The Men – Devil Music

Okay, The Men haben also mal wieder ’ne neue Platte raus. Mal kurz Luft holen und zurückblicken. Auf ihren ersten beiden Alben Immaculada und Leave Home sorgten die New Yorker noch mit kompromisslosem Fuzzpunk für Aufsehen, wendeten sich dann auf Open Your Heart eklektizistischem Indierock und Postpunk zu, um dann mit den letzten beiden Alben New Moon und Tomorrow’s Hits eine Transformation zu zunehmend relextem Retrorock abzuschließen. Der neuen Platte blickte ich mit etwas gemischten Gefühlen entgegen, befürchtete ich doch, dass nach dem Ausscheiden von Bassist Ben Greenberg (der inzwischen bei Uniform wieder brachialen Lärm fabriziert) die Band komplett ihre Beißkraft verliert. Aber es kommt ganz anders, auf Devil Music hauen uns The Men neun derbe, roh Produzierte Rocker um die Ohren, die in ihrer Intensität am ehesten an das zweite Album Leave Home erinnern. Nur, dass den frühen Alben der Band ein eher (post-)modernes Verständnis von Punk zugrunde lag. Im Gegensatz dazu gehen sie hier noch ein paar Jahre weiter zurück in der Zeit und erinnern weitgehend an Bands der frühen 70er Jahre zwischen Garagerock, Protopunk und Space Rock. Insbesondere MC5, The Stooges und frühe Hawkwind werden ins Gedächtnis gerufen. Das lärmt wieder ganz formidabel, ohne dabei die Retro-Tendenzen der letzten Alben über Bord zu werfen. Bleibt nur zu hoffen, das sie in geraumer Zeit auch wieder den Weg zurück in die musikalische Gegenwart finden und nicht in einer ausgetretenen Retro-Sackgasse steckenbleiben. Devil Music by The Men Devil Music by The Men Devil Music by The Men

Liam Kenny – The White Man Is Oppressors

Vorletztes Jahr überraschte Liam Kenny (früher unter anderem bei Bitch Prefect und Peak Twins aktiv) mit dem ausgesprochen eklektischen Coveralbum A Kenny For Your Thoughts. Auf seinem aktuellen Tape kehrt er wieder zurück zum erdigen Garagerock. Und zwar solchem von der spröden, monoton-repetitiven Sorte, entschlossen und kompromisslos. Liam Kenny – The White Man Is Oppressor CS by Liam Kenny Liam Kenny – The White Man Is Oppressor CS by Liam Kenny Liam Kenny – The White Man Is Oppressor CS by Liam Kenny

David Nance – More Than Enough

Ein ungeschliffener Rohdiamant ist diese bereits im Sommer erschienene Platte von David Nance aus Omaha. Das ist großartiger, ungewaschener Rock’n’Roll mit durchschlagender Songpower im Geiste alter Protopunk-Großtaten, unter anderem von Velvet Underground, Modern Lovers, New York Dolls oder frühen Television. Und zu guter letzt ist dann im ausufernden Jam Stuck On The Funny Side Of Hell noch ein gewisser Fun House-Vibe spürbar. Ein kompletter Rundumschlag also, der aber dank des starken Songmaterials ganz auf eigenen Füßen zu stehen vermag. Auf Bandcamp sind ist aus irgendeinem Grund die Tracklist und Titel durcheinander. Der hier als „Unamused“ verlinkte Song heißt in Wirklichkeit „Never Gonna Fall“. More Than Enough by David Nance More Than Enough by David Nance More Than Enough by David Nance

Kaleidoscope – Kaleidoscope V.2 N.2: Zone Explorers

Kaleidoscope aus New York haben so eine Tendenz, den Hörer etwas ratlos stehen zu lassen. Auf den ersten zwei EPs noch mit LoFi-mäßigem Acid Rock unterwegs, überraschte dann die letzte 7″ mit einer unwahrscheinlichen Kombination aus Hardcorepunk und psychedelischen Einflüssen. Letztere finden sich auch auf dem aktuellen Tape wieder, der Sound verschiebt sich aber wieder in Richtung Garage. Mal abwarten, wohin die Reise als nächstes geht. KALEIDOSCOPE V.2 N.2: ZONE EXPLORERS by KALEIDOSCOPE KALEIDOSCOPE V.2 N.2: ZONE EXPLORERS by KALEIDOSCOPE KALEIDOSCOPE V.2 N.2: ZONE EXPLORERS by KALEIDOSCOPE

Purling Hiss – High Bias

Das neue Album der Garage-/Retrorocker aus Philadelphia ist wohl ihr konsistentestes bisher. Waren frühere Platten oft eher zerfahren mit stark schwankender Qualität, überzeugt mich diese Platte von Anfang bis Ende. Ob sie jetzt schrammeligen 60s-Powerpop von sich geben, garagigen Punkrock brettern oder überlebensgroße Riffs auswalzen, alles geht ihnen wie selbstverständlich von der Hand. Leider kein Album-Stream verfügbar 🙁

Chook Race – Around The House

Entspannter Schrammel-Powerpop mit garagigem Unterton befindet sich auf dem zweiten Album von Chook Race aus Melbourne, das mich immer wieder mal an The Woolen Men oder das Debütalbum von Blank Realm erinnert. Around the House by Chook Race Around the House by Chook Race Around the House by Chook Race