Narrow Lands – Everything’s Fine

Narrow Lands - Everything's Fine

Das knapp vier Jahre alte Debüt­al­bum der metal­li­schen Noi­sero­cker aus Syd­ney hat mir ja schon sehr gut gefal­len. Die Songs der neuen EP sind aber noch ein gan­zes Stück ambi­tio­nier­ter; die Band hat hier zu einem ganz eige­nen Sound gefun­den. Nach wie vor ist das Noi­se­rock mit star­kem Zusatz von Sludge- und Doom-Ele­men­ten; neu hinzu kom­men jetzt unter ande­rem Ein­flüsse aus Math Rock und Post Punk. In Bring Them All Here kann das mal etwas an frühe Iceage erin­nern, in ande­ren Momen­ten kann man Par­al­le­len zu Neu­ro­sis, Fro­dus oder gar Pink Floyd der Syd Bar­ret-Phase zie­hen. Guter Stoff.


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Heaps – Heaps

Heaps - Heaps

Für alle, denen es hier ges­tern etwas zu freund­lich und pop­pig zuging, hier ist ein gutes Gegen­gift. Auf ihrem neuen Tape fabri­zie­ren die New Yor­ker bis zum Anschlag räu­di­gen Doom- und Slud­ge­punk in einem exzel­lent schlech­ten LoFi-Sound. Das klingt wie mit Opas Dik­tier­ge­rät auf­ge­nom­men.



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Low Flying Hawks – Kōfuku

Low Flying Hawks - Kōfuku

Ein ziem­lich schwe­rer Bro­cken ist diese schöne Platte des Duos Low Fly­ing Hawks aus Mexiko. Mit kom­pe­ten­ter Unter­stüt­zung von Dale Cro­ver (Mel­vins) an den Drums und Tre­vor Dunn (u.a. Mr. Bungle, Fan­to­mas) am Bass kre­ieren sie einen dich­ten, äußerst zäh und lang­sam vor­wärts wal­zen­den Sound mit viel­schich­ti­gen Tex­tu­ren, bei dem sich der Begriff Doom­gaze gera­dezu auf­drängt.


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Grieg – Retaliate First

Grieg - Retaliate First

Ist ja eher sel­ten, dass ich hier etwas aus dem Metal-Lager poste, aber die­ses Album von Grieg aus Bris­bane packt mich erfolg­reich am Kra­gen. Eine wilde Mischung aus besag­tem Metal (unter ande­rem des­sen Doom- und Sludge-las­ti­gen Aus­wüch­sen), altem AmRep-Noi­se­rock und hier und da etwas Post- und Math­core. Trotz der hin­läng­lich bekann­ten Zuta­ten wan­delt die Platte stets jen­seits aus­ge­latsch­ter Pfade.


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Moro – Entrüstet

Moro - Entrüstet

Als die Mail mit dem Band­camp-Link zu die­ser EP rein­kam, ließ mich die Ein­ord­nung als Screamo erst­mal schlim­mes erwar­ten, dann war aber doch alles ganz anders als erwar­tet. Viel­mehr erin­nert mich die Musik die­ser ham­bur­ger Band an die kurze Phase um die Jahr­tau­send­wende als sich Gen­res wie (Post-)Hardcore, Noise, Doom, Prog und expe­ri­men­tel­ler Metal so nahe kamen und gegen­sei­tig beein­fluss­ten wie sel­ten davor oder danach. Ent­spre­chend erin­nert mich das dann auch an so unter­schied­li­che Bands wie etwa ältere Neu­ro­sis und Mastodon oder die düs­ter und lang­sam deher­wal­zen­den Momente von Con­verge oder Envy. Die deutsch­spra­chi­gen Lyrics haben es auch in sich. Alle vier Songs beschäf­ti­gen sich mit der unbe­que­men The­ma­tik von gesell­schaft­lich tole­rier­tem Sexis­mus und Rape Cul­ture, legen sehr tref­fend die Mecha­nis­men und Gedan­ken offen, mit denen die Täter Akzep­tanz und Legi­ti­mie­rung für ihr Han­deln suchen. Ein wich­ti­ger Bei­trag auch in einer Musik­sparte, die sich gerne poli­tisch pro­gres­siv gibt, in der Pra­xis dann aber oft doch als ein wei­te­rer stump­fer bis hyper­mas­ku­li­ner Män­ner­klub ent­puppt. Tolle Platte, von einer Band die man im Auge behal­ten sollte.

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Skeleton Farm – The Second Mouse Gets The Cheese

Skeleton Farm - The Second Mouse Gets The Cheese

Wahn­sinn. Was diese Band aus Tulsa, Okla­homa hier wei­test­ge­hend unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit auf Ton­kon­serve gebannt hat ver­schlägt mir doch ein wenig die Spra­che. Ske­le­ton Farm spie­len Expe­ri­men­tal­rock, der sich jeg­li­cher Kate­go­ri­sie­rung ent­zieht und mit jedem wei­te­ren Song auf dem Album erwei­tern sie das Klang- und Genre-Spek­trum wei­ter ins Gren­zen­lose. Die­ses Klang­mons­ter wälzt sich etwa in doo­mig vor sich her wal­zen­dem Noiserock/​-​metal, Math-arti­gen Rhyt­mus-Spie­le­reien, trei­ben­dem Hard-​/​Post-​/​Emocore und etwas Post­rock. Sogar für län­gere Aus­flüge in repe­ti­tive Ambi­ent-Medi­ta­tio­nen ist hier Platz. Eine schlaue und aus­ge­reifte halbe Stunde viel­sei­ti­gen Krachs, der sei­nen eige­nen Ambi­tio­nen stand­hält und zu kei­nem Zeit­punkt auf­ge­bla­sen oder ver­kopft wirkt. Die Band hat deut­lich mehr Auf­merk­sam­keit ver­dient. Also geht hin und macht sie reich und berühmt, die Platte gibt’s bei Band­camp zum Preis eurer Wahl.



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